Ein Staats­akt auf der al­ten B10

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat -

VON CHRIS­TI­AN KIRSTGES re­dak­ti­on@mit­tel­schwa­ebi­sche nach­rich­ten.de

Hat es im Land­kreis ei­ne Ver­schie­bung ge­ge­ben, von der nie­mand er­fah­ren hat? Ge­hört al­les, was grob vom neu­en Krei­sel bei Lim­bach ge­se­hen in Rich­tung Günzburg liegt, nicht mehr zur Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und nicht mehr zum Frei­staat? Ha­ben et­wa die Reichs­bür­ger das Ge­biet an­nek­tiert? Wer kürz­lich bei der Ver­kehrs­frei­ga­be der al­ten B 10 war, kam ins Gr­ü­beln. Was könn­te es da­mit auf sich ha­ben, dass links der Stra­ße (in Rich­tung Bur­gau) ein Schild mit Bun­des­ad­ler und der Auf­schrift „Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land“und rechts ei­nes mit „Frei­staat Bay­ern“und Wap­pen mon­tiert war, ver­bun­den durch ein weiß-blau­es Band?

Die Lö­sung: Bund und Frei­staat ha­ben sich die Bau­kos­ten ge­teilt, das soll­te mit den Schil­dern sym­bo­li­siert wer­den. Für ei­nen sol­chen Staats­akt wer­den eben kei­ne Kos­ten und Mü­hen ge­scheut.

Das war auch an der Zahl der Teil­neh­mer ab­zu­le­sen: zwölf. Gut, ver­gli­chen mit der Frei­ga­be der A 8 war das nichts, aber für ein kur­zes Stück Stra­ße schon viel. Drei Ab­ge­ord­ne­te, fünf Bür­ger­meis­ter (ob Ers­ter oder Zwei­ter oder Drit­ter ist hier mal egal) und Mit­ar­bei­ter vom Staat­li­chen Bau­amt so­wie der Bau­fir­ma wa­ren da­bei. Be­acht­lich. Bloß Häpp­chen und Sekt ha­ben ge­fehlt. Ei­ner der­je­ni­gen, die sehr ge­übt dar­in sind, ein weiß-blau­es Band fest­zu­hal­ten, mein­te spä­ter: „Was das für ein volks­wirt­schaft­li­cher Scha­den ist!“Recht hat er.

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