Ma­cron & Mer­kel fei­ern den Frie­den - trotz Trump

Hun­dert Jah­re nach dem Ers­ten Welt­krieg g

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - POLITIK -

PA­RIS - EEs bleibt­blibt derd Ein­druck Ei d k ei­ner et­was ab­sur­den Ver­an­stal­tung: Da tref­fen sich ge­nau 100 Jah­re nach dem En­de des Ers­ten Welt­kriegs zwei der be­deu­tends­ten Staats­chefs, um den Frie­den zu fei­ern - und ver­si­chern sich zum Auf­takt erst­mal ge­gen­sei­tig, wie wich­tig es ist, die Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben nach oben zu trei­ben.

Doch von vorn: Ei­gent­lich war US-Prä­si­dent Do­nald Trump (72) nach Pa­ris ge­reist, um an der Ge­denk­fei­er zum 100. Jah­res­tag des Waf­fen­still­stands von Com­pièg­ne teil­zu­neh­men. Aber dann hat­te er sich über ein In­ter­view von Frank­reichs Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron (40) ge­är­gert, in dem der Gast­ge­ber den Auf­bau ei­ner eu­ro­päi­schen Ar­mee for­der­te. „Höchst be­lei­di­gend“, twit­ter­te Trump noch aus der Air Force One „Eu­ro­pa soll­te erst­mal ei­nen ge­rech­ten An­teil an der NA­TO zah­len“, wü­te­te er wei­ter.

Ma­cron war dann sicht­lich be­müht, die Wo­gen wie­der zu glät­ten. Er nann­te Trump ei­nen „gu­ten Freund“und sag­te, er tei­le des­sen An­sicht, dass sich Eu­ro­pa stär­ker in der NA­TO en­ga­gie­ren müs­se.

Bes­ser lief‘s an­schlie­ßend mit An­ge­la Mer­kel (64, CDU). Ma­cron und die Kanz­le­rin fei­er­ten den Waf­fen­still­stand ges­tern Nach­mit­tag im klei­nen Kreis - und zwar auf ei­ner Wald­lich­tung bei Com­pièg­ne, die vor Sym­bo­lik nur so strotzt. Dor­tDt iin ei­n­emi SSa­lon­wa­genl dder Ei­sen­bahn wur­de 1918 die Ka­pi­tu­la­ti­on Deutsch­lands be­sie­gelt. Es war das ers­te Mal nach dem Zwei­ten Welt­krieg, dass ein deut­scher Re­gie­rungs­chef die­sen Ort be­such­te. Mer­kel und Ma­cron leg­ten ei­nen Kranz nie­der und weih­ten ei­ne Ge­denk­pla­ket­te ein, die die „Be­deu­tung der deutsch-fran­zö­si­schen Aus­söh­nung im Di­ens­te Eu­ro­pas und des Frie­dens“wür­digt.

Die ei­gent­li­che Ge­denk­fei­er fin­det heu­te am Tri­umph­bo­gen statt. Mehr als 70 Staats- und Re­gie­rungs­chefs wer­den er­war­tet, dar­un­ter Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin (66) und Tür­keis Staats­chef Re­cep Tay­yip Er­do­gan (64). Pas­sen­der­wei­se wird Trump nicht bis zum En­de des Pro­gramms blei­ben, denn das um­fasst noch ein in­ter­na­tio­na­les Frie­dens­fo­rum, wo der von Trump so ge­schmäh­te Mul­ti­la­te­ra­lis­mus als Mit­tel zur Frie­dens­si­che­rung im Mit­tel­punkt ste­hen soll.

Die Er­öff­nungs­re­de wird Kanz­le­rin Mer­kel hal­ten.

Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (64) und Em­ma­nu­el Ma­cron (40) be­su­chen ge­mein­sam den Ort der Ver­söh­nung.

In dem Nach­bau des his­to­ri­schen Wag­gons auf der Lich­tung bei Com­pièg­ne tra­gen sich Mer­kel und Ma­cron ins Gol­de­ne Buch der Ge­denk­stät­te ein. Nach Do­nald Trumps (72) Ver­bal­at­ta­cke ge­gen Em­ma­nu­el Ma­cron ge­ben sich die bei­den Prä­si­den­ten den­noch ver­söhn­lich. Ver­krampf­ter Hand­schlag: Ma­cron (r.) langt kräf­tig zu, als Trump ihm die Hand gibt.

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