Lü­gen­de­tek­tor vor Come­back?

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - VORDERSEITE -

BAUTZEN - EErst­malstl wur­ded iin DDeutsch­landthld ddurchh ei­ni StS­traf­ge­richt f i ht der Test mit ei­nem Lü­gen­de­tek­tor an­ge­ord­net. Die­se Pra­xis hat­te sich in den letz­ten Jah­ren zwar bei Fa­mi­li­en­ge­rich­ten ein­ge­schli­chen, im Straf­pro­zess war sie bis­lang ta­bu. Das Er­geb­nis lie­fer­te dem Rich­ter je­doch ein wei­te­res In­diz, den we­gen Kin­des­miss­brauchs An­ge­klag­ten frei­zu­spre­chen. Als Be­weis­mit­tel ist der so­ge­nann­te Po­ly­graf laut Bun­des­ge­richts­hof der­zeit nicht zu­läs­sig. Der Bautz­ner Amts­rich­ter Dirk Hert­le schwört al­ler­dings auf die­se Hil­fe der Tech­nik. Er hofft, dass er dem Lü­gen­de­tek­tor mit dem seit vor­ges­tern rechts­gül­ti­gen Ur­teil zum Durch­bruch ver­hel­fen kann.

Man kennt das Ver­fah­ren eher aus al­ten ame­ri­ka­ni­schen Spiel­fil­men: Der An­ge­klag­te wird ver­ka­belt, ein gna­den­lo­ser Er­mitt­ler peitscht sei­ne Fang­fra­gen, und bald dar­auf si­gna­li­siert der Lü­gen­de­tek­tor sein un­um­stöß­li­ches Ur­teil. Als Mensch fühlt man sich er­bar­mungs­los der Tech­nik aus­ge­setzt - grau­sam.

Auch der Bautz­ner Rich­ter Dirk HHert­le ge­steht, dass es die­se­se BilBil­der der wa­ren, die sei­ne Vor­stel­lu ung vom Lü­gen­de­tek­tor präg­ten. Hert­le: fin­den „Und ich da glau­be, das Glei­che. vie­le Ju­rist Es s ten­emp­steht uns viel Ar­beit be­vor, wol­len wirw die­se Vor­ur­tei­leV ab­bau­en.“

Erst­mals kam der Straf­rich hter 2013 mit die­ser Tech­nik in Be erüh­rung. Ein Schei­dungs­pro­zess lan nde­te auf sei­nem Tisch, dort spiel­te e ei­ne­mutn maß­li­che Ver­ge­wal­ti­gung in der Ehe ei­ne Rol­le. Aus­sa­ge stand d ge­gen Aus­sa­ge, bei­de Par­tei­en stimm­tens vor dem Fa­mi­li­en­ge­richt demd Test mit dem Po­ly­gra­fen zu. Die Aus­wer­tun­gen la­gen den Ak­ten bei.

Straf­rich­ter Dirk Hert­le: „I Ich hat­te geb­nis­se schlaf­lo­se und Näch­te, In­di­zi­en ob mit ich b die­sed Er­be­wer­te.“Und er be­schäf­tig­te sich n äher mit dem Lü­gen­de­tek­tor.

Die Theo­rie hin­ter dem Po oly­gra­fen („Viel­schrei­ber“): Der Mensc ch er­regt sich, wenn er lügt. Und er bl leibt ent­spann­ter bei der Wahr­heit. Wäh­ren­dW der Be­fra­gung zeich­net da as Ge­rät vier (in den USA nur 3) kör rper­li­che Re­ak­tio­nen auf, die nicht be­wusst steu­er­bar sind: Blut­druck, Puls,P At­mung und die elek­tri­sche Leit­fä­hig-L keit der Haut (schwitzt er?).

Dem Ver­däch­ti­gen we rden­verlt, schie­de­ne Fra­gen ge­stell die ihn gr­ü­beln las­sen - zwisc chen­durch auch die Fra­ge nach de r Tat. Um Zu­falls­aus­schlä­ge aus­zus schlie­ßen, wird die Fra­ge­rei­he vier malm wie­der­holt. Im Fa­mi­li­en­fall von 20 013 konn­te der Vor­wurf ent­kräf­tet we rden. Den Schöf­fen la­gen aber auc ch an­de­re ent­las­ten­de In­di­zi­en vor. Fr rei­spruch.

Be­reits 1954 hat­te das B un­des­ver­en­de­tek­tor fas­sungs­ge­richt den Lü­ge als Be­weis­mit­tel un­ter­sag gt, weil er der Men­schen­wür­de wi­de er­spre­che. Das sah der Bun­desg Bun­des­ge erichts­hof eric chts­hof 1998 nicht mehr so, doch h se ien die haft. Er­geb­nis­se Be­wei­s­cha­rak­ter aus den Tests hätteh s man­ge­len sie

m schon gar nicht.

Ei­nem Rich­ter steht al­le er­din ngs ei­ne freie Be­weis­wür­di­gung g zu - auch die Wahl der Mit­tel. Dirk Hert­lH le: „Als Rich­ter ach­te ich bei der Be­frB ra­gung des An­ge­klag­ten ja auch auf f sei­ne un­be­wuss­ten Äu­ße­run­gen n und d sei­ne Kör­per­spra­che und bil­de darad aus ein Ge­samt­bild.“Zuckt er zu usa mmen, wenn Tä­ter­wis­sen an­ge es­pr ro­chen wird? Ver­dreht er die Aug gen, , wippt mit dem Fuß, bleibt die Spu ucke e weg?

„Die Ar­beit mit dem Po­lyP ygra­fen ist dann ei­ne Art Ver­grö öße erungs­nter­sur. glas für die kör­per­li­che Un chung“, sagt der Straf­ric hte „Wie li­che re­agiert Fra­gen? der Kör­per Der Un­tersc auf unt chie ters schie­ded wird dann ge­mes­sen.“

Be­din­gung für die Au us­fü üh­rung che sei ei­ne die Aus­wer­tung zer­ti­fi­zier­te Fachk in Fo kraf orm ft,welm ei­nes Gut­ach­tens dar­le­gen ka ann. Denn selbst ein Rich­ter be­tra acht tet die Za­cken­li­ni­en auf Mil­li­me eter rpa­pier eben­so ver­ständ­nis­los wiew je­der Laie. Ei­ne der bes­ten Fac ch­leu­te ist Gi­se­la Klein aus Köln, , die e auch

Die Rechts­psy­cho­lo­gin Gi­se­la Klein aus Köln gilt als ei­ne der füh­ren­den Ex­per­tin­nen im Um­gang mit dem Po­ly­gra­fen. Sie hat in Ame­ri­ka stu­diert.

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