Dresd­ner Sa­lon-Da­men fei­ern Ju­bi­lä­um

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - KULTUR -

DRES­DEN - Als Max Ra­a­be und das Pa­last­or­ches­ter Mit­te der 80er mit der Mu­sik der 20er- und 30er-Jah­re los­leg­ten, glaub­ten die Mu­si­ker sel­ber nicht an ein Lang­zeit­pro­jekt. In et­was klei­ne­rem Maß­stab gilt das auch für die Dresd­ner Sa­lon-Da­men. Nun fei­ern die Da­men ihr 20-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um.

Max Ra­a­be, Ro­bert Kreis und al­le die Ge­s­angs­grup­pen, die auf Co­me­di­an Har­mo­nists ma­chen - der Sound der Wei­ma­rer Re­pu­blik hat die Jahr­zehn­te über­lebt, ist je­ner Zeit ver­haf­tet und doch zeit­los ge­wor­den. Auf­fäl­lig ist je­doch, dass die Mu­sik heu­te wie da­mals haupt­säch­lich von Män­nern dar­ge­bo­ten wird. Die Dresd­ner Sa­lon-Da­men sind nicht die ein­zi­ge, doch ei­ne der we­ni­gen Frau­en-Com­bos, die sich die­ser Mu­sik ver­pflich­tet füh­len.

„So man­chen Text müs­sen wir auf die weib­li­che Per­spek­ti­ve um­dich­ten“, sagt Cé­ci­le Pfeiff, Spre­che­rin und Lei­te­rin der Grup­pe, die sich auch nach 20 Jah­ren per­so­nell im Ur­zu­stand, al­so in Ori­gi­nal­be­set­zung be­fin­det. Fünf Da­men er­lebt der Zu­hö­rer je­weils im Kon­zert, zwei bis drei ge­ben die Re­ser­ve ab. Vie­le Pro­gram­me so­wie fünf CDs sind bis­her ent­stan­den.

„Kei­ne von uns hat da­mit ge­rech­net, dass un­ser Pro­jekt so lang­le­big sein wird“, sagt Cé­ci­le Pfeiff. Als Hob­by-Grup­pe von Mu­si­ke­rin­nen ist die Com­bo 1997 ent­stan­den, in­zwi­schen ar­bei­tet man se­mi­pro­fes­sio­nell. Als Lei­te­rin der Grup­pe be­treibt al­lein Cé­ci­le Pfeiff das Ge­schäft haupt­be­ruf­lich, die an­de­ren Da­men ste­hen in mu­si­ka­li­schen Be­ru­fen, zum Bei­spiel als Gei­gen­leh­re­rin­nen oder Gei­gen­baue­rin­nen.

Die Da­men ab­sol­vie­ren un­ge­fähr 120 Kon­zer­te im Jahr, et­wa zehn pro Mo­nat, ih­re Reich­wei­te um­fasst das ge­sam­te deutsch­spra­chi­ge Ge­biet bis nach Luxemburg. Auch auf Kreuz­fahr­ten sind die Da­men aus den Dresd­ner Sa­lons ein gern ge­se­he­ner Showact. Lo­cker, mit Witz und Charme par­lie­ren sie mit ih­rem Pu­bli­kum, mu­si­ka­lisch über­zeu­gen sie oh­ne­hin.

Das Re­per­toire der Da­men um­fas­se au­gen­blick­lich 140 Ti­tel, sagt Cé­ci­le Pfeiff, doch sei es im Grund­satz un­er­schöpf­lich: „Das Re­per­toire aus die­ser Zeit ist so un­ge­heu­er reich­hal­tig, dass wir un­auf­hör­lich Neu­es ent­de­cken“.

Die Ge­schich­te der Sa­lon-Da­men, sie wird wei­ter­ge­hen, doch setzt man erst die Ju­bi­lä­ums­mar­ke mit ei­nem Fest­kon­zert im Dresd­ner Ka­ba­rett Breschke & Schuch am 15. Ok­to­ber. Ein Best-of Sa­lonDa­men ist an­ge­kün­digt, mit der Neu­in­ter­pre­ta­ti­on ei­nes ih­rer ers­ten Ti­tel: „Ha­ben Sie schon mal im Dun­keln ge­küsst?“

Am 1. De­zem­ber kommt es dann zu ei­nem No­vum bei den Sa­lonnäm­lich zum ers­ten Weih­nachts­pro­gramm, zu er­le­ben in der Jo­han­nS­tadt­hal­le un­ter ei­nem leicht ver­ruch­ten Mot­to: „Wir sind kei­ne En­gel“. gg

Ganz in Rot: Die Dresd­ner Sa­londa­men an der El­be (v.l.): Fran­zis­ka Grae­fe, Su­sann Ja­co­bi, Ka­ro­li­na Pe­tro­va, Silke Krau­se und Cé­ci­le Pfeiff.

Ganz in Blau: die zwei­te Far­be der Sa­lonDa­men.

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