End­spurt für die Fi­nan­zen

Cle­ve­re Steu­er­zah­ler ar­bei­ten nicht nur und zah­len Steu­ern, sie ge­ben auch zum rich­ti­gen Zeit­punkt Geld aus, um die Last für die­ses Jahr auf le­ga­lem Weg zu re­du­zie­ren. Das klappt noch in den letz­ten Ta­gen des Jah­res.

Muenchner Merkur - - GELD & MARKT -

Egal ob Ar­beit­neh­mer oder Ru­he­ständ­ler, ob El­tern, Selbst­stän­di­ge, Ka­pi­tal­an­le­ger, Bau­her­ren oder Ver­mie­ter, für je­den gibt es Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Die Stif­tung Wa­ren­test er­läu­tert in der ak­tu­el­len Aus­ga­be ih­rer Zeit­schrift „Fi­nanz­test“wich­ti­ge Spar­chan­cen, hier ei­ne Aus­wahl:

Ar­beit­neh­mer

Ar­beit­neh­mer sen­ken ih­re Steu­er­schuld vor al­lem mit ho­hen Aus­ga­ben für den Job. Kom­men 2017 durch Auf­wen­dun­gen für den Be­ruf mehr als die Pau­scha­le von 1000 Eu­ro zu­sam­men, dann kön­nen sie mit wei­te­ren Aus­ga­ben et­wa für Ar­beits­mit­tel, Wei­ter­bil­dung, Fach­li­te­ra­tur und Di­enst­rei­sen spa­ren.

Für Be­rufs­tä­ti­ge kann es sich loh­nen, noch bis Sil­ves­ter in be­ruf­li­che Aus­ga­ben zu in­ves­tie­ren statt erst im nächs­ten Jahr – vor al­lem, wenn sie 2017 vor­aus­sicht­lich mehr ver­die­nen als 2018. Sie kön­nen auch die Job­kos­ten nur an­zah­len – et­wa für ei­ne be­ruf­li­che Fort­bil­dung, die erst 2018 be­ginnt. Be­zah­len sie die Teil­rech­nung 2017, dann muss das Fi­nanz­amt den Be­trag 2017 als Wer­bungs­kos­ten ab­zie­hen, egal wann die Fort­bil­dung statt­fin­det.

Bei­spiel: Ein Sing­le hat in die­sem Jahr 40 000 Eu­ro steu­er­pflich­ti­ges Ein­kom­men. Sein Grenz­steu­er­satz be­trägt in­klu­si­ve So­li 38 Pro­zent. Er kommt al­lein durch sei­nen täg­li­chen Ar­beits­weg auf 1035 Eu­ro und so­mit 35 Eu­ro über die Pau­scha­le für Job­kos­ten: 15 Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter x 230 Ar­beits­ta­ge x 30 Cent Ent­fer­nungs­pau­scha­le. Kauft er im No­vem­ber ein Ta­blet für 465 Eu­ro, be­tei­ligt sich das Fi­nanz­amt an den 500 Eu­ro über der 1000-Eu­ro-Pau­scha­le mit rund 188 Eu­ro.

Haus­halt

Ne­ben den be­ruf­li­chen Aus­ga­ben und Auf­wen­dun­gen für die Al­ters­vor­sor­ge kann je­der auch Steu­ern mit Aus­ga­ben für Hand­wer­ker und Hel­fer im Haus­halt spa­ren. Nichts ver­schen­ken soll­ten Steu­er­zah­ler beim Steu­er­ab­zug für Hand­wer­ker­ar­bei­ten im Haus­halt und auf dem Wohn­grund- stück. Das Fi­nanz­amt er­kennt in der Sum­me pro Jahr bis 6000 Eu­ro für Lohn-, Fahrt- und Ma­schi­nen­kos­ten an. 20 Pro­zent des Rech­nungs­be­trags ver­rin­gern die Steu­er­schuld.

Den Steu­er­bo­nus gibt es, wenn die Hand­wer­ker et­was im Haus­halt re­no­vie­ren, re­pa­rie­ren, sa­nie­ren oder wenn sie neu­en Wohn­raum im Keller oder Dach­ge­schoss schaf­fen, ei­nen Bal­kon, Win­ter­gar­ten, Car­port an­bau­en oder die Ter­ras­se ver­grö­ßern. Ge­nau­so kön­nen Mie­ter ih­re Woh­nung mit Steu­er­bo­nus ver­schö­nern oder Ge­rä­te im Haus­halt re­pa­rie­ren las­sen.

Wer die 6000 Eu­ro Höchst­be­trag 2017 nicht aus­ge­schöpft hat, kann auch Ar­bei­ten an­zah­len, die erst im nächs­ten Jahr statt­fin­den. Oder der Hand­wer­ker legt vor Jah­res­en­de los und stellt für 2017 ei­nen Ab­schlag in Rech­nung. Der Rest wird 2018 be­zahlt. Das Fi­nanz­amt be­rück­sich­tigt die Be­trä­ge im­mer in dem­sel­ben Jahr, in dem sie be­zahlt wur­den – aber nur, wenn die Rech­nung nicht bar, son­dern per Über­wei­sung be­gli­chen wird.

