Klei­ne Schrit­te Rich­tung Ja­mai­ka

Vie­les läuft auf Las­tMi­nu­te-Ent­schei­dun­gen hin­aus. Die Ja­mai­ka­ner ma­chen Fort­schrit­te, aber in vie­len Punk­ten wird wei­ter ge­po­kert. Vor al­lem beim Ver­kehr.

Muenchner Merkur - - POLITIK - VON RUP­PERT MAYR, JÖRG BLANK UND SA­SCHA MEY­ER

Ber­lin – Koh­le­aus­stieg, Agrar­wen­de, Mi­gra­ti­on, In­ne­re Si­cher­heit: Die Ja­mai­kaUn­ter­händ­ler von CDU, CSU, FDP und Grü­nen ha­ben zwar et­li­che Fort­schrit­te bei ih­ren Son­die­run­gen ge­macht. In fast al­len The­men­fel­dern sind aber noch we­sent­li­che Punkt of­fen. Und über al­lem schwebt der Fi­nan­zie­rungs­vor­be­halt, der erst zum Schluss ge­klärt wer­den soll.

Die Uni­on sieht beim Streit­punkt Fa­mi­li­en­nach­zug für hier le­ben­de Flücht­lin­ge noch „kei­nen Spiel­raum“. Frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) sag­te: „Für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Schutz­sta­tus se­he ich kei­ne Mög­lich­keit, den Fa­mi­li­en­nach­zug wie­der zu­zu­las­sen.“Für die­se Flücht­lin­ge ist der Nach­zug von An­ge­hö­ri­gen bis März ge­stoppt. Die Grü­nen wol­len da­nach den Nach­zug wie­der er­mög­li­chen.

Nord­rhein-West­fa­lens In­te­gra­ti­ons­mi­nis­ter Joa­chim Stamp, der für die FDP mit­ver­han­delt, schlug im Streit um ei­ne Ober­gren­ze vor, „statt ei­ner fi­xen Zahl ei­nen Ziel­kor­ri­dor zu ver­ein­ba­ren, der sich an den Zu­gangs­zah­len des Jah­res 2017 ori­en­tiert und zwi­schen 150 000 und 250 000 Zu­gän­gen liegt“. Die Uni­on strebt ei­nen Ziel­wert von ma­xi­mal 200 000 Flücht­lin­gen pro Jahr an. Stamp zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, dass bei der Ein­wan­de­rung qua­li­fi­zier­ter Ar­beits­kräf­te ei­ne Ver­stän­di­gung mög­lich ist.

Das The­ma Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge stand am Di­ens­tag­abend wie­der auf der Ta­ges­ord­nung. Es wur­de er­war­tet, dass der Be­reich bis zum ge­plan­ten En­de der Son­die­run­gen in der Nacht von die­sem Don­ners­tag zum Frei­tag er- neut auf­ge­ru­fen wer­den muss. CSU-Chef Horst See­ho­fer sag­te: „Noch zwei­mal schla­fen, dann wis­sen wir Be­scheid.“

Die In­nen­ex­per­ten von Uni­on, FDP und Grü­nen lie­gen bei der Vor­rats­da­ten­spei

che­rung trotz ei­nes Kom­pro­miss­an­ge­bots der Uni­on wei­ter über Kreuz. Auch in ei­ner Sit­zung der Un­ter­händ­ler sei kei­ne Ei­ni­gung ge­fun­den wor­den, heiß es aus Ver­hand­ler­krei­sen. FDP und Grü­ne be­ste­hen dem­nach dar­auf, das Prin­zip der an­lass­lo­sen Da­ten­spei­che­rung durch ein an­lass­be­zo­ge­nes Vor­ge­hen zu er­set­zen. Ei­ne Ent­schei­dung müs­sen wohl die Par­tei­chefs fäl­len.

Bei der Land­wirt­schaft ist vor al­lem of­fen, wie mit der Fi­nan­zie­rung und den Sub­ven­tio­nen um­ge­gan­gen wer­den soll. Beim Tier­wohl gibt es da­ge­gen in­halt­lich kaum mehr Dif­fe­ren­zen. Aber auch hier sind die Fi­nan­zen un­ge­klärt. Beim Ein­satz von Un­kraut­ver­nich­tungs­mit­teln er­hofft man sich durch neue Tech­no­lo­gi­en mas­si­ve Ein­spa­run­gen. In Sa­chen Ver­brau­cher­schutz sind sich die Ko­ali­tio­nä­re ei­nig, dass Sam­mel­kla­gen zu­ge­las­sen wer­den sol­len.

Be­son­ders hart schei­nen die Fron­ten beim The­ma Ver­kehr. Das For­de­rungs­pa­ket der Grü­nen in die­sem Be­reich sei nicht an­nehm­bar, sag­te CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Do­brindt am Di­ens­tag­abend. Die Grü­nen müss­ten sich end­lich von jahr­zehn­te­lang mit­ge­schleif­ten For­de­run­gen ver­ab­schie­den. Er nann­te als Bei­spiel die Mi­ne­ral­öl­steu­er auf Die­sel. In den nächs­ten St­un­den wer­de hier wei­ter­ver­han­delt, ge­ge­be­nen­falls auch am Mitt­woch. Die Ver­kehrs­be­ra­tun­gen dau­er­ten zwei St­un­den län­ger als ge­plant. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner sag­te an­schlie­ßend, es sei „ein über­ra­schend gro­ßer Be­ra­tungs­be­darf“auf­ge­taucht. „Die Kon­zep­te, stär­ker auf den An­reiz im Markt zu set­zen oder auf staat­li­chen Ein­griff, sind sehr un­ter­schied­lich. Vor al­lem gibt es noch kein Ein­ver­neh­men, dass Ein­schrän­kun­gen der in­di­vi­du­el­len Mo­bi­li­tät aus­ge­schlos­sen wer­den müs­sen.“

FO­TOS: DPA

De­mons­tra­tiv gu­te Lau­ne: Die Son­die­rer ei­ner „Ja­mai­ka“-Ko­ali­ti­on auf dem Weg zur Ar­beit.

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