Er­freu­li­ches Si­gnal

Ge­dämpf­ter MVV-Preis­an­stieg: nur 1,9%

Muenchner Merkur - - POLITIK - Dirk Wal­ter Sie er­rei­chen den Au­tor un­ter Dirk.Wal­ter@mer­kur.de

Für die Fahr­gäs­te sind 1,9 Pro­zent Preis­an­stieg bei S- und U-Bahn, Tram und Bus zwar schmerz­haft. Aber es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen – in der Ver­gan­gen­heit wa­ren Teue­rungs­run­den von drei Pro­zent und mehr die Re­gel. Dass nun der zwei­te Münch­ner Bür­ger­meis­ter Josef Schmid das Er­geb­nis gar „his­to­risch“nennt, ist et­was über­trie­ben. His­to­risch wä­re ei­ne Null­run­de ge­we­sen, die es zu­letzt 2003 gab. Die hat er nicht durch­be­kom­men. Aber Schmids Ver­dienst ist es, dass er die Dis­kus­si­on an­ge­sto­ßen hat. Weil SPD und CSU in der Stadt so­wie die Land­krei­se hier sel­te­ne Ei­nig­keit de­mons­trier­ten, ist der Preis­an­stieg im­mer­hin ge­dämpft aus­ge­fal­len. Das ist ein er­freu­li­ches Si­gnal. Zu hof­fen ist, dass dies auch in den kom­men­den Jah­ren so bleibt. Trotz der Teue­rung soll­te man al­ler­dings auch Ver­ständ­nis für den MVV ha­ben, der vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen steht. Das Wich­tigs­te ne­ben ei­ner Ver­ein­fa­chung des kom­pli­zier­ten Ta­rifs ist der wei­te­re Aus­bau. Die Lis­te ist lang. Mit noch so viel Fahr­gel­der­lö­sen ist das nicht zu stem­men. Statt­des­sen muss die För­de­rung durch Bund und Land er­höht wer­den. Wenn in Mün­chen end­lich die U-Bahn­ver­län­ge­rung nach Pa­sing/Freiham und ei­ne neue In­nen­stadt­li­nie U9 mög­lich wä­ren – dann, ja dann, könn­ten al­le von ei­nem his­to­ri­schen Tag spre­chen.

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