Die Angst vor ei­nem Krieg wächst

US-Prä­si­dent Trump droht Nord­ko­rea mit „Feu­er und Wut“. Die post­wen­den­de Ant­wort aus Pjöng­jang ist eben­so dras­tisch

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite -

Seo­ul/Wa­shing­ton/Pe­king US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat den Kon­flikt mit Nord­ko­rea durch sei­ne Dro­hung wei­ter an­ge­facht. „Nord­ko­rea soll­te bes­ser kei­ne wei­te­ren Dro­hun­gen ge­gen die USA ma­chen. Ih­nen wird mit Feu­er und Wut be­geg­net wer­den, wie es die Welt nie­mals zu­vor ge­se­hen hat“, sag­te er wört­lich. Nur St­un­den nach sei­ner bei­spiel­lo­sen War­nung an Macht­ha­ber Kim Jong Un droh­te Nord­ko­reas Mi­li­tär mit ei­nem Ra­ke­ten­an­griff auf die US-Pa­zi­fik­in­sel Guam. Dort be­fin­det sich ei­ne gro­ße Luft­waf­fen­ba­sis. Die Kriegs­rhe­to­rik weckt Ängs­te vor ei­ner un­kal­ku­lier­ba­ren Es­ka­la­ti­on, die ei­nen ge­walt­sa­men Kon­flikt mit hun­dert­tau­sen­den To­ten aus­lö­sen könn­te. Die USA soll­ten ih­re „rück­sichts­lo­sen mi­li­tä­ri­schen Pro­vo­ka­tio­nen“un­ter­las­sen, so­dass man nicht „ge­zwun­gen“sei, ei­ne „mi­li­tä­ri­sche Ent­schei­dung“zu tref­fen, sag­te ein nord­ko­rea­ni­scher Mi­li­tär­spre­cher. Be­ob­ach­tern in der süd­ko­rea­ni­schen Haupt­stadt Seo­ul fiel auf, dass die Dro­hung Nord­ko­reas mit ei­nem An­griff auf die Pa­zi­fik­in­sel Guam, ge­mes­sen an der üb­li­chen wil­den Kriegs­pro­pa­gan­da, fast dif­fe­ren­ziert wirk­te. Die In­sel gilt Pjöng­jang als po­ten­zi­el­ler „Aus­gangs­punkt für ei­ne In­va­si­on in Nord­ko­rea“.Un­s­trit­tig ist je­doch, dass der Schlag­ab­tausch ei­nen vor­läu­fi­gen Hö­he­punkt der Kri­se mar­kiert, die durch Nord­ko­reas Tests mit In­ter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten es­ka­lier­te.

Die Sor­ge über Pjöng­jangs Fort­schrit­te mit Nu­kle­ar­spreng­köp­fen wächst. Die USA und Ja­pan ge­hen da­von aus, dass Nord­ko­rea in­zwi­schen in der La­ge ist, Ra­ke­ten mit Mi­nia­tur-Atom­spreng­köp­fen zu be­stü­cken – auch In­ter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten, die die USA er­rei­chen könn­ten. Ex­per­ten zwei­feln je­doch, dass Dik­ta­tor Kim be­reits jetzt tat­säch­lich da­zu in der La­ge ist.

Kritik an Trumps Rund­um­schlag ha­gel­te es auch in den USA. Der au­ßen­po­li­tisch pro­fi­lier­te re­pu­bli­ka­ni­sche Se­na­tor John McCain mahn­te Trump zur Zu­rück­hal­tung. „Die gro­ßen Füh­rer, die ich ken­ne, spre­chen kei­ne Dro­hun­gen aus, so­lan­ge sie nicht be­reit zum Han­deln sind“, sag­te er ei­nem US-Ra­dio­sen­der und füg­te hin­zu: „Und ich bin nicht si­cher, dass Prä­si­dent Trump be­reit zum Han­deln ist.“

His­to­ri­ker wie­sen dar­auf hin, dass der Prä­si­dent Ge­fahr lau­fe, sich auf das Ni­veau des nord­ko­rea­ni­schen Macht­ha­bers zu be­ge­ben. Un­klar blieb al­ler­dings – wie so oft –, ob Trump spon­tan ge­re­det hat oder sei­ne For­mu­lie­rung über­legt war.

Die täg­lich wach­sen­de Es­ka­la­ti­on wird von Chi­na mit gro­ßer Sor­ge ver­folgt. Trump sol­le auf Kim Jong Un zu­ge­hen und die Si­cher­heits­in­ter­es­sen Nord­ko­reas be­rück­sich­ti­gen, for­dert Pe­king. (dpa, ska)

Im Fo­kus steht nun ei­ne klei­ne In­sel

»Leit­ar­ti­kel Win­fried Züf­le er­klärt, was die Dro­hun­gen Trumps be­deu­ten. »Po­li­tik In ei­nem Hin­ter­grund er­fah­ren Sie, was über das Atom­pro­gramm Nord­ko­reas be­kannt ist.

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