Bay­erns AfD-Chef gibt auf

Petr Bys­tron kan­di­diert nicht er­neut als Vor­sit­zen­der – La­ger­kämp­fe um Nach­fol­ge

Muenchner Merkur - - ERSTE SEITE -

– Die baye­ri­sche AfD baut ih­ren Lan­des­vor­stand um. Der bis­he­ri­ge Lan­des­chef und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Petr Bys­tron aus Mün­chen kan­di­diert beim Par­tei­tag in zehn Ta­gen nicht er­neut für das Amt des Vor­sit­zen­den. „Die Auf­ga­be, den Land­tags­wahl­kampf zu füh­ren, er­for­dert viel Zeit und Ener­gie“, sag­te Bys­tron un­se­rer Zei­tung. „Die kann ich ne­ben mei­nem Ab­ge­ord­ne­ten­man­dat nicht auf­wen­den.“Ihm wer­den Am­bi­tio­nen nach­ge­sagt, sich künf­tig im Bun­des­vor­stand zu en­ga­gie­ren. Bys­tron ist das be­kann­tes­te AfDGe­sicht in Bay­ern, aber auch um­strit­ten. Im Früh­som­mer stand er im Mit­tel­punkt par­tei­in­ter­ner Aus­ein­an­der­set­zun­gen.

Die Nach­fol­ge wird wohl in Kampf­ab­stim­mun­gen zwi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ent­schie­den. Ge­rold Ot­ten (Kreis Mün­chen) be­stä­tig­te sei­ne Kan­di­da­tur ge­gen­über un­se­rer Zei­tung. Er gilt als li­be­ral-kon­ser­va­tiv, hat Tei­le der „Al­ter­na­ti­ven Mit­te“hin­ter sich und möch­te die Par­tei nach an­hal­ten­den Gr­a­ben­kämp­fen „ei­nen“. Mar­tin Si­chert aus Nürn­berg kün­dig­te eben­falls sei­ne Kan­di­da­tur an, auch Mar­tin Heb­ner (Kreis Starn­berg) wer­den in­tern Am­bi­tio­nen nach­ge­sagt. Ei­ne of­fi­zi­el­le Be­stä­ti­gung steht aber aus. Si­chert und Heb­ner wer­den dem na­tio­nal-kon­ser­va­ti­ven La­ger zu­ge­rech­net, leh­nen ei­ne sol­che Ein­grup­pie­rung aber ab. Auf ei­ne Zu­sam­men­ar­beit konn­ten sich bei­de bis­lang nicht ei­ni­gen. Flo­ri­an Jä­ger (Kreis Fürs­ten­feld- bruck), der sei­ne Kan­di­da­tur be­reits an­ge­kün­digt hat­te, wür­de Heb­ner un­ter­stüt­zen. „Ich stel­le mich nicht in den Weg“, sag­te er. Soll­te Heb­ner vom Bun­des- in den Land­tag wech­seln, wür­de Jä­ger in Ber­lin nach­rü­cken.

Für den Par­tei­tag zeich­net sich ein Schlag­ab­tausch zwi­schen meh­re­ren zer­strit­te­nen La­gern ab. Der Wahl­aus­gang ist un­kal­ku­lier­bar, even­tu­ell gibt es auch Über­ra­schungs­kan­di­da­ten. Al­le La­ger mo­bi­li­sie­ren ih­re Un­ter­stüt­zer. dor » KOM­MEN­TAR/PO­LI­TIK

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