So spa­ren Sie ba­res Geld

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - VORDERSEITE - Von Ant­je Ull­rich

Wenn es drau­ßen klir­rend d kalt ist, darf es drin­nen ru­hig mol­lig warm sein. Die Hei­zun­gen lau­fen auff Hoch­tou­ren. Die Rech­nung da­für kommt aber spä­tes­tens mit der Be­triebs­kos­ten­ab­rech­nung.g. Wie die Wer­te er­mit­telt wer­den, ob man trick­sen kann und wie Sie ganz le- gal Geld spa­ren kön­nen, ver­rät ISTA-Chef Tho­mass Zin­nö­cker (55).

Als Boss des Markt­füh­rers ISTA ist Tho­mas Zin­nö­cker Eu­ro­pas obers­ter „Was­se­r­und Hei­zungs-Ab­le­ser“

Herr Zin­nö­cker, was macht ISTA ei­gent­lich?

Tho­mas Zin­nö­cker: Es geht dar­um, Ver­brau­chern trans­pa­rent ih­re Ener­gie­ver­bräu­che von Wär­me und Was­ser dar­zu­stel­len. Wir er­stel­len al­so für den Ei­gen­tü­mer die Ener­gie­rech­nung und ver­tei­len die Kos­ten auf al­le Mie­ter im Haus. Das tun wir welt­weit in 12 Mil­lio­nen, in Deutsch­land für 4,5 Mil­lio­nen Woh­nun­gen. Wir ma­chen das in 24 Län­dern mit über 5 000 Mit­ar­bei­tern.

Wo se­hen Sie sich im Feld der Kon­kur­renz?

Wir sind mit dem, was wir tun, füh­rend in Deutsch­land und auch in­ter­na­tio­nal.

Was kos­tet das Ab­le­sen den Ver­brau­cher?

Sie zah­len für das, was wir leis­ten, et­wa zwi­schen 50 bis 100 Eu­ro im Jahr, al­so 5 bis 10 Cent pro m2 im Mo­nat. Der Mie­ter gibt al­so 5 bis 8 Pro­zent der Ener­gie­kos­ten fürs Mes­sen aus. Da­für wer­den seit Ein­füh­rung der in­di­vi­du­el­len Heiz­kos­ten­ab­rech­nung jähr­lich bis zu 20 Pro­zent Ener­gie ein­ge­spart.

Wie funk­tio­niert die Mes­sung?

Beim Heiz­kos­ten­ver­tei­ler gibt es vier Ge­ne­ra­tio­nen. Die äl­tes­te ist der Ver­duns­ter. Da­bei ist am Heiz­kör­per ein Röhr­chen mit Flüs­sig­keit an­ge­bracht. Ein­mal im Jahr muss ein Ab­le­ser den Stand der Flüs­sig­keit ab­le­sen. Das gibt es nur noch bei 10 Pro­zent des Mark­tes. Die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on war dann, al­les elek­tro­nisch zu ma­chen. Da­für brauch­te man aber im­mer noch Zu­tritt zur Woh­nung. Des­halb hat man die so ge­nann­te „walk-by Tech­no­lo­gie“ent­wi­ckelt. Hier­bei fun­ken die Ge­rä­te aus der Woh­nung her­aus. Al­ler­dings muss man im­mer noch je­man­den in das Trep­pen­haus schi­cken, um die Da­ten aus­zu­le­sen. Des­halb war die nächs­te Lö­sung der kom­plett fern­aus­le­sen­de Funk. Die Da­ten wer­den nun an ei­nen Ser­ver ge­funkt. In die Ge­bäu­de muss nie­mand mehr.

Wie vie­le Ge­rä­te ar­bei­ten in Sach­sen schon per Funk?

Wir er­he­ben nicht nach Bun­des­län­dern. Aber in Sach­sen wur­den in den 1990er-Jah­ren die Hei­zungs­sys­te­me, da­mals mehr­heit­lich mit Koh­le be­trie­ben, durch die Zen­tral­hei­zung ab­ge­löst. Die Mess­ge­rä­te ha­ben ei­ne Lauf­zeit von et­wa 10 Jah­ren. Heißt, wir sind hier im Schnitt in der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on.

Gibt es ei­nen Stich­tag, wann al­le Hei­zun­gen mit Funk aus­ge­stat­tet sein sol­len?

Nein. Aber ich schät­ze, dass wir bis 2030 ei­ne na­he­zu flä­chen­de­cken­de Funk­aus­stat­tung ha­ben wer­den, in Deutsch­land über 90 Pro­zent.

Kön­nen beim Ab­le­sen Fehler pas­sie­ren?

Fehler kön­nen im­mer pas­sie­ren. Durch das elek­tro­ni­sche Ab­le­se­ver­fah­ren ist das Gan­ze aber noch si­che­rer ge­wor­den. Vor­her gab’s den Fak­tor Mensch. Aber wir ma­chen na­tür­lich noch ei­ne Plau­si­bi­li­täts­prü­fung. Wenn je­mand das Drei­fa­che vom Vor­jahr zah­len muss, kann et­was nicht stim­men.

Ver­su­chen die Leu­te zu trick­sen?

Das ha­ben na­tür­lich schon vie­le ver­sucht. Da fällt mir die Num­mer mit dem nas­sen Lap­pen ein. Da ha­ben Leu­te ver­sucht, ei­nen nas­sen Lap­pen aufs Ge­rät zu le­gen, da­mit der we­ni­ger Wär­me emp­fängt. Am En­de gab’s ei­nen Wär­mestau und sie ha­ben drauf­ge­zahlt.

Was pas­siert, wenn Sie je­man­den da­bei er­wi­schen?

Wir wür­den es dem Ei­gen­tü­mer an­zei­gen. Der über­legt dann, wie er da­mit um­ge­hen möch­te.

Auch wenn Sie nur mit­tel­bar zu­stän­dig sind: Was den­ken Sie, wie wer­den sich die Ener­gie­prei­se ent­wi­ckeln?

Die OPEC be­ginnt die Öl­för­de­rung zu dros­seln. Der Bar­rel­preis ist wie­der über 50 Dol­lar ge­stie­gen. Es gibt al­so An­zei­chen, dass die Prei­se stei­gen.

Bis 2030 wer­den 90 Pro­zent al­ler Heiz­kör­per in Deutsch­land mit Funk-Ge­rä­ten aus­ge­stat­tet sein. Neue Ther­mo­stat­ven­ti­le kön­nen Heiz­kos­ten spa­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.