Top­mo­dern und zu­kunfts­wei­send

Ers­ter Bau­ab­schnitt des Be­rufs­bil­dungs und Tech­no­lo­gie­zen­trums ist in Be­trieb

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik Extra - VON MO­NI­KA TREUTLER WAL­LE

Wenn bei der Hand­werks­kam­mer für Schwa­ben (HWK) von den „ver­ei­nig­ten Hüt­ten­wer­ken“die Re­de war, dann mein­ten die In­si­der aus dem schwä­bi­schen Hand­werk das Be­rufs­bil­dungs- und Tech­no­lo­gie­zen­trum – kurz BTZ – der Kam­mer in Augs­burg. Über vie­le Jah­re wur­den die meist ein­ge­schos­si­gen Ge­bäu­de an- und aus­ge­baut. Jetzt sind et­wa die Hälf­te die­ser „Hüt­ten“für ei­nen ers­ten Bau­ab­schnitt ge­wi­chen und ein mo­der­ner zwei­ge­schos­si­ger Neu­bau mit cir­ca 3700 Qua­drat­me­tern Nutz­flä­che prä­sen­tiert sich auf dem HWK-ei­ge­nen Ge­län­de in Augs­burg. Der zwei­te Bau­ab­schnitt mit wei­te­ren 3400 Qua­drat­me­tern soll bis 2020 fer­tig­ge­stellt sein. In­klu­si­ve der hoch­wer­ti­gen, ma­schi­nel­len Aus­stat­tung wer­den Ge­samt­kos­ten von 46,5 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sam­men­kom­men, von de­nen rund zwei Drit­tel för­der­fä­hig sind. Et­wa 18 Mil­lio­nen Eu­ro fi­nan­ziert die Hand­werks­kam­mer aus ih­rem Bud­get. „Für das schwä­bi­sche Hand­werk ist dies die größ­te In­ves­ti­ti­on in sei­ner Ge­schich­te und wir sind froh und glei­cher­ma­ßen stolz, den Nach­wuchs­kräf­ten im Hand­werk top­mo­der­ne und zu­kunfts­wei­sen­de Schu­lungs­mög­lich­kei­ten an­bie­ten zu kön­nen“, freut sich Hans-Pe­ter Rauch, Prä­si­dent der HWK Schwa­ben.

Pro­fes­sio­nel­le Aus­stat­tung

Ins­ge­samt zehn Werk­stät­ten und Übungs­ein­hei­ten mit in­te­grier­ten Theo­rie­schu­lungs­plät­zen sind in dem ers­ten Ge­bäu­de­teil un­ter­ge­bracht. In der Mal­tech­nik wur­den ne­ben den Lehr­sä­len noch zu­sätz­lich Spritz- und Tro­cken­ka­bi­nen für die an­ge­hen­den Ma­ler und La­ckie­rer ein­ge­rich­tet. „Un­ser An­ge­bot ist tech­nisch auf dem mo­derns­ten Stand“, sagt Wa­gner. „Denn die Un­ter­neh­men, die uns ih­re Azu­bis zur über­be­trieb­li­chen Un­ter­wei­sung (ÜLU) schi­cken, ver­fü­gen selbst über top­ak­tu­el­le An­la­gen. Auf die­sem Ni­veau müs­sen auch wir ar­bei­ten.“

Hoch­mo­der­ne CNC Be­ar­bei­tungs­zen­tren

Glei­ches gilt für die Me­tall­tech­nik. Hier wer­den Nach­wuchs­kräf­te für meh­re­re Hand­werks­be­ru­fe und Fach­rich­tun­gen ge­schult. Star ist die CNC-Werk­statt mit Pro­gram­mier­ar­beits­plät­zen für Fein­werk- und Zer­spa­nungs­tech­nik. Dort ste­hen na­gel­neue Be­ar­bei­tungs­zen­tren. Al­lein die 5-Ach­sen-Si­mult­an­be­ar­bei­tungs­ma­schi­ne hat rund 500 000 Eu­ro ge­kos­tet. Auf die­sem Ge­rät ist Feinst­be­ar­bei­tung und Fi­li­gran­tech­nik von sehr har­ten Werk­stof­fen mög­lich. Ge­steu­ert wer­den sol­che Ma­schi­nen di­gi­tal. Die Fach­kräf­te – Ge­sel­len wie Meister – müs­sen in der La­ge sein sol­che Ar­beits­pro­zes­se zu pro­gram­mie­ren. Da­her be­fin­det sich di­rekt ne­ben dem CNC-Ma­schi­nen­raum der da­zu­ge­hö­ri­ge Pro­gram­mier­lehr­saal mit zwölf Bild­schirm­ar­beits­plät­zen. Je­der ist mit ei­nem ei­ge­nen Rech­ner aus­ge­stat­tet und steht in di­rek­ter Ver­bin­dung zum un­ter­rich­ten­den Lehr­meis­ter. Über in­ter­ak­ti­ve Me­dien­tech­nik und ei­nen Vi­sua­li­zer sind die Lehr­in­hal­te op­ti­mal zu ver­mit­teln. Auf dem neu­es­ten Stand ist auch die Übungs­ein­heit für den Be­reich der Steue­rungs­tech­nik, in der die Be­ru­fe Fein­werk- und Zer­spa­nungs­me­cha­ni­ker wie auch Land­und Bau­ma­schi­nen­me­cha­tro­ni­ker aus­ge­bil­det wer­den. Glei­ches gilt für die Schweiß­werk­stät­ten im Erd­ge­schoss, in de­nen al­le gän­gi­gen Ar­beits­tech­ni­ken vom MIG-, MAG- und WIG-Schwei­ßen bis hin zum Elek­tro­den- und Gas­schwei­ßen aus­ge­bil­det wer­den kön­nen. Auch hier sind Theo­rie­lehr­sä­le kom­pakt den Übungs­ein­hei­ten zu­ge­ord­net.

„Wie Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Her­zen“

Die größ­te Her­aus­for­de­rung bei der ge­sam­ten Bau­maß­nah­me war und ist, dass der lau­fen­de Lehr- und Un­ter­richts­be­trieb ge­währ­leis­tet sein muss­te. „Es war wie ei­ne Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Her­zen – der Kör­per muss­te funk­tio­nie­ren und den­noch wur­den mas­si­ve Ein­grif­fe vor­ge­nom­men“, be­schreibt Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ul­rich Wa­gner die­se Her­ku­les­auf­ga­be für die Hand­werks­kam­mer. Jetzt ist der zwei­te Bau­ab­schnitt ge­star­tet, der bis in drei Jah­ren fer­tig sein soll wei­ter.

„Ei­ne hoch­klas­si­ge ge­werb­li­che Bil­dung ist die Ba­sis für die Leis­tungs­fä­hig­keit der schwä­bi­schen Hand­werks­un­ter­neh­men.“Hans Pe­ter Rauch, Prä­si­dent der HWK Schwa­ben „Mit un­se­rem ge­werb­li­chen Bil­dungs­zen­trum ha­ben wir ei­nen Maß­stab ge­setzt. Es ist tech­nisch und funk­tio­nell auf der Hö­he der Zeit.“Ul­rich Wa­gner, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK Schwa­ben

Fo­tos: HWK Schwa­ben

Hat bun­des­weit Vor­bild­cha­rak­ter – das neue Be­rufs­bil­dungs und Tech­no­lo­gie­zen­trum (BTZ) der Hand­werks­kam­mer für Schwa­ben.

Pro­gram­mier­lehr­saal ne­ben dem CNC Ma­schi­nen­raum.

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