Der Schloss­platz wird zur Opern­büh­ne

Ost­eu­ro­päi­sches En­sem­ble tourt mit Na­buc­co durch Deutsch­land. Bald singt der Ge­fan­ge­nen­chor in Günz­burg

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - 08221/3663 20

Günz­burg Auf ei­ner CD-Zu­sam­men­stel­lung der be­rühm­tes­ten Opern­chö­re ist der Ge­fan­ge­nen­chor aus Gui­sep­pe Ver­dis Na­buc­co ge­setzt. „Den Chor kennt je­der, den In­halt der Oper nicht“, sagt Kon­zert­ver­mark­te­rin Daniela Woos­mann. Das könn­te sich bald än­dern: Am letz­ten Au­gust-Wo­che­n­en­de (Sams­tag, 26. Au­gust) wird die Oper in vier Ak­ten un­ter frei­em Him­mel auf dem Schloss­platz auf­ge­führt – als Teil des Günz­bur­ger Kul­tur­som­mers. Oper an die­sem Ort – das gab es das letz­te Mal in Günz­burg vor ziem­lich ge­nau zehn Jah­ren mit Diana Damrau.

Wäh­rend die Sän­ge­rin als Welt­star ge­fei­ert wird, be­rei­tet sich jetzt ein in der Re­gi­on un­be­kann­tes En­sem­ble, die Fest­spie­l­oper Prag, auf ih­ren Auf­tritt in Günz­burg vor. Re­gie führt Old­rich Kriz. Der Ba­ri­ton spielt gleich­zei­tig auch die Rol­le des Ho­he­pries­ters. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung über­nimmt Richard Hein, der nach An­ga­ben des Ver­an­stal­tungs­bü­ros vor zehn Jah­ren den Kul­tur­preis der Stadt Augs­burg er­hal­ten hat.

Groß­ar­tig vor­be­rei­ten müs­sen sich die So­lo- und Chor­sän­ger, das Orches­ter und die Ton- und Licht­tech­ni­ker ei­gent­lich nicht mehr, denn es ist ei­ne ein­ge­spiel­te Trup­pe, die da kom­men wird. Am En­de die­ser Som­mer­sai­son ha­ben sie ei­ne der größ­ten Opern der Mu­sik­ge­schich­te, de­ren Hand­lung fast 600 Jahre vor Chris­tus liegt und sich aus Le­gen­den des Herr­schers Ne­bu­kad­ne­zar II. speist. Es geht um die Ero­be­rung Je­ru­sa­lems und die Weg­füh­rung des jü­di­schen Vol­kes in die ba­by­lo­ni­sche Ge­fan­gen­schaft.

Den Or­ga­ni­sa­to­ren des Open Air geht es an je­nem 26. Au­gust vor al­lem dar­um, dass die Ab­läu­fe pas­sen. Auf­ge­baut wird am Tag der Auf­füh­rung ab 8 Uhr. Drei je­weils 17 Me­ter lan­ge Sat­tel­zü­ge brin­gen Büh­nen­bild und -tech­nik, Ab­sperr­zäu­ne, Stüh­le und wei­te­re De­ko­ra­ti­on mit. Um 20 Uhr be­ginnt Na­buc­co auf dem Schloss­platz. Ei­ne St­un­de zu­vor ist Ein­lass. Ti­ckets gibt es in drei Ka­te­go­ri­en. Sie kos­ten zwi­schen 44 und 59 Eu­ro. In­ner­halb der je­wei­li­gen Blö­cke ist freie Sitz­wahl.

Zwei St­un­den be­vor die ers­te No­te er­tönt, tref­fen Sän­ger und Orches­ter ein. Dass ei­ne der be­rühm­tes­ten Opern Ver­dis (1813-1901) ei­ne gu­te Wo­che zu­vor (18. Au­gust) im gut 30 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Ul­mer Stadt­teil Wi­b­lin­gen – dort von ei­nem ita­lie­ni­schen En­sem­ble – auf­ge­führt wird, wuss­ten die Kul­tur­or­ga­ni­sa­to­ren der Stadt Günz­burg lan­ge nicht. Und es ma­che auch nichts, sagt die Spre­che­rin der Stadt, Sa­b­ri­na Schmidt: Da gibt es kei­ne Be­rüh­rungs­punk­te.“

Wer des Ita­lie­ni­schen mäch­tig ist, hat am 26. Au­gust Vor­tei­le. Denn das mo­nu­men­ta­le Werk, das auf ei­ne elf auf acht Me­ter gro­ße Spiel­büh­ne ge­bracht wird, wird in ita­lie­ni­scher Spra­che vor­ge­tra­gen. Un­ter­ti­tel auf ei­ner Lein­wand sucht man ver­ge­bens. Da­für aber wer­den Re­gen­capes feil­ge­bo­ten, falls das Wet­ter nicht mit­spie­len soll­te. Bis­lang sind nach An­ga­ben der Stadt Günz­burg 360 Ti­ckets ver­kauft. Die Ver­an­stal­ter hof­fen auf rund 900 Gäs­te. (ioa)

Ti­cket Hot­li­ne

Fo­to: Hüls­käm­per

Im 3. Akt (ins­ge­samt vier) tritt der Ge fan­ge­nen­chor in Ak­ti­on.

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