Ins Gol­de­ne Prag? Ei­ne glän­zen­de Idee

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - Reise - Von Uwe Blü­mel

Ver­fal­len Sie in Prag nicht dem Tou­ris­ten­feh­ler Num­mer eins: im­mer nur in der Alt­stadt blei­ben. Die ist zwar recht schnu­cke­lig und ge­müt­lich. Aber auch rund­her­um lässt sich viel ent­de­cken. Drei Tipps, wo Sie viel­leicht noch nicht wa­ren:

Ken­nen Sie zum Bei­spiel schon den Pra­ger Eif­fel­turm? Der ist frei­lich mit 63 Me­tern Hö­he et­was klei­ner als das Pa­ri­ser Ori­gi­nal (324 Me­ter), liegt auf dem Pe­trín-Berg, kann aber auch we­gen des tol­len Rund­um­blicks be­stie­gen wer­den - 299 Stu­fen.

Ein Stück wei­ter im Let­ná-Park über der Mol­dau schlägt ein Rie­sen-Pen­del. Das Me­tro­nom ist ein „takt­vol­les“Denk­mal an den de­mo­kra­ti­schen Um­bruch und wur­de an ei­ner ganz be­son­de­ren Stel­le auf­ge­baut: Frü­her stand ge­nau hier ein rie­si­ges Sta­lin­denk­mal. Heu­te ist der weit­läu­fi­ge Park Treff­punkt für Ska­ter, Slack­li­ner und Moun­tain­bi­ker. Ne­ben­bei hat man von hier ei­ne tol­le Aus­sicht auf die Alt­stadt. Und wenn man schon da ist: Über ei­ne Brü­cke ist der Park mit den kö­nig­li­chen Gär­ten der Pra­ger Burg ver­bun­den.

Wa­ren Sie schon mal auf der „Bai­ko­nur“oder „Pers­hing“? So nen­nen die Pra­ger ih­ren 216 Me­ter ho­hen Fern­seh­turm im Stadt­teil Žiž­kov we­gen sei­nes ra­ke­ten­haf­ten Aus­se­hens. Tipp: Ver­le­gen Sie doch mal ihr Abend­es­sen bei Son­nen­un­ter­gang ins Obla­ca-Wol­ken­re­stau­rant in 63 Me­ter Hö­he! Rat­tern die al­ten Ta­tra-Stra­ßen­bah­nen noch durch die Stadt? Schum­meln Prags Ta­xi­fah­rer noch? Und gibt es die uri­ge Eck­knei­pe mit mei­nem Staro­pra­men-Lieb­lings­bier noch? Wer‘s wis­sen will, soll­te ein­fach mal wie­der nach Prag fah­ren. Wer al­ler­dings zum ers­ten Mal in Tsche­chi­ens Haupt­stadt ist, will na­tür­lich das se­hen und er­le­ben, was al­le an Prag lo­ben und lie­ben: zum Bei­spiel das be­son­de­re Flair auf der Karls­brü­cke, den Wen­zels­platz oder die Wach­ab­lö­sung auf dem Hradschin. Prag-Ken­ner zieht‘s da eher auf die Klein­sei­te jen­seits der Mol­dau. Hier kann man am Ufer ent­lang­schlen­dern und Schwä­ne füt­tern. Auf der Halb­in­sel Kam­pa lockt „Klein-Ve­ne­dig“mit al­ten, abe aber no­choc funk­ti­ons­tüch­ti­ge­nu t o st c t ge Was­se­ras­ser müh­len.müh­len. Ganz in der Nä­he ist zu­dem die Sie wa­ren noch nie in Prag? Dann las­sen Sie sich von dem spe­zi­el­len Flair der Gol­de­nen Stadt ver­zau­bern. Sie wa­ren schon oft in Prag und glau­ben, schon al­les zu ken­nen? Dann wer­den Sie gleich über­rascht sein, was Sie viel­leicht al­les noch nicht ge­se­hen ha­ben. Denn Prag hat im­mer Neu­es auf La­ger, will re­gel­mä­ßig frisch ent­deckt wer­den. Die Gol­de­ne Stadt ist im­mer ei­ne Rei­se wert - für lang­jäh­ri­ge Prag-Fans ge­nau­so wie für un­be­leck­te Erst­lings­be­su­cher. John-Len­non-Mau­er - ein Stück bunt be­mal­te Graf­fi­ti-Haus­wand mit Beat­les-Lied­tex­ten, Wün­schen und Sehn­süch­ten aus Zei­ten der Tsche­cho­slo­wa­kei. Prag-Neu­lin­ge schau­en sich die Stadt gern vom Was­ser aus an. Aus­flugs­schif­fe le­gen in der Nä­he vom Alt­städ­ter Turm der Karls­brü­cke an. Wer die Fluss­pan­ora­men schon kennt, könn­te mal auf ei­ge­ne Faust die Mol­dau er­kun­de den - in e ei­ne­me Tret­boot!et­boot Prag- Prag-No­vi­zen No­vi­zen ist ein Be­such des Jü­di­schen Fried­hofs emp­foh­len. Mit de dem Au­dio Gui­de (auch auf Deutsch) er­fä er­fährt man Spa Span­nen­des aus der we wech­sel­vo vol­len Ge-

Böh­mi­sche Kü­che: Das tsche­chi­sche Na­tio­nal­ge­richt ist Schwei­ne­bra­ten mit Knö­deln und Sau­er­kraut. Das „Tan­zen­de Haus“nen­nen die Pra­ger „Gin­ger und Fred“, weil es sich wie ei­ne Tän­ze­rin im Kleid (l.) an ei­nen Herrn mit Hut schmiegt.

Am Wen­zels­platz schlägt das Herz von Prag: Vor dem Na­tio­nal­mu­se­um rei­tet der Hei­li­ge Wen­zel als Lan­des­pa­tron.

Ge­ho­be­ne Kü­che in 216 Me­tern Hö­he: Der drei­säu­li­ge Fern­seh­turm sieht wie ei­ne Ab­schuss­ram­pe für Ra­ke­ten aus.

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