Tag der Milch: Die „Lie­be“stand im Mit­tel­punkt

Hun­der­te Be­su­cher und das Fern­se­hen ka­men zum Ge­burts­tag der äl­tes­ten Milch­kuh Bay­erns nach At­ten­hau­sen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON WER­NER GLOG­GER

At­ten­hau­sen Ei­ne der bei­den Töch­ter von Ed­gar und Andrea Merk­le, die im Krum­ba­cher Stadt­teil At­ten­hau­sen ei­nen gro­ßen land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb und ei­ne Bio­gas­an­la­ge be­trei­ben, ha­ben vor 20 Jah­ren ei­ner noch jun­gen Kuh den Na­men „Lie­be“ge­ge­ben. An­lass war, wie es bei Kü­hen üb­lich ist, als das ers­te Kälb­chen auf die Welt kam. Da­mals ahn­te noch nie­mand, dass im Lau­fe der nächs­ten Jah­re noch wei­te­re 22 fol­gen und die „Lie­be“da­durch und in­fol­ge ih­res Al­ters ei­ne au­ßer­ge- Kuh wer­den soll­te. Ne­ben Spit­zen­plät­zen bei Zucht­schau­en liegt auch ih­re Milch­leis­tung weit über dem Durch­schnitt und weil sie jetzt ge­nau 20 Jah­re auf dem Hof ist und mit 22 Jah­ren die äl­tes­te Milch­kuh Bay­erns ge­wor­den ist, hat die Fa­mi­lie Merk­le am Sonn­tag ei­nen „Tag der Milch“mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Pro­gramm im Krum­ba­cher Stadt­teil At­ten­hau­sen or­ga­ni­siert.

Schon am Vor­mit­tag füll­te sich das weit­läu­fi­ge Ho­fare­al mit vie­len Be­su­chern aus nah und fern, die zu­nächst nur ein Be­sich­ti­gungs­ziel hat­ten: ein mit viel Stroh aus­ge­s­tat- te­tes se­pa­ra­tes ge­räu­mi­ges Plätz­chen für die „Ge­burts­tags­ju­bi­la­rin Lie­be“im Stall des Jung­vie­hes. Hier kann sie un­ge­stört bis zur Ge­burt ih­res 23. Kälb­chens im Sep­tem­ber blei­ben. Auf dem Merk­le-Hof hat sie auf je­den Fall le­bens­lan­ges Blei­be­recht, un­ab­hän­gig da­von, ob sie ih­re au­ßer­ge­wöhn­li­che Pro­duk­ti­on even­tu­ell ein­stellt. Das be­ton­te je­den­falls Ed­gar Merk­le bei der of­fi­zi­el­len Er­öff­nungs­fei­er des Ju­bi­lä­ums­ta­ges, den sich die „Lie­be“ehr­lich ver­dient ha­be.

Das be­stä­tig­te auch Zucht­lei­ter Fried­rich Wie­den­mann vom Zucht­wöhn­li­che ver­band für das schwä­bi­sche Fleck­vieh Wer­tin­gen. Er gra­tu­lier­te der Fa­mi­lie Merk­le und hän­dig­te ei­ne Ur­kun­de aus. Wohl ein­ma­lig sei es für ihn, sag­te Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Ger­hard Weiß, zu ei­nem sol­chen An­lass die Glück­wün­sche der Stadt zu über­brin­gen. Scherz­haft füg­te er an, dass er Ju­bi­la­re zwar in be­tag­tem Al­ter zu run­den Ge­burts­ta­gen be­su­che, aber ei­ner Kuh, die nach Men­schen­al­ter un­ge­fähr 120 Jah­re alt ist und oben­drein schwan­ger sei, noch nie be­geg­net sei.

Für den Tag der Milch und die bay­ern­weit äl­tes­te Kuh in­ter­es­sier­te sich auch ein Ka­me­ra­team des Baye­ri­schen Rund­funks. Merk­le gab zu den Fra­gen des Re­por­ters über das Le­ben der Ju­bi­lä­ums­kuh fach­kun­di­ge Aus­kunft.

Nach und nach ver­teil­ten sich die Be­su­cher an den zahl­rei­chen Stän­den der Fir­men­aus­stel­ler mit In­for­ma­tio­nen rund ums The­ma Milch und wei­te­ren Pro­duk­ten der Land­wirt­schaft. Fach­in­for­ma­tio­nen gab es zu­dem vom Zucht­ver­band Wer­ti­gen und der Be­sa­mungs­sta­ti­on Höch­städt. Be­ein­dru­ckend prä­sen­tier­ten sich die Stal­lun­gen für das Jung­vieh, für die Milch­kü­he mit dem Melk­ro­bo­ter und die Bio­gas­an­la­ge.

Schwung­voll un­ter­hielt die Mu­sik­ka­pel­le „Blech­ba­gasch“und ließ Fest­stim­mung auf­kom­men, zu­mal das ku­li­na­ri­sche An­ge­bot mit le­cke­ren Spei­sen und Ge­trän­ken von Och­sen­bra­ten bis Kaf­fee und Ku­chen kei­ne Wün­sche of­fen­ließ. Mit Hüpf­burg, Stroh­bal­len­par­cours mit Spiel­zeug­trak­to­ren, Schmin­ken und Haa­re flech­ten kam auch bei den klei­nen Be­su­chern kei­ne Lan­ge­wei­le auf. Zwei­fel­los trug der strah­len­de Son­nen­tag zum gu­ten Ge­lin­gen des Fest­ta­ges bei.

Fo­tos: Wer­ner Glog­ger

Ver­ständ­lich, dass die Su­per­kuh „Lie­be“ih­rem Be­sit­zer aus der Hand frisst. Links der Ka­me­ra­mann vom Baye­ri­schen Rund funk.

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