Fu­rio­ses mit Scham­pus

Edi­ta Gru­bero­va bringt Lands­män­ner mit ins Prinz­re­gen­ten­thea­ter

Muenchner Merkur - - KULTUR & LEBEN -

Ei­ne vor­züg­li­che Wahl traf Edi­ta Gru­bero­va, als sie die För­der­gel­der ih­res Ka­ra­janP­rei­ses an zwei slo­wa­ki­sche Lands­män­ner wei­ter­reich­te: an den Di­ri­gen­ten Pe­ter Va­len­to­vicˇ und den Ba­ri­ton Richard Sve­da. Dar­über hin­aus brach­te die Star-So­pra­nis­tin die bei­den Kol­le­gen jetzt mit zum Münch­ner Rund­funk­or­ches­ter und stell­te sie ih­ren Fans im dicht be­setz­ten Prinz­re­gen­ten­thea­ter vor.

Na­tür­lich woll­ten die Zu­hö­rer vor al­lem noch ein­mal Gru­bero­vas le­gen­dä­rer Lu­cia di Lam­mer­moor oder El­vi­ra („I pu­ri­ta­ni“) be­geg­nen, doch sie er­leb­ten weit mehr: Va­len­to­vicˇ be­stach durch Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, Stil­si­cher­heit und mu­si­kan­ti­sches Tem­pe­ra­ment. Das be­wies er gleich zu Be­ginn mit der Ou­ver­tü­re zu Mo­zarts „Le noz­ze di Fi­ga­ro“, die vom Rund­funk­or­ches­ter punkt­ge­nau und sprit­zig mu- si­ziert wur­de. Als sen­si­bler, mit dem Orches­ter wach re­agie­ren­der Be­glei­ter stütz­te er die Sän­ger so­wohl bei Mo­zart als auch in den – wie er Mo­de­ra­tor Bern­hard Neu­hoff ver­riet – gar nicht so ein­fa­chen Bel­can­to-Aus­schnit­ten von Do­ni­zet­ti und Bel­li­ni.

Richard Sve­da mach­te mit sei­nem vi­ri­len, ge­schmei­dig und stil­si­cher ge­führ­ten Ba­ri­ton als selbst­ge­fäl­li­ger Fi­ga­roGraf und schmei­cheln­der Don Gio­van­ni ei­ne gu­te Fi­gur. Im Du­ett mit La Gru­bero­va aus dem zwei­ten Akt von „Lu­cia di Lam­mer­moor“ge­fiel er eben­so wie in der Ka­vati­ne des Bel­co­re („L’eli­sir d’amo­re“) und ließ als Dot­tor Ma­la­tes­ta („Don Pas­qua­le“) ko­mi­sches Ta­lent auf­blit­zen.

Und Edi­ta Gru­bero­va? Sie ver­blüff­te wie­der ein­mal mit den ihr im­mer noch zu Ge­bo­te ste­hen­den Mit­teln ih­rer gro­ßen Ge­s­angs­kunst. Mit schwe­bend-leich­tem Sil­ber­ton rä­so­nier­te sie als Fi­ga­roGrä­fin über die Ehe­jah­re mit dem un­treu­en Gra­fen. Ganz sub­ti­le Gestal­te­rin, spür­te sie den Ge­füh­len der Lu­cia nach und sang die Kla­ge der El­vi­ra mit herz­er­grei­fen­den Tö­nen. Fu­ri­os ge­lan­gen auch die bei­den Zu­ga­ben: Gru­bero­va ent­zün­de­te den Zorn der Elet­t­ra („Ido­me­neo“), Sve­da ließ Gio­van­nis Cham­pa­gner sprit­zen. Stan­ding Ova­tions.

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