Tipp: Ha­ben Sie das för­der­fä­hi­ge Kos­ten­li­mit be­reits aus­ge­reizt, soll­ten Sie an­ste­hen­de Zah­lun­gen bes­ser ins nächs­te Jahr ver­schie­ben.

Ver­mie­ter

Brin­gen Ver­mie­ter in den letz­ten Wo­chen des Jah­res ih­re ver­mie­te­te Im­mo­bi­lie auf Vor­der­mann, spa­ren sie so­fort Steu­ern. Be­tra­gen die Mo­der­ni­sie­rungs­kos­ten min­des­tens 2000 Eu­ro, kön­nen sie die Kos­ten so­fort ab­zie­hen oder auf zwei bis fünf Jah­re ver­tei­len. Das Ver­tei­len lohnt für Ver­mie­ter, die auch künf­tig mit ei­ner ho­hen Steu­er­last rech­nen. Bei­spiel: Ein Ehe­paar mit 70 000 Eu­ro zu ver­steu­ern­dem Ein­kom­men hat für 15 000 Eu­ro Fas­sa­den und Hei­zung sei­ner ver­mie­te­ten Im­mo­bi­lie sa­niert. Wählt es den So­fort­ab­zug, sinkt die Steu­er in­klu­si­ve So­li um 5032 Eu­ro. Bes­ser, es ver­teilt die Kos­ten auf drei Jah­re. Dann spart es rund 177 Eu­ro mehr.

An­le­ger

Die Steu­er klein hal­ten kön­nen Spa­rer mit gut ver­teil­ten Frei­stel­lungs­auf­trä­gen und Äl­te­re mit ei­ner spe­zi­el­len Ent­las­tung.

Ei­nen Al­ters­vor­teil ha­ben Rent­ner, die 2017 64 Jah­re sind. Sie er­hal­ten auf Ein­künf­te ne­ben der Ren­te wie Mie­ten oder Ka­pi­tal­er­trä­ge ei­nen Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag – je nach Ge­burts­jahr ma­xi­mal 1900 Eu­ro. Ehe­paa­re müs­sen auf­pas- sen. Hat nur ein Part­ner die Al­ters­gren­ze er­reicht, soll­ten ihm die Ne­ben­ein­künf­te zu­ste­hen, um sei­nen Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag zu nut­zen. Ha­ben bei­de die Gren­ze er­reicht, kann das Paar die Ne­ben­ein­künf­te ver­tei­len, so­dass bei­de den Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag er­hal­ten.

Bei­spiel: Ein Rent­ner (Jahr­gang 1939) er­hält mehr als 10 000 Eu­ro Zin­sen und Di­vi­den­den im Jahr. Er über­trägt die Hälf­te sei­nes De­pots auf sei­ne Frau (Jg. 1939). Jetzt kön­nen bei­de 1900 Eu­ro Al­ter­s­ent­las­tungs­be­trag nut­zen. Im güns­tigs­ten Fall spart je­der 501 Eu­ro Ab­gel­tungs­teu­er und So­li. Da­für müs­sen die bei­den al­le Ka­pi­tal­er­trä­ge in der An­la­ge KAP an­ge­ben und in Zei­le 4 der Steu­er­er­klä­rung die Güns­ti­ger­prü­fung be­an­tra­gen.

Tipps

Kas­sen­sturz Um die Steu­ern für 2017 zu op­ti­mie­ren, soll­te man jetzt prü­fen, ob es sinn­voll ist, Aus­ga­ben vor­zu­zie­hen oder zu ver­schie­ben. Mit dem Grenz­steu­er­satz­rech­ner der Stif­tung Wa­ren­test (test.de/grenz­steu­er­satz­rech­ner) er­fährt man ge­nau, was sich lohnt.

Steu­er­er­klä­rung Bis En­de des Jah­res kann man noch ei­ne frei­wil­li­ge Steu­er­er­klä­rung für 2013 ab­ge­ben – zum Bei­spiel als Ar­beit­neh­mer mit Steu­er­klas­se I, wenn die Ne­ben­ein­künf­te 2013 nicht hö­her als 410 Eu­ro wa­ren. Die­se Frist gilt auch für den An­trag auf Ar­beit­neh­mer­spar­zu­la­ge für 2013.

Kin­der­geld Kin­der­geld kann noch bis Sil­ves­ter rück­wir­kend für die letz­ten vier Jah­re be­an­tragt wer­den. Ab Ja­nu­ar ist dies rück­wir­kend nur für sechs Mo­na­te mög­lich.

FO­TOS: FO­TO­LIA / DPA

et­wa für Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten an der Woh­nung oder für Ar­beits­mit­tel, kann or­dent­lich Steu­ern spa­ren. Auch beim Kin­der­geld soll­te man un­ter Um­stän­den heu­er noch ak­tiv wer­den.

Wer Aus­ga­ben sinn­voll plant,

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