Auf dem Weg der Ent­span­nung

La­ge im Krum­ba­cher Nor­den nor­ma­li­siert sich all­mäh­lich. Bür­ger­meis­ter sieht die wei­te­re Ent­wick­lung ge­las­sen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat - VON MONIKA LEOPOLD MIL­LER Foto: Monika Leopold Mil­ler re­dak­ti­on@mit­tel­schwa­ebi­sche nach­rich­ten.de

Krumbach Schran­ke lan­det auf Klein-Lkw – dies deu­tet an, dass es am Bahn­über­gang beim Kreis­ver­kehr im Nord­wes­ten von Krumbach (Höll­ge­hau) in der ver­gan­ge­nen Wo­che tur­bu­lent und teils auch ge­fähr­lich zu­ging. Grund war der An­drang im Zu­sam­men­hang mit der Er­öff­nung des neu­en Fach­markt­zen­trums mit den Märk­ten Toom, Net­to und dm und die da­mit ver­bun­de­ne Ver­kehrs­si­tua­ti­on. Glück­li­cher­wei­se sei es zu kei­nen grö­ße­ren Un­fäl­len ge­kom­men, wie von der Po­li­zei zu er­fah­ren war. Zwi­schen­zeit­lich hat sich die La­ge vor Ort wie­der be­ru­higt. Auch Krum­bachs Bür­ger­meis­ter Hu­bert Fischer ist im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung op­ti­mis­tisch: „Das pen­delt sich ein.“

Zu­letzt aber wa­ren pha­sen­wei­se die Park­plät­ze nicht aus­rei­chend, zeit­wei­se war die Durch­fahrt zu den Märk­ten nicht mög­lich, oft­mals ging es im Be­geg­nungs­ver­kehr nur um Zen­ti­me­ter – da­von be­rich­ten meh­re­re Be­trof­fe­ne un­se­rer Zei­tung. Und so man­cher Au­to­fah­rer ha­be da­bei sei­nen Ag­gres­sio­nen mit Wor­ten frei­en Lauf ge­las­sen, war auch zu hö­ren.

Vor dem Bahn­über­gang ab­ge­bremst

Im Fall des Klein-Lkw woll­te der Fah­rer in der Micha­el-Faist-Stra­ße nach rechts zum Kreis­ver­kehr ab­bie­gen. Da­bei ha­be er laut Po­li­zei das Rot­licht zu spät be­merkt. Sein Fahr­zeug kam auf den Schie­nen zum Ste­hen und die Schran­ke lan­de­te auf dem Fahr­zeug. Der Lok­füh­rer der her­an­na­hen­den Bahn ha­be die Si­tua­ti­on recht­zei­tig er­kannt und noch vor dem Bahn­über­gang ab­ge­bremst.

Spe­zi­ell der Bahn­über­gang wur­de von der Po­li­zei als Ge­fah­ren­po­ten­zi­al ge­se­hen, sag­te Claus Sche­del von der Krum­ba­cher Po­li­zei­in­spek­ti­on. Des­halb war auch die Po­li­zei in den Stoß­zei­ten am Mit­tag und am spä­ten Nach­mit­tag vor Ort, um vor al­lem dar­auf zu ach­ten, dass kein Fahr­zeug auf den Schie­nen steht, wenn die Bahn kommt. Da­zu wa­ren bei der Po­li­zei zu­sätz­li­che Kräf­te im Ein­satz. Wie Sche­del sag­te, ha­be man im Vor­feld die Bahn ge­be­ten, wäh­rend der Er­öff­nungs­wo­che im Be­reich des Bahn­über­gangs das Tem­po zu ver­lang­sa­men und auf Sicht zu fah­ren. Dies sei je­doch von der Bahn ab­ge­lehnt wor­den.

Dass es in der Er­öff­nungs­wo­che tur­bu­lent wer­den wür­de, war nach Mei­nung von Jörg Drechs­ler, Lei­ter des Krum­ba­cher Ord­nungs­amt, vor­aus­zu­se­hen. Es sei ver­ständ­lich, dass die Kun­den die Er­öff­nungs­an­ge­bo­te mit­neh­men woll­ten. Die Stadt ha­be sich im Vor­feld mit Toom und der Po­li­zei ab­ge­stimmt. Am Bahn­über­gang wur­den neue Schil­der an­ge­bracht mit der Auf­schrift: „Bei Rück­stau Bahn­über­gang frei­hal­ten“.

