Ein Land in Ra­ge

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - POLITIK/WELT - Von Tho­mas Sch­mitt

Dis­kus­sio­nen,

De­bat­ten, in­halt­li­cher Streit - al­les das sind Grund­la­gen und Zu­ta­ten der Po­li­tik in ei­ner De­mo­kra­tie. Da­bei darf es ver­bal zwei­fel­los auch mal ein biss­chen här­ter zur Sa­che ge­hen - vor­aus­ge­setzt, es geht um die Sa­che und An­grif­fe ge­hen nicht un­ter die Gür­tel­li­nie. War­um aber las­sen selbst er­nann­te Wut­bür­ger quer durch die Re­pu­blik ih­rem Un­mut auf un­flä­ti­ge Wei­se frei­en Lauf? Da­bei

gibt es kein Ver­tun: Bei al­lem Är­ger, bei al­lem Zorn, der ei­nem in­ne­wohnt - es ist zu­nächst ein­mal schlicht ein Zei­chen feh­len­den An­stands, wenn Wahl­kampf-Auf­trit­te un­lieb­sa­mer Volks­ver­tre­ter mit Pfif­fen und Pö­be­lei­en ge­stört wer­den, wenn An­ders­den­ken­de qua­si mund­tot ge­macht wer­den sol­len. Pro­tes­te sol­len, ja müs­sen sein. Und sie dür­fen scharf­zün­gig, iro­nisch, pro­vo­zie­rend sein - aber bit­te stets mit halb­wegs ak­zep­ta­blen Um­gangs­for­men und im Zei­chen der Fair­ness.

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