Lässt die wil­de Zeit hin­ter sich

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - POP -

AufA Mi­ley Cy­rus’ sechs­tem Al­bum „Youn­gerg Now“(Rca Int./ So­ny Mu­sic) ver­ab­schie­det sich die 24-Jäh­ri­ge von ih­rem Skan­dali­mage. Doch ganz so harm­los, wie die ein­gän­gi­gen Pop- und Coun­try­s­tü­cke beim ers­ten Hö­ren klin­gen, sind sie am En­de glück­li­cher­wei­se doch nicht.

Als Mi­ley Cy­rus im Mai die ers­te Sing­le ih­res neu­en Al­bums ver­öf­fent­lich­te, at­me­ten vie­le Fans der ers­ten St­un­de auf. Auf „Ma­li­bu“wa­ren kei­ne elek­tro­ni­schen Ex­pe­ri­men­te mehr zu hö­ren, son­dern luf­ti­ge Gi­tar­ren­me­lo­di­en und ei­ne schwel­ge­ri­sche Sän­ge­rin, die von ih­rer neu ge­fun­de­nen Lie­be zu ih­rem (Ex-)Freund singt. Im da­zu­ge­hö­ri­gen Vi­deo gibt es auch kei­ne Nackt­auf­nah­men, Ein­horn-Ko­s­tü­me oder ob­szö­nen Ges­ten mehr, wie man sie in den letz­ten Jah­ren von ihr ge­wöhnt war. Statt­des­sen tanzt Cy­rus am Strand und schließt ver­träumt die Au­gen, wäh­rend ei­ne Mee­res­bri­se ihr Ge­sicht strei­chelt.

„Die al­te Mi­ley ist wie­der da!“, kann man in vie­len Kom­men­ta­ren un­ter dem neu­en Vi­deo le­sen. Je­ne al­te Mi­ley, die als „Han­nah Mon­ta­na“for­mel­haf­te Pop­stück­chen sang. Sie war die dau­er­g­rin­sen­de Dis­ney-Prin­zes­sin - bis sie sich 2013 in ei­nem Be­frei­ungs­schlag kom­plett neu in­sze­nier­te.

Im Ver­gleich zu sol­chen Bil­dern oder Cy­rus‘ letz­ter Ver­öf­fent­li­chung von 2015 - dem ex­pe­ri­men­tel­len Po­pal­bum „Mi­ley Cy­rus & Her De­ad Petz“- wirkt „Youn­ger Now“ge­ra­de­zu bie­der. Größ­ten­teils han­delt es sich um harm­lo­se Pop­stü­cke mit Coun­try-Ein­fluss. Doch die aus Nash­ville stam­men­de Cy­rus zeigt, dass das nichts Schlech­tes sein muss. Be­zwin­gend ein­gän­gig ist das.

Das be­stä­tigt auch ein zwei­ter Blick auf ihr Vi­deo zu „Ma­li­bu“. Das gan­ze „Zu­rück-zu­den-Wur­zeln“-Ge­fühl treibt sie dort sehr weit. Et­wa, wenn sie sich in ei­nem Was­ser­fall aalt oder ihr Ge­sicht mit ei­nem kit­schi­gen Son­nen­un­ter­gang dop­pel­be­lich­tet wird. Auf „Youn­ger Now“mag Cy­rus zu ih­ren Wur­zeln zu­rück­ge­fun­den ha­ben - doch ein iro­ni­sches Au­gen­zwin­kern für ihr al­tes Ich hat sie noch üb­rig. Li­sa Fors­ter

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