Pu­tin woll­te sich rä­chen

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - POLITIK -

WASHINGTON - Ord­ne­te der Kreml­chef per­sön­lich Ha­cker-An­grif­fe zur Ma­ni­pu­la­ti­on der US-Wahl an? Prä­si­dent Oba­ma deu­tet das in­di­rekt erst­mals an. Und die un­ter­le­ge­ne Kan­di­da­tin der De­mo­kra­ten Cl­in­ton klagt an: „Pu­tin woll­te sich an mir rä­chen.“

US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma ( 55) hat den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Pu­tin (64) per­sön­lich für die Ha­cker­an­grif­fe wäh­rend des US-Wahl­kampfs ver­ant­wort­lich ge­macht - zu­min­dest in­di­rekt. Nach Er­kennt­nis­sen der Ge­heim­diens­te ste­cke Russ­land hin­ter den Cy­ber­at­ta­cken ge­gen die De­mo­kra­ti­sche Par­tei. Er kön­ne be­stä­ti­gen, dass „obers­te Stel­len“ der Re­gie­rung dar­in ver­wi­ckelt sei­en, und es ge­be we­nig, was in Russ­land oh­ne Pu­tin ge­sche­he, sag­te Oba­ma auf sei­ner Pres­se­kon­fe­renz zum Jah­res­en­de.

Die de­mo­kra­ti­sche Be­wer­be­rin Hil­la­ry Cl­in­ton (69) selbst be­wer­te­te in ih­rer ers­ten Äu­ße­rung zu die­sem The­ma die an­geb­li­chen rus­si­schen Ver­su­che als An­griff auf die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. „Das war nicht nur ei­ne Atta­cke ge­gen mich und mei­nen Wahl­kampf“, so Cl­in­ton. Pu­tin ha­be sich mit den An­grif­fen aber per­sön­lich an ihr rä­chen wol­len.

Pu­tin ha­be sie öf­fent­lich da­für ver­ant­wort­lich ge­macht, Pro­tes­te in Russ­land an­ge­facht zu ha­ben. Es ge­be ei­ne „di­rek­te Ver­bin­dung zwi­schen dem, was er da­mals ge­sagt hat, und dem, was er in die­sem Wahl­kampf ge­macht hat“, er­läu­ter­te Cl­in­ton. Russ­land ver­su­che dar­über hin­aus, mit sei­nen Cy­ber­An­grif­fen auf Ein­rich­tun­gen der US-De­mo­kra­ten die De­mo­kra­tie an

sich und die Si­cher­heit des Lan­des zu un­ter­mi­nie­ren.

Oba­ma kün­dig­te er­neut Ver­gel­tungs­maß­nah­men an, „ei­ni­ge wer­den wir öf­fent­lich voll­zie­hen, ei­ni­ge so, dass sie (Russ­land) da­von wis­sen, aber nicht je­der an­de­re“. Be­reits zu­vor hat­te er in ei­nem In­ter­view er­klärt, wenn ei­ne aus­län­di­sche Re­gie­rung ver­su­che, den Wahl­kampf zu ma­ni­pu­lie­ren, müss­ten die USA han­deln. „Und das wer­den wir - zu ei­ner Zeit und an ei­nem Ort un­se­rer Wahl.“

Hat er die Ha­cker-An­grif­fe per­sön­lich zu ver­ant­wor­ten? Kreml­chef Wla­di­mir Pu­tin (64).

Da schien die Welt noch in Ord­nung: die da­ma­li­ge Au­ßen­mi­nis­te­rin Cl­in­ton mit dem da­ma­li­gen Pre­mier­mi­nis­ter Pu­tin 2010 bei Ge­sprä­chen in Russ­land. Greift den rus­si­schen Prä­si­den­ten di­rekt in an: die un­ter­le­ge­ne Kan­di­da­tin Hil­la­ry Cl­in­ton (69).

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