So schmeißt Trump

sei­ne ei­ge­nen Leu­te raus

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - Politik -

WA­SHING­TON - US-Prä­si­dent Do­nald Trump (71) sieht sich als CEO Ame­ri­kas: Wer nicht passt, der fliegt! So ein­fach ist das, zu­min­dest in Trumps Ge­schäfts­welt. Sein neu­es­tes Op­fer: St­abs­chef Rein­ce Prie­bus (45). Die­ser hät­te mä­ßi­gend auf den Prä­si­den­ten ein­wir­ken sol­len - hät­te! Al­ler­dings ge­lang ihm das nicht.

Und so ent­le­dig­te sich Trump mit Prie­bus’ Raus­schmiss ei­nes wei­te­ren Kan­di­da­ten von der re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei-Eli­te in sei­nem Macht­zir­kel. Statt­des­sen holt er sich Ex-Vier-Ster­ne-Ge­ne­ral John Kel­ly (67) ins Wei­ße Haus: Loy­al, ge­hor­sam, aber bis auf sei­ne kur­ze Zeit als Hei­mat­schutz­mi­nis­ter gar kei­ne Re­gie­rungs­er­fah­rung. Laut Si­cher­heits­ex­per­ten ver­lan­ge je­doch ge­ra­de die Funk­ti­on des St­abs­chefs viel ad­mi­nis­tra­ti­ve Er­fah­rung.

Al­so, war­um die­ser Wech­sel? Trumps Team im Wei­ßen Haus be­stand von An­fang an aus meh­re­ren La­gern, die sich miss­trau­isch bis feind­se­lig ge­gen­über­ste­hen. Ex-Re­pu­bli­ka­ner­chef Prie­bus ge­hör­te da­bei eben­so wie Ex-Spre­cher Se­an Spi­cer (45) zu den er­fah­rens­ten Mit­ar­bei­tern, die tief in der re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei ver­an­kert sind.

Spi­cer trat be­reits ver­gan­ge­ne Wo­che ab - of­fen­bar aus Pro­test ge­gen die Be­ru­fung des neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chefs Ant­ho­ny Sca­ra­muc­ci (53). Der In­ves­tor soll be­reits auch an Ste­phen Ban­nons (63) Stuhl sä­gen - Trumps einst so hoch­ge­lob­tem Chef­stra­te­gen.

Und das sind nicht die ein­zi­gen, die in ge­ra­de mal ei­nem hal­ben Jahr der Trump-Ära ih­ren Hut neh­men muss­ten: Nur we­ni­ge Ta­ge nach Trumps Amts­eid flog die kom­mis­sa­ri­sche Jus­tiz­mi­nis­te­rin Sal­ly Ya­tes (56) raus. Sie hat­te sein Ein­rei­se­ver­bot kri­ti­siert.

Eben­falls im Ja­nu­ar muss­te der Na­tio­na­le Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn (57) ge­hen. Erst war er Trump ei­ne gro­ße Hil­fe und stand dann we­gen sei­ner Russ­land-Kon­tak­te un­ter Druck.

Die Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on im Wei­ßen Haus lief nicht rund: Nach nur drei Mo­na­ten im Amt schmiss Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor Mi­ke Dub­ke (47) hin - an­geb­lich ein­ver­nehm­lich.

Auch Trumps lang­jäh­ri­ge Ver­trau­te und Vi­ze­st­abs­che­fin Ka­tie Walsh (33) schied im Früh­jahr aus dem Amt aus.

Der größ­te Knall: Nach dem plötz­li­chen Raus­wurf von FBI-Chef Ja­mes Co­mey (56) we­gen sei­ner Er­mitt­lun­gen in der Rus­sen-Af­fä­re brann­te selbst im Re­pu­bli­ka­ner-La­ger die Hüt­te.

Erst ver­gan­ge­ne Wo­che trat der Kopf von Trumps An­walts­team, Mark Coral­lo (51), zu­rück. In sei­ner Er­klä­rung nann­te er zwar kei­ne Be­grün­dung, Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge baut Trump aber sei­nen Rechts­bei­stand we­gen der Russ­land-Er­mitt­lun­gen kom­plett um.

Wie es scheint, holt sich der US-Prä­si­dent nur noch Po­lit­neu­lin­ge und Ja-Sa­ger ins Oval Of­fice. Doch nicht zu­letzt die vul­gä­re Schimpf­ti­ra­de sei­nes neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chefs Sca­ra­muc­ci ge­gen Re­gie­rungs­mit­glie­der führt ein­mal mehr vor, wie ver­roht die­se neue Ad­mi­nis­tra­ti­on ist. Sind bald nur noch Di­let­tan­ten am Werk? Das Pro­jekt Selbst­zer­stö­rung der Trump-Re­gie­rung läuft.

You’re hi­red - you’re fi­red: Sei­nem Fir­men-Mot­to bleibt US-Prä­si­dent Do­nald Trump (71) treu. Neu im Team: Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Ant­ho­ny Sca­ra­muc­ci (53). Of­fen­bar an­ge­wi­dert von sei­ner Spei­chel­le­cke­rei reich­te sei­ne Frau am Frei­tag üb­ri­gens die Schei­dung ein.

Ex-An­walt Mark Coral­lo (51)

Ex-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor Mi­ke Dub­ke (47)

Ex-Spre­cher Se­an Spi­cer (45)

Ex-Jus­tiz­mi­nis­te­rin Sal­ly Ya­tes (56)

Ex-Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn (57)

Ex-Vi­ze­st­abs­che­fin Ka­tie Walsh (33)

Ex-FBI-Chef Ja­mes Co­mey (56)

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