Jen­seits des Ex­tre­men

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat - VON PE­TER BAU­ER re­dak­ti­on@mit­tel­schwa­ebi­sche nach­rich­ten.de

Ex­trem­rad­ler: Der Zie­mets­hau­ser Rai­mund Kraus wird häu­fig so be­zeich­net. Und die Stre­cken und Hö­hen­me­ter, die er mit dem Rad zu­rück­legt, sind weiß Gott be­acht­lich. Und doch um­schreibt der Be­griff „ex­trem“das, was Kraus sucht, nur un­zu­rei­chend. Es ist nicht ei­ne Höchst­leis­tung um der Höchst­leis­tung wil­len, Kraus sucht kei­nen Re­kord, er ver­sucht nicht, Zah­len im­mer mehr in die Hö­he zu schrau­ben. Sei­ne Tou­ren sind viel­mehr ei­ne Form des Bei­sich-selbst-seins, ei­ne Art der in­ne­ren Ein­kehr. Das ge­flü­gel­te Wort „Ich bin dann mal weg“lebt Kraus auf ei­ne stil­le, un­auf­ge­reg­te und glei­cher­ma­ßen be­ein­dru­cken­de Wei­se. In hek­tik­ge­trie­be­nen Zei­ten sind ste­ti­ge, be­harr­li­che Leis­tun­gen mit­un­ter sel­ten ge­wor­den. Mit schnel­lem Ef­fekt wird oft al­les über­strahlt, zugleich ist da oft das Ge­fühl der „hei­ßen Luft“. Kraus lebt ei­nen an­de­ren Ent­wurf. Je­der Tag der Rad­tour ist für ihn ge­wis­ser­ma­ßen ei­ne kon­zen­trier­te Selbst­fin­dung und Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on im All­tag frem­der Län­der. In die­se frem­den Län­der taucht Kraus auf sei­ne un­ver­wech­sel­ba­re Wei­se ein. Auf der Russ­land­tour hat ihn auch so man­ches hei­mi­sche Vor­ur­teil be­glei­tet. Kraus be­rich­te­te nun von sei­nen Be­geg­nun­gen – mit sehr freund­li­chen Men­schen.

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