Par­tei­en kla­gen über Wut im W Wahl­kampf

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - KOMMENTAR -

BER­LIN - In­halt­lich ist der Wahl­kampf lang­wei­lig - auf den Markt­plät­zen der Re­pu­blik heizt sich die Stim­mung da­ge­gen häu­fig auf. Es wird ge­pö­belt, Pla­ka­te wer­den zer­stört. Bei vie­len Kund­ge­bun­gen re­gie­ren Wut und Hass.

Al­len eta­blier­ten Par­tei­en schlägt die­se Ab­leh­nung in neu­er Di­men­si­on ent­ge­gen - vor al­lem die Kanz­le­rin ist häu­fig be­trof­fen. Am Frei­tag­abend wur­de An­ge­la Mer­kel (63, CDU) in ih­rem Nach­bar-Wahl­kreis in Wol­gast (Meck-Pomm) mit lau­ten „Hau ab“-Ru­fen und „Mer­kel muss weg“-Pla­ka­ten emp­fan­gen. Zu­dem wur­de ihr Au­to mit To­ma­ten be­wor­fen. In Dres­den wur­de Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (57, SPD) von ei­ni­gen rech­ten Het­zern als „Volks­ver­rä­ter“emp­fan­gen. Im­mer wie­der un­ter den Stö­rern: NPD- und AfD-An­hän­ger. Auch in Tor­gau und Fins­ter­wal­de wur­den Mer­kels Auf­trit­te von lau­ten Pfeif­kon­zer­ten und Hass­ti­ra­den be­glei­tet. Die CDU-Che­fin: „Vie­le Men­schen, die sich den Tril­ler­pfei­fen­kon­zer­ten und den Sprech­chö­ren nicht an­schlie­ßen, brau­chen Er­mu­ti­gung da­für, wei­ter Zi­vil­cou­ra­ge zu zei­gen und dem Hass ent­ge­gen­zu­tre­ten.“CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber (43) kri­ti­siert: „Un­ter dem Ban­ner der AfD stö­ren Rechts­ex­tre­me fast al­le un­se­re Ver­an­stal­tun­gen. Sie schrei­en und pö­beln, ner­ven die wirk­lich in­ter­es­sier­ten Be­su­cher. (...) Die­se selbst­er­nann­ten Pa­trio­ten sind in wei­ten Tei­len Rechts­ex­tre­me, die mit der ei­nen Hand AfD-Pla­ka­te schwen­ken und die an­de­re zum Hit­ler­gruß he­ben.“

Nach An­sicht des schei­den­den Bun­des­tags­prä­si­den­ten Nor­bert Lam­mert ( 68, CDU) neh­men die Stör-Atta­cken an Schär­fe zu. Meck-Pomm-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Manuela Schwe­sig ( 43, SPD): „Es ist wich­tig, dass Po­li­ti­ker die Mög­lich­keit ha­ben, auf Kund­ge­bun­gen für ih­re Politik zu wer­ben. Da darf man fried­lich pro­tes­tie­ren. (...) Aber was nicht geht, ist die­se Grenz­über­schrei­tung, die Kra­wall­ma­che­rei.“

An­ge­la Mer­kel (63, CDU) Ein be­schmier­tes FDP-Pla­kat in Stutt­gart.

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