„Die Prä­senz hat uns gut ge­tan“

Muenchner Merkur - - POLITIK - In­ter­view: Ma­xi­mi­li­an Heim

Am Sams­tag tref­fen sich die Frei­en Wäh­ler zum Bun­des­par­tei­tag. Hu­bert Ai­wan­gers Wie­der­wahl als Vor­sit­zen­der gilt als si­cher – auch wenn sei­ne Par­tei in Bay­ern zu­letzt mit Per­so­nal­que­re­len auf­fiel. „Ich ha­be brei­ten Rück­halt bei al­len Län­dern“, sagt der Mann, der die Par­tei auch in Bay­ern als Lan­des- und Frak­ti­ons­chef an­führt. Herr Ai­wan­ger, ein Pro­zent bei der Bun­des­tags­wahl be­deu­tet: ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro er­stat­te­te Wahl­kampf­kos­ten. Was pas­siert mit dem Geld? Die Prä­senz bei der Bun­des­tags­wahl – man­che Pla­ka­te hän­gen ja bis heu­te – hat uns gut ge­tan. Nun wol­len wir die Par­tei­struk­tu­ren in den Bun­des­län­dern ver­bes­sern. In Thü­rin­gen et­wa rech­nen wir uns 2019 durch­aus Chan­cen aus. Da­vor kommt nächs­tes Jahr die Wahl in Bay­ern. Mit wel­chen The­men wol­len Sie punk­ten? Neh­men Sie die Über­schrift „Bür­ger ernst neh­men“. Vie­le füh­len sich nicht mehr ernst ge­nom­men, auch in Ge­bie­ten mit gu­tem AfD-Er­geb­nis. Neu­lich hat­te ich ei­ne Be­su­cher­grup­pe aus dem Baye­ri­schen Wald. Die sa­gen: AfD-Wäh­ler sind kei­ne Rechts­ra­di­ka­len, son­dern Leu­te, die sich ab­ge­hängt füh­len. Das ist die Über­schrift. Und die In­hal­te? Das The­ma Bil­dung, et­wa die glei­che Be­zah­lung von Grund- und Mit­tel­schul­leh­rern. Kos­ten­freie Kin­der­be­treu­ung. Heb­am­men. Flücht­lin­ge. Letz­te­res oh­ne Schaum vor dem Mund – aber mit dem An­spruch, Fehl­ent­wick­lun­gen an­zu­spre­chen. Da­zu kommt na­tür­lich die Stär­kung des länd­li­chen Raums. Oder neh­men Sie die Re­ge­lung, dass man­che Haus­ei­gen­tü­mer beim Stra­ßen­aus­bau mit­zah­len müs- sen. Das leh­nen wir ab – da ist uns ein „Schuss ins Schwar­ze“ge­lun­gen. Sie spie­len auf die CSU an. Hängt im kom­men­den Jahr an den La­ter­nen das Fo­to von Herrn See­ho­fer oder von Herrn Sö­der? Ob See­ho­fer mit ei­nem Mi­nis­ter­amt in Ber­lin die Flucht nach vor­ne an­tritt, weiß ich nicht. Aber ich glau­be nicht, dass er er­neut in Bay­ern kan­di­diert. Des­halb: eher Sö­der. Und in ei­nem Jahr schüt­telt der Mi­nis­ter­prä­si­dent Sö­der sei­nem Vi­ze Ai­wan­ger die Hand? (lacht) Al­les nicht aus­ge­schlos­sen. Aber da­zu müs­sen wir erst or­dent­li­che Po­li­tik ma­chen und die Stim­men ho­len. Es tä­te Bay­ern gut, wenn die ab­so­lu­te Mehr­heit der CSU en­det – und am En­de ei­ne bür­ger­li­che Ko­ali­ti­on re­giert. Ja­mai­ka in Bay­ern will ich nicht.

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