Ein Jahr für sich selbst und für die gu­te Sa­che

Wer ei­nen Frei­wil­li­gen­dienst in Thann­hau­sen ab­sol­viert, kann viel fürs Le­ben ler­nen. Fin­det zu­min­dest Andre­as Krie­ger. Er be­rich­tet von sei­nen Er­fah­run­gen als „Buf­di“

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON ALEX­AN­DER SING

Urs­berg In der Son­ne ein paar Kör­be wer­fen, spä­ter ei­ne In­li­ne-Ska­terTour, zwi­schen­durch ein biss­chen Hil­fe bei den Haus­auf­ga­ben und am Abend Tisch­ten­nis-Trai­ning.

So sieht der­zeit ein ty­pi­scher Tag von Andre­as Krie­ger aus. Der 20-Jäh­ri­ge ab­sol­viert den Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst in Thann­hau­sen, ar­bei­tet dort für die Kin­der­sport­schu­le (Kiss) und die TSG. Au­ßer­dem hilft er bei der Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung im Rah­men der Of­fe­nen Ganz­tags­schu­le in Urs­berg. Klingt ent­spannt, ist aber ein Voll­zeit­job. 42,5 St­un­den pro Wo­che ar­bei­tet Krie­ger, fährt da­für je­den Tag von sei­nem Hei­mat­ort Dinkelscherben ins Min­del­tal.

Und das für ein Ta­schen­geld von 300 Eu­ro. Das lohnt sich doch ei­gent­lich gar nicht, oder? „Reich wird man nicht. Und durch das Pen­deln ent­ste­hen auch Kos­ten, klar. Wür­de ich mir ei­ne Woh­nung neh­men, wür­de ich zu­min­dest Zu­zah­lun­gen be­kom­men. Aber es heißt ja nicht um­sonst Frei­wil­li­gen­dienst“, sagt Krie­ger.

Laut dem Trä­ger, dem Bun­des­amt für Fa­mi­lie, soll der „Buf­di“ein An­ge­bot sein, sich au­ßer­halb von Schu­le und Be­ruf für das All­ge­mein­wohl zu en­ga­gie­ren. Die Frei­wil­li­gen sol­len da­durch in ers­ter Li­nie Le­bens­er­fah­rung sam­meln, heißt es auf der Home­page. Das kann Andre­as Krie­ger un­ter­schrei­ben. Wie so vie­le Abitu­ri­en­ten wuss­te er zu­nächst nicht, was er mit dem Schul­ab­schluss in der Ta­sche ma­chen soll­te. „Im G8 fehlt ei­nem das ei­ne Jahr ex­trem, al­lein von der cha­rak­ter­li­chen Ent­wick­lung her“, fin­det Krie­ger. Un­über­legt ir­gend­ei­nen Stu­di­en­gang zu wäh­len, das woll­te er nicht.

In die­ser Ent­schei­dung fühlt er sich mitt­ler­wei­le be­stä­tigt. „Vie­le Freun­de von mir ha­ben schon den ers­ten Stu­di­en­gangs­wech­sel hin­ter sich“, er­zählt er. Statt zu job­ben, ent­schied er sich da­für, et­was Ver­nünf­ti­ges zu tun. Da kam ihm das Stel­len­an­ge­bot aus Thann­hau­sen gera­de recht. Vor al­lem die Aus­sicht, in der er­folg­rei­chen Tisch­ten- nis-Ab­tei­lung der TSG mit­zu­ar­bei­ten, reiz­te den be­geis­ter­ten Tisch­ten­nis-Spie­ler. Von Ab­tei­lungs­lei­ter und Kiss-Chef Ste­fan He­rold ha­be er in dem Jahr viel über die Pla­nung von Trai­nings­ein­hei­ten, die Or­ga­ni­sa­ti­on von Tur­nie­ren und das Coa­ching von Sport­lern ge­lernt. Et­was, dass er als frisch ge­wähl­ter Tisch­ten­nis-Ab­tei­lungs­lei­ter des TSV Dinkelscherben gut ge­brau­chen kann.

Dort hat­te der 20-Jäh­ri­ge als Ju­gend­trai­ner auch schon ers­te Er­fah­run­gen mit Kin­dern ge­macht. Rich­tig vor­be­rei­tet auf die Auf­ga­be war er aber nicht. „Da wur­de ich schon ziem­lich ins kal­te Was­ser ge­wor­fen. Aber ich kam zum Glück schnell mit den Kin­dern klar.“

Egal ob bei Kiss oder bei der Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung, die Kin­der ak­zep­tier­ten Krie­ger schnell als Ver­trau­ens­per­son. „Wenn sie an- fan­gen, mit dir auch über an­de­re Din­ge als über die Schu­le oder den Sport zu re­den, dann weißt du, dass du was rich­tig ge­macht hast.“Auch der kum­pel­haf­te Um­gang und die un­kom­pli­zier­te Or­ga­ni­sa­ti­on ha­be ihm bei der Ein­ge­wöh­nung ge­hol­fen.

Noch bis 31. Au­gust ist Krie­ger in Thann­hau­sen. Die Nach­fol­ge ist schon ge­re­gelt, man wol­le aber gern noch ei­ne zwei­te Stel­le be­set­zen, sagt TSG-Vor­sit­zen­der Ste­fan He­rold. Ab­bre­chen wird der Kon­takt zum ehe­ma­li­gen „Buf­di“aber auch dann nicht. Andre­as Krie­ger spielt ab der kom­men­den Sai­son für die TSG Thann­hau­sen.

Stel­len­an­ge­bot Wer In­ter­es­se an ei ner Stel­le als Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst ler in Thann­hau­sen hat, kann sich an Ste fan He­rold un­ter der E Mail Adres­se she­rold88@gmail.com wen­den.

Fo­to: Alex­an­der Sing

Andre­as Krie­ger (links) ab­sol­viert bei der Kin­der­sport­schu­le Kiss und der TSG Thann­hau­sen un­ter der Lei­tung von Ste­fan He­rold sei­nen Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst. Au­ßer­dem hilft er bei der Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung an der Grund­schu­le Urs­berg.

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