Prag liegt jetzt gleich um die Ecke

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - Sachen - VonVon Pia Luc­che­si

hoi! Und gu­te Fahrt! Die Au­to­bahn von Dresden nach Prag kann seit ges­tern Abend durch­gän­gig be­fah­ren wer­den. Die Fahr­zeit von Elb­flo­renz in die Me­tro­po­le an der Mol­dau be­trägt künf­tig nur noch rund ei­ne St­un­de.

Mehr als 25 Jah­re nach Bau­be­ginn fei­er­ten ges­tern Vor­mit­tag vie­le hun­dert Men­schen im Tun­nel Ra­de­jcin die Er­öff­nung des letz­ten Teil­stü­ckes der D 8. Der Fest­akt auf der Au­to­bahn glich ei­nem hal­ben Staats­akt. Tsche­chi­ens Prä­si­dent Mi­los Ze­man, sein Ver­kehrs­mi­nis­ter Dan Tok, Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Sta­nislaw Til­lich (CDU) so­wie Ver­kehrs­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig (SPD) wa- ren­ren an­ge­reist. Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) ließ sich von Til­lich ent­schul­di­gen. Sein Hub­schrau­ber konn­te we­gen Ne­bels nicht flie­gen ...

„Dies ist ein Lü­cken­schluss im eu­ro­päi­schen Au­to­bahn­netz. Dresden und Prag rü­cken nun noch en­ger zu­sam­men - so wie Sach­sen und Tsche­chi­en seit 1989 en­ger zu­sam­men­ge­rückt sind“, sag­te Til­lich. Er sieht nun Wirt­schafts­räu­me zu­sam­men­wach­sen. „Das in Sach­sen fast schon sprich­wört­li­che ‚Früh­stück in Prag‘ wird mit der Frei­ga­be nun end­lich Wirk­lich­keit“, sag­te Ver­kehrs­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig. Er hob die eu­ro­päi­sche Di­men­si­on der Ver­bin­dung her­vor: „Sü­d­eu­ro­pa kommt nun schnel­ler über die Au­to­bahn zu den Hä­fen im Nor­den und um­ge­kehrt.“

Ji­rí Ku­de­la, der Ge­ne­ral­kon­sul der Tsche­chi­schen Re­pu­blik in Dresden, freu­te sich. Sei­ne Di­enst­rei­sen wer­den künf­tig ent­spann­ter ver­lau­fen. Er ge­noss ein Pri­vi­leg: Als ei­ner der ers­ten durf­te er be­reits am Mit­tag nach Prag über das neue Teil­stück dü­sen. Ku­de­la: „Ich ho­le mei­ne Schwie­ger­mut­ter aus Prag ab. Wir fei­ern ge­mein­sam Weih­nach­ten in Dresden.“

Der zu­letzt fer­tig ge­wor­de­ne Ab­schnitt ist 12,5 Ki­lo­me­tern lang, be­sitzt zwei Tun­nel und fünf Brü­cken. Kos­ten: 375 Mil­lio­nen Eu­ro. Über zehn Jah­re wur­de dar­an ge­baut. Die Fer­tig­stel­lung hat­te sich ver­zö­gert, weil 2013 ein Erd­rutsch auf 500 Me­ter Län­ge die fer­ti­ge Fahr­bahn un­ter sich be­gra­ben hat­te.

Die Au­to­bahn von Dresden nach Prag ist ab so­fort durch­gän­gig be­fahr­bar. Nicht ver­ges­sen: In Tsche­chi­en sind die Au­to­bah­nen ge­büh­ren­pflich­tig. Al­so Vi­g­net­te kau­fen! Hun­der­te Schau­lus­ti­ge wa­ren ge­kom­men, um die Er­öff­nung des letz­ten Teil­stü­ckes der Au­to­bahn zu er­le­ben.

Zum Früh­stück nach Prag? Ab Dresden kann man die Stre­cke nun mit dem Au­to in gut ei­ner St­un­de schaf­fen.

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