Wer, wann und wie viel?

Wich­ti­ge Fra­gen und Ant­wor­ten

Mittelschwaebische Nachrichten - - Kfz-börse -

Das Häu­schen im Grü­nen oder die schi­cke Ei­gen­tums­woh­nung in der Stadt – ein teu­rer Traum. Ei­nen gro­ßen Pos­ten nimmt die Grund­er­werb­steu­er ein, oh­ne de­ren Zah­lung das Ei­gen­tum nicht über­tra­gen wird. Sie be­trägt in der Re­gel meh­re­re tau­send Eu­ro – und die Käu­fer müs­sen sie aus ei­ge­ner Ta­sche zah­len, denn der Kre­dit der Bank darf hier­für nicht ge­nutzt wer­den.

Wann wird die Grund­er­werb­steu­er bei pri­va­ten Ge­schäf­ten fäl­lig? Im­mer dann, wenn ein Grund­stück von ei­nem Ei­gen­tü­mer auf den nächs­ten über­tra­gen wird. Da­bei ist es un­er­heb­lich, ob der Er­werb durch ei­nen Kauf-, ei­nen Grund­stück­tausch­ver­trag oder das Meist­ge­bot im Zwangs­ver­stei­ge­rungs­ver­fah­ren zu­stan­de kommt, sagt An­ne­kath­rin Werns­dorf vom Deut­schen Steu­er­be­ra­ter­ver­band. „Grund­stü­cke im Sin­ne des Grund­er­werb­steu­er­ge­set­zes sind ne­ben dem Grund und Bo­den un­ter an­de­rem auch Bruch­teils- und Mit­ei­gen­tum oder Erb­bau­rech­te“, sagt Werns­dorf. Auch wenn sich et­wa ei­ne Ei­gen­tums­woh­nung noch im Bau be­fin­det, muss der Käu­fer die Steu­er zah­len. Ent­schei­dend ist der zu­künf­ti­ge Zu­stand des Ob­jek­tes. Wie hoch ist die Grund­er­werb­steu­er? Seit 2006 dür­fen die Bun­des­län­der den Steu­er­satz selbst fest­le­gen. In Bay­ern liegt er bei 3,5 Pro­zent und da­mit deutsch­land­weit am nied­rigs­ten.

Auf wel­cher Grund­la­ge wird die Steu­er fest­ge­legt? „Die Grund­la­ge der Steu­er­hö­he ist der no­ta­ri­el­le Kauf­preis“, sagt Si­byl­le Ba­rent vom Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus & Grund Deutsch­land. Wich­tig zu wis­sen: Der Wert des Grund­stücks fließt eben­so in die Be­wer­tung mit ein wie die dar­auf ste­hen­de Im­mo­bi­lie. Wie wird die Grund­steu­er be­rech­net, wenn das Haus noch nicht ge­baut ist? Wer ein Grund­stück kauft und schon mit ei­nem Bau­trä­ger ei­nen Ver­trag für den Haus­bau un­ter­zeich­net hat – oder sich gar vom Bau­trä­ger das Grund­stück ver­mit­teln lässt –, muss da­mit rech­nen, dass das Fi­nanz­amt die Steu­er für Grund­stück und Haus ver­an­lagt. Ein ein­fa­ches Bei­spiel: Bei ei­nem Grund­stücks­preis von 100 000 Eu­ro wer­den bei ei­nem Steu­er­satz von 3,5 Pro­zent 3500 Eu­ro Grund­er­werb­steu­er fäl­lig, er­klärt Ba­rent. Wird dar­auf ein Haus im Wert von 300 000 Eu­ro ge­baut, er­höht sich die For­de­rung um wei­te­re 10 500 Eu­ro. Ba­rent rät Käu­fern da­zu, kei­nen ein­heit­li­chen Ge­samt­ver­trag für Grund­stücks­er­werb und Bau­ver­trag zu schlie­ßen. Denn dann wird nur für das Grund­stück die Steu­er fäl­lig. „Las­sen Sie sich auch nicht das An­ge­bot für den Haus­bau in ei­ner Ge­samt­kal­ku­la­ti­on mit den Grund­stücks­kos­ten er­stel­len.“Idea­ler­wei­se wer­den bei­de Ver­trä­ge mit gro­ßem zeit­li­chen Ab­stand ge­schlos­sen.

Gibt es Aus­nah­men von der Be­steue­rung? Aus­ge­nom­men von der Grund­er­werb­steu­er sind bei­spiels­wei­se Er­ben oder Men­schen, die ei­ne Im­mo­bi­lie mit­tels Schen­kung er­hal­ten. „Even­tu­ell fällt hier aber die Schen­kungs­steu­er an“, sagt Si­byl­le Ba­rent. Auch die­je­ni­gen, die ein Grund­stück von ih­rem Ehe­gat­ten oder ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner er­hal­ten, müss­ten kei­ne Steu­er zah­len, er­klärt An­ne­kath­rin Werns­dorf. Glei­ches gel­te für die Über­tra­gung un­ter Ver­wand­ten in ge­ra­der Li­nie, al­so Groß­el­tern, El­tern, Kin­der und En­kel – und für den Fall ei­ner Schei­dung, wenn ein Ehe­part­ner dem an­de­ren et­wa sei­nen Teil am ge­mein­sa­men Haus ver­kauft. tmn

Im­mo­bi­li­en@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de Fo­to: Uwe An­s­pach, tmn

Vin­cent Au­mil­ler

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