Be­geis­tert und be­geis­ternd

Muenchner Merkur - - BAYERN & REGION -

– Die Schu­le war sein Le­ben und er lieb­te „sei­nen“Münch­ner Stadt­teil Laim: So war es ein Glücks­fall, dass Ma­xi­mi­li­an Mühl­bau­er am Eras­mus-Gras­serGym­na­si­um in Mün­chenLaim lan­de­te. Hier war er zu­nächst Leh­rer für Deutsch, Ge­schich­te, Erd­kun­de und So­zi­al­kun­de, dann Kon­rek­tor und schließ­lich 17 Jah­re lang Di­rek­tor. „Die Schu­le war sei­ne Lei­den­schaft, er hat es sehr ge­mocht, ein so gro­ßes Schiff zu len­ken“, er­zählt sei­ne Toch­ter Bea­te Plank. Nun ist Ma­xi­mi­li­an Mühl­bau­er im Al­ter von 76 Jah­ren an den Fol­gen sei­ner Par­kin­son-Er­kran­kung ge­stor­ben.

Ma­xi­mi­li­an Mühl­bau­er kan­di­dier­te mehr­fach für den Münch­ner Stadt­rat, saß im Lai­mer Be­zirks­aus­schuss, war Vor­sit­zen­der des „His­to­ri­schen Ver­eins Laim“, en­ga­gier­te sich sehr in der Bil­dungs­po­li­tik, spiel­te beim „Frei­en Lan­des­thea­ter Bay­ern“, sang bei der Baye­ri- schen Staats­oper und half stets al­len, die zu ihm ka­men. Weit über sein Vier­tel hin­aus kann­te und moch­te ihn so je­der.

Sein wich­tigs­tes Ziel war stets: „Ich möch­te, dass je­der ger­ne in die Schu­le geht.“Da­für saß er als Leh­rer „näch­te­lang am Schreib­tisch und kor­ri­gier­te“, er­zählt Bea­te Plank. Als Di­rek­tor war er stets zu spre­chen, wenn ein Leh­rer oder Schü­ler et­was von ihm woll­te, mach­te bei Mu­si­cals der Schu­le mit und ver­schob ab­sicht­lich sei­ne Ren­te um zwei Jah­re. Bea­te Plank: „Ihm hat das Ge­stal­ten ge­fal­len, er war nicht nur in sei­nem Auf­tre­ten im po­si­ti­ven Sinn ein rich­ti­ger Chef.“

Auch die In­hal­te sei­ner Fä­cher be­geis­ter­ten ihn. So ver­an­stal­te­te der Ge­schichts­Leh­rer „Stadt­teil­spa­zier­gän­ge“durch Laim zu der Ge­schich­te des Ei­sen­bah­ner­vier­tels, wo er auch auf­ge­wach­sen war. So­wohl wäh­rend sei­nes Be­rufs­le­bens als auch in der Ren­te sang und spiel­te Ma­xi­mi­li­an Mühl­bau­er zu­dem mit gro­ßer Lei­den­schaft, et­wa den Ge­fäng­nis­wär­ter in der Ope­ret­te „Die Fle­der­maus“. Er hin­ter­lässt nun nicht nur in sei­nem Vier­tel ei­ne kaum zu fül­len­de Lü­cke.

FO­TO: PS

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