Pools in klei­ne Gär­ten bau­en

Nach dem hei­ßen Som­mer­auf­takt denkt man­cher Haus­be­sit­zer: Passt ein klei­ner Pool in mei­nen Gar­ten? Und was kos­tet das?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Magazin - VON TOM NEBE

Nur zwölf Me­ter lang und zehn Me­ter breit ist der Gar­ten hin­ter dem Haus. Das Klein­od soll schön grün sein, Bee­te und Bäu­me ha­ben, aber auch Platz zum Gril­len und Re­la­xen bie­ten. Scha­de nur, dass dann für ei­nen Pool kein Platz mehr zu blei­ben scheint. Stimmt nicht. Zu klei­ne Grund­stü­cke für ein Be­cken gibt es nicht, fin­det Daniela To­man, Land­schafts­pla­ne­rin und Fach­buch­au­to­rin. Haus­be­sit­zer, die eher Well­ness wol­len, kön­nen be­reits mit Whirl­pool oder Tauch­be­cken zu­frie­den sein. „Für rei­ne Ent­span­nung kann das schon ge­nü­gen“, sagt To­man.

Aber auch das Schwim­men am Mor­gen ist drin. Hans-Ge­org Bie­se­mann, Vi­ze-Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Schwimm­bad & Well­ness , emp­fiehlt ein Be­cken mit ei­ner Min­dest­brei­te von 2,50 Me­tern. Und die Län­ge? Schwim­mer wol­len ja ein paar Zü­ge ma­chen, be­vor sie wie­der am Be­cken­rand sind. Da be­währt sich ge­ra­de in klei­nen Gär­ten ei­ne Ge­gen­strom­an­la­ge, er­klärt der Ex­per­te. Bei der Län­ge und Brei­te kann die Poolgrö­ße re­du­ziert wer­den, doch bei der Tie­fe des Be­ckens soll­te es kei­ne Kom­pro­mis­se ge­ben. Zu 1,50 Me­ter bis zum Grund rät Bie­se­mann.

Der Pool rückt in ei­ner be­grenz­ten Grund­stücks­flä­che be­son­ders in den Mit­tel­punkt, muss sich da­bei aber in den Ge­samt­ein­druck des um­lie­gen­den Gar­tens ein­fü­gen. So las­sen sich im Pool na­tür­li­che Ele­men­te in­te­grie­ren. Ne­ben dem Schwimm­be­cken kann ein zwei­tes Be­cken mit Be­pflan­zung an­ge­legt wer­den. „Un­ter Was­ser sind sie durch ei­ne Mau­er ge­trennt“, sagt Wen­de­lin Jeh­le, Prä­si­dent der Deut­schen Ge­sell­schaft für na­tur­na­he Ba­de­ge­wäs­ser in Mün­chen. Das fällt aber we­nig auf, da et­was Was­ser über der Mau­er liegt. Die­se Va­ri­an­te ist nur mit Na­tur­pools rea­li­sier­bar, da de­ren Was­ser nicht mit Chlor, son­dern von Mi­kro­or­ga­nis­men ge­fil­tert wird. Chlor scha­det Pflan­zen.

Bei ei­nem Schwimm­teich über­neh­men aus­schließ­lich Schwimm­pflan­zen wie die See­ro­se und Un­ter­was­ser­pflan­zen wie das Krau­se Laich­kraut die Rei­ni­gung. Ihr Be­reich wird Re­ge­ne­ra­ti­ons­zo­ne ge­nannt. Die­se muss aus­rei­chend groß sein, um die Was­ser­rei­ni­gung ge­währ­leis­ten zu kön­nen. Grund­sätz­lich sei­en sol­che Schwimm­tei­che auch in klei­nen Gär­ten rea­li­sier­bar, sagt To­man. „Mit­un­ter muss die klei­ne­re Re­ge­ne­ra­ti­ons­zo­ne mit mehr Tech­nik-Auf­wand auf­ge­fan­gen wer­den.“Pool­be­sit­zer müs­sen auch be­den­ken: Bei Na­tur­pools und Schwimm­tei­chen ent­steht am Be­cken ein Bio-Film, der re­gel­mä­ßig ab­ge­putzt wer­den muss. Die­sen Job kann zwar ein Pool-Ro­bo­ter über­neh­men. Den­noch ist so viel Na­tur nichts für Je­der­mann. „Wer ab­so­lut sau­be­res Was­ser oh­ne Bio-Film will, soll­te ei­nen Chlor-Pool bau­en“, be­tont Jeh­le.

Rohr­kol­ben, Bin­sen, Chi­naschilf und an­de­re Ge­wäch­se als Umpflan­zung ge­ben auch ei­nem Chlor-Pool ei­nen ge­wis­sen Teich-Cha­rak­ter. Die Be­cken­far­be hilft au­ßer­dem: Dunk­le Töne las­sen das Was­ser auf­grund der Licht­bre­chung eher tür­kis wir­ken, er­klärt Bie­se­mann. „Das hat dann et­was Berg­see-Cha­rak­ter.“Da­ge­gen gibt ein hell­grau­es Be­cken dem Was­ser ei­nen mint­blau­en Ton, der eher me­di­ter­ran wirkt. Hanf­pal­men und Oli­ven­bäu­me be­to­nen das Mit­tel­meer-Flair. Bei be­grenz­tem Platz­an­ge­bot kann die Fil­ter­an­la­ge in die Ga­ra­ge oder un­ter das Holz­ver­deck der Ter­ras­se kom­men.

Auch ein paar tech­ni­sche Spie­le­rei­en bie­ten am Pool ei­nen Mehr­wert: Es gibt ab­senk­ba­re Ab­de­ckun­gen, die im ge­öff­ne­ten Zu­stand ein Dach und im ge­schlos­se­nen Zu­stand ei­ne Ru­he­zo­ne zum Sit­zen und Ver­wei­len bil­den.

Letz­te­res schafft auch ei­ne roll­ba­re Pool­de­cke, die sich zum Bei­spiel zwi­schen Pool und Beet hin- und her­schie­ben lässt. Aber die kom­pak­te­re Grö­ße des Pools kann über ei­nen wich­ti­gen Punkt nicht hin­weg­täu­schen: In­di­vi­du­el­le Pla­nung und ei­ne aus­ge­klü­gel­te In­te­gra­ti­on in den klei­nen Gar­ten kön­nen sol­che Ba­de­pa­ra­die­se teu­er ma­chen. Ein Be­cken­kör­per mit elek­tri­scher Ab­de­ckung und wei­te­ren Ele­men­ten kön­ne durch­aus 30 000 Eu­ro kos­ten, sagt Bie­se­mann. Ei­nen fer­ti­gen Bau­satz, der in Ei­gen­leis­tung zu­sam­men­ge­baut wird, gibt es schon für 5000 Eu­ro. (dpa)

Foto: BLV Buch­ver­lag, Daniela To­man; dpa

Pool vor dem Haus: Ne­ben dem Schwimm­be­cken lässt sich ein zwei­tes Be­cken mit Be­pflan­zung an­le­gen.

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