Die­se Öff­nungs­zei­ten gel­ten in den Bun­des­län­dern

Muenchner Merkur - - IM BLICKPUNKT -

Pro: Für län­ge­re Öff­nungs­zei­ten

Die Ar­beits­welt än­dert sich ra­sant. Ge­ra­de in Bal­lungs­räu­men, wo sich oft nur Dop­pel­ver­die­ner über Was­ser hal­ten kön­nen, ist der star­re 20-Uhr-La­den­schluss ein Pro­blem für Kun­den – ein hand­fes­tes, kein Lu­xus­pro­blem, kein Ego­trip. Den Rah­men (nur) an Werk­ta­gen zwei St­un­den zu lo­ckern, bräch­te ei­ne Er­leich­te­rung – oh­ne dass am Land, wo Ein­zel­händ­ler die 20 Uhr oft eh nicht aus­schöp­fen, ir­gend­ein un­nö­ti­ger Struk­tur­wan­del be­för­dert wür­de. Ja, das än­dert Ar­beits­zei­ten und Per­so­nal­kos­ten im Han­del. Des­sen grö­ße­rer Feind sind aber nicht län­ge­re Öff­nungs­zei­ten. Son­dern Kon­kur­ren­ten im In­ter­net, Lie­fer­diens­te wie der USVer­sand­händ­ler Ama­zon, die in­zwi­schen so­gar Le­bens­mit­tel gern­spät­abends bis zur Haus­tü­re brin­gen.

Con­tra: Ge­gen län­ge­re Öff­nungs­zei­ten

13 St­un­den am Tag kann man in Bay­ern ein­kau­fen, von 6 Uhr in der Früh bis 20 Uhr abends sind die Su­per­märk­te ge­öff­net. So­gar am Sams­tag. Nun al­so Shop­pen bis 22 Uhr? Un­nö­tig und un­so­zi­al wä­re das. Die bis­he­ri­gen Zei­ten rei­chen al­le­mal, um sich mit dem zu ver­sor­gen, was man braucht. So­gar die­je­ni­gen, die abends län­ger ar­bei­ten, sind bis­lang nicht ver­hun­gert. Denn sie kön­nen mor­gens oder am Sams­tag ein­kau­fen. Sol­len tau­sen­den Ver­käu­fern und Kas­sie­rern Spät­schich­ten auf­ge­brummt wer­den, weil man­che Ver­brau­cher sich nicht an­ders or­ga­ni­sie­ren wol­len? Sol­len Kin­der abends auf ih­re Mut­ter ver­zich­ten müs­sen, weil an­de­re Zeit­ge­nos­sen nach dem Ki­no­be­such noch un­be­dingt ei­ne Tief­kühl­piz­za brau­chen? Wie rück­sichts­los!

Chris­ti­an Deutsch­län­der

Clau­dia Möllers

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