FC Bay­ern: ein Of­fen­ba­rungs­eid

Muenchner Merkur - - LESERFORUM -

Andre­as Wer­ner: FC Bay­ern ent­lässt Car­lo An­ce­lot­ti: Gu­te Freun­de kann man tren­nen; Sport 29. Sep­tem­ber Car­lo An­ce­lot­ti und der FC Bay­ern – zwei gro­ße Na­men, der ei­ne in der Trai­ner­sze­ne, der an­de­re im Welt­fuß­ball. Doch der Ita­lie­ner mit dem mas­ken­haft-emo­ti­ons­lo­sen Ant­litz pass­te zu die­sem Club von Be­ginn an nicht. Sehr ähn­lich ver­hielt es sich mit dem nie­der­län­di­schen Son­der­ling Lou­is van Gaal, mit dem Oli-Kahn-In­tim­feind Jür­gen Klins­mann und – schon et­was län­ger her – dem un­ga­ri­schen Sei­den­schalträ­ger Pál Cser­nai. Jetzt re­den al­le von Tu­chel und Na­gels­mann. Letz­te­rer ist wohl noch et­was zu jung, Tho­mas Tu­chel ist stren­ger Ve­ga­ner und er­nährt sich nur von Pflan­zen. Passt nicht zu Fleisch­wa­ren­fa­bri­kant Uli Ho­en­eß.

Ei­ne An­re­gung: Wie wä­re es denn mit dem FC-Bay­ern-Ur­ge­stein Klaus Au­gen­tha­ler? Wur­de ge­ra­de 60, wohnt in ei- nem klei­nen Dorf im Land­kreis Starn­berg und ist des­halb in nur 30 Au­to­mi­nu­ten in Mün­chen, kennt an der Sä­be­ner Stra­ße je­den Gras­halm, weiß er­fri­schend sou­ve­rän mit der Pres­se um­zu­ge­hen. Rein pro­phy­lak­tisch sei er­wähnt: Jeg­li­che An­fra­ge bei Lothar Mat­thä­us soll­te man sich bes­ser spa­ren. Wal­ter Krau­se Pö­cking Deut­scher Fuß­ball­of­fen­ba­rungs­eid! Es sind jetzt zwölf Spie­le mit deut­scher Be­tei­li­gung in in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben ge­spielt wor­den und nur der FC Bay­ern hat ein­mal ge­won­nen und das ge­gen die ver­meint­lich schlech­tes­te Mann­schaft, die in bei­den Wett­be­wer­ben vor­han­den ist. Ein Ar­muts­zeug­nis für den deut­schen Fuß­ball.

Doch das größ­te Ar­muts­zeug­nis stellt sich der FC Bay­ern aus – nicht, weil er den Trai­ner ent­lässt, er pass­te ein­fach nicht mehr und war ver­braucht, nein, weil er nicht gleich ein paar Spie­ler auch in die Wüs­te schickt. Das, was ein Ri­bé­ry, ein Mül­ler und ein Vi­dal seit Wo­chen spie­len, ist schon ei­ne Zu­mu­tung für den Fan. Doch der Gip­fel ist die­ser Le­wan­dow­ski, der beim 3:0 der Pa­ri­ser ein­fach an der Mit­tel­li­nie das Lau­fen ein­stellt. Au­ßer Elf­me­ter hat er heu­er noch nichts ge­zeigt. Es wird Zeit, dass Herr Ho­en­eß end­lich auch ein paar sat­te Spie­ler raus­wirft. Gün­ther Freis Karls­feld

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