Drechs­ler meint, dass sich die Ver­kehr­si­tua­ti­on wie­der ein­spielt und es lau­fen wird wie vor­her. Mehr Ver­kehr wird es vor­aus­sicht­lich wie bis­her frei­tags und sams­tags ge­ben, wenn sich bei­spiels­wei­se die Heim­wer­ker mit Bau­ma­te­ria­len ein­de­cken.

Auch Bür­ger­meis­ter Hu­bert Fischer ist zu­ver­sicht­lich, dass sich die Si­tua­ti­on wei­ter ein­spie­len wird. Ge­ne­rell wünscht er sich, dass al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer mehr Rück­sicht auf­ein­an­der neh­men.

Ver­lie­ren kön­nen ist nicht je­der­manns Sa­che. Manch Er­wach­se­ner hat im ge­stan­de­nen Al­ter im­mer noch nicht ge­lernt, dass es bei Ge­sell­schafts­spie­len vor al­lem um Spaß geht. Wie schwer ist es dann erst für Kin­der, zu ak­zep­tie­ren, dass sie nicht im­mer nur ge­win­nen kön­nen. Die sie­ben­jäh­ri­ge Toch­ter hat sich noch nie ger­ne auf der Ver­lie­rer­stra­ße ge­se­hen. Seit sie Mensch-är­ger-Dich-nicht be­grif­fen hat, är­gert sie sich re­gel­mä­ßig so rich­tig. Wenn ih­re ro­ten oder blau­en Männ­chen nicht als ers­te im Ziel ste­hen, flie­ßen seit je­her Trä­nen oder noch bes­ser – es wird gleich das Brett samt Wür­feln und Fi­gür­chen durch die Ge­gend ge­schmis­sen. Sie da­mit be­ru­hi­gen zu wol­len, dass es doch nur ein Spiel sei, fruch­tet über­haupt nicht.

Sel­bes Bild beim Rom­mé-Spiel. Wenn nicht min­des­tens zwei Jo­ker auf der Hand sind oder der Pa­pa wie­der mal ein bes­se­res Blatt hat, flie­gen die Kar­ten und es wird ge­jam­mert: „Ich ge­win­ne nie.“

Halt! Es gibt ein Spiel, da kann nie­mand der Toch­ter das Was­ser rei­chen. Beim Me­mo­ry-Spiel ist sie ein­sa­me Spit­ze. Da muss­te die Ma­ma kürz­lich ehr­lich ein­ge­ste­hen, dass sie sich so vie­le Kar­ten ein­fach nicht mer­ken kann. Die Sie­ben­jäh­ri­ge freu­te sich nach dem ers­ten haus­hoch ge­won­ne­nen Spiel die­bisch. Doch beim zwei­ten kam fa­ta­ler­wei­se die Wen­de. Die Ma­ma hat­te ei­nen (kur­zen) Lauf, deck­te Pär­chen um Pär­chen auf – ver­mut­lich nur, weil die Kar­ten schlecht ge­mischt wa­ren und ne­ben­ein­an­der­la­gen. Trotz­dem war die Toch­ter em­pört und kurz vor ei­nem Wut­an­fall: „Das ist ge­mein. Du hast selbst ge­sagt, Du kannst nicht Me­mo­ry spie­len. Das ist to­tal un­fair!“Wie war das noch, das Glück ist mit den Dum­men? In der Fol­ge ver­lor die Ma­ma dann doch. Sie weiß halt, was sich ge­hört. Oder ist ein­fach zu schlau...

Tur­bu­lent ging es in der ver­gan­ge­nen Wo­che am Bahn­über­gang beim Kreis­ver­kehr im Nord Wes­ten (Höll­ge­hau) von Krumbach zu. Die Er­öff­nung des neu­en Fach­markt­zen trums sorg­te für sehr viel Ver­kehr. Hei­kel wa­ren da­bei man­che Si­tua­tio­nen am Bahn­über­gang.

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