Tipps zum Miet­wa­gen im Aus­land

Vie­le wol­len auch im Ur­laub im Aus­land mo­bil sein und die Se­hens­wür­dig­kei­ten auf ei­ge­ne Faust er­kun­den. Bei der Miet­wa­gen­bu­chung soll­te man je­doch ei­ni­ges be­ach­ten. So kann zum Bei­spiel man­geln­der Ver­si­che­rungs­schutz bei ei­nem Un­fall teu­er wer­den.

Muenchner Merkur - - GELD & MARKT -

Auf Ur­lau­ber war­ten im Aus­land oft ver­füh­re­ri­sche Miet­wa­gen-An­ge­bo­te. „Preis­güns­tig und mit best­mög­li­chem Ver­si­che­rungs­schutz“, heißt es auf Wer­be­ta­feln. Oder: „Del­len und Krat­zer wer­den zu lan­des­üb­li­chen Prei­sen aus­ge­bes­sert.“Bei der Schnäpp­chen­jagd nach dem güns­tigs­ten Preis für den fahr­ba­ren Un­ter­satz am Ur­laubs­ort war­ten je­doch ge­fähr­li­che Fal­len. Das gilt nach In­for­ma­tio­nen der Stif­tung Wa­ren­test vor al­lem au­ßer­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on, wo die De­ckungs­sum­men in der Haft­pflicht oft weit un­ter­halb des deut­schen Ni­veaus lie­gen.

Un­zu­rei­chen­der Ver­si­che­rungs­schutz

Wäh­rend hier­zu­lan­de min­des­tens 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro für Per­so­nen- und 1,12 Mil­lio­nen Eu­ro für Sach­schä­den gel­ten – ei­ni­ge Ver­si­che­rer bie­ten pau­schal so­gar 100 Mil­lio­nen Eu­ro – sind es im Aus­land oft deut­lich we­ni­ger. In der EU gibt es im­mer­hin ei­ne Re­ge­lung, die min­des­tens ei­ne Mil­li­on Eu­ro pro Un­fall­op­fer und ins­ge­samt fünf Mil­lio­nen für Per­so­nen­schä­den so­wie ei­ne Mil­li­on Eu­ro für Sach­schä­den vor­schreibt, aber in ei­ni­gen US-Bun­des­staa­ten lie­gen die Stan­dard-De­ckungs­sum­men zum Bei­spiel nur bei 10 000 Dol­lar. In der Tür­kei wer­den bei Sach­schä­den meist nur gut 20 000 Eu­ro und bei Per­so­nen­schä­den gut 500 000 Eu­ro ge­zahlt. Al­le dar­über­lie­gen­den Kos­ten müs­sen vom Au­to­mie­ter be­zahlt wer­den. Das kann schnell die Exis­tenz ge­fähr­den, zu­mal bei der Au­to­mie­te im Aus­land auch das je­wei­li­ge Recht des Lan­des gilt.

Haft­pflicht­sum­me auf­sto­cken

Des­halb soll­te man die Haft­pflicht-Sum­men un­be­dingt auf­sto­cken. In­ner­halb Eu­ro­pas geht das für die meis­ten kos­ten­los mit der so­ge­nann­ten Mallor­ca-Po­li­ce. Wer in Deutsch­land ei­nen ei­ge­nen Pkw ver­si­chert hat, hat die­sen Schutz häu­fig in sei­nem Ta­rif in­klu­diert. Al­ler­dings soll­te man auf die ge­nau­en Be­din­gun­gen ach­ten. Man­che Ver­si­che­rer ge­wäh­ren Schutz nur für Rei­sen bis sechs Wo­chen, an­de­re bis drei Mo­na­te oder auch län­ger.

Der Ha­ken da­bei: Die Mallor­ca-Po­li­ce gilt meist nur in­ner­halb der geo­gra­fi­schen Gren­zen Eu­ro­pas und in au­ßer­eu­ro­päi­schen EU-Ge­bie­ten. Da­mit blei­ben et­wa be­lieb­te Ur­laubs­zie­le wie die tür­ki­sche Ri­vie­ra oder Nord­afri­ka au­ßen vor. Wer kein ei­ge- nes Au­to hat, kann beim ADAC ei­ne Mallor­ca-Po­li­ce ab 18,50 Eu­ro er­wer­ben. Für Fern­rei­sen gibt es die Tra­vel­ler-Po­li­ce ab 43,50 Eu­ro, die welt­wei­ten Schutz bis 500 000 Eu­ro bie­tet. Bei­de Po­li­cen er­hal­ten auch Nicht­mit­glie­der.

Bu­chung in Deutsch­land

Die noch si­che­re­re Mög­lich­keit ist al­ler­dings, den Miet­wa­gen für den Aus­land­sUr­laub vor­ab in Deutsch­land zu bu­chen. Dann kann un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch das deut­sche Recht zur An­wen­dung kom­men. In je­dem Fall steht bei Pro­ble­men vor Ort ein An­sprech­part­ner in Deutsch­land zur Ver­fü­gung. Oft sind die An­ge­bo­te zu­dem güns­ti­ger als die der Au­to­ver­mie­ter vor Ort.

Wich­tig ist zu­dem, auf ei­nen klar aus­ge­wie­se­nen Ge­samt­miet­preis und die Rück­ga­be­mo­da­li­tä­ten zu ach­ten. Prei­se kann man vor­ab im In­ter­net ver­glei­chen. Da­bei soll­te man auch auf In­klu­siv-Ki­lo­me­ter und Be­gren­zun­gen ach­ten. „Al­le Ver­ein­ba­run­gen soll­ten im­mer schrift­lich fest­ge­hal­ten und der Ver­trag nie blind un­ter­schrie­ben wer­den. Der Miet­ver­trag soll­te ne­ben der Lan­des­spra­che we­nigs­tens in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst sein“, emp­fiehlt der ADAC. Zu­dem soll­te man nie­mals Au­tos mie­ten, bei de­nen der Ver­mie­ter nicht ver­trau­ens­wür­dig er­scheint oder bei de­nen die Miet­be­din­gun­gen vor Bu­chungs­ab­schluss nicht ge­nannt wer­den.

Wa­gen auf Män­gel prü­fen

Vor der Über­nah­me soll­te man das Miet­fahr­zeug zu­dem um­fas­send prü­fen und sich Män­gel schrift­lich be­stä­ti­gen las­sen. Auch bei der Rück­ga­be soll­te ein Mit­ar­bei­ter des Ver­mie­ters an­we­send sein. Falls doch ein Un­fall pas­siert, soll­te auch bei klei­ne­ren Schä­den die Po­li­zei be­nach­rich­tigt wer­den. Dann muss ge­mein­sam mit den Be­am­ten und dem mög­li­chen Un­fall­geg­ner ein Un­fall­pro­to­koll aus­ge­füllt wer­den, das in je­dem Miet­wa­gen vor­han­den sein soll­te.

Au­ßer­dem wich­tig: Un­ver­züg­lich den Ver­mie­ter vor Ort be­nach­rich­ti­gen, der – falls nö­tig – ei­nen Er­satz­miet­wa­gen stellt. Dann kann der Ur­laub auch nach dem Un­fal­lSchreck wei­ter­ge­hen.

FO­TO: IGOR YA­RU­TA/PAN­THER­ME­DIA

Ein­fach nur ge­nie­ßen – wer be­reits von zu Hau­se aus ei­nen Miet­wa­gen bucht, hat meist ein güns­ti­ges An­ge­bot mit hö­he­rem Ver­si­che­rungs­schutz.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.