Sor­ge gut für dich & lie­be glück­li­cher

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er liebt mich so, wie ich bin“, sagt Da­nie­la, die wir für die­se Ge­schich­te in­ter­viewt ha­ben. Sie hat sich Tat­toos ma­chen las­sen. Er hät­te sie lie­ber oh­ne – aber er ak­zep­tiert das. Ge­nau­so wie die vie­len Rei­sen, die sie be­rufs­be­dingt oh­ne die Fa­mi­lie ma­chen muss. Die zwei ha­ben Glück. Wer wünscht sich das nicht, mit all sei­nen Ecken und Kan­ten ge­liebt zu wer­den. Paar-coach Mar­lies Fös­ges er­klärt, wie das ge­lin­gen kann. War­um fällt es so schwer, of­fen zu sei­nen schwä­chen zu ste­hen? Wir soll­ten zu­nächst ein­mal da­mit auf­hö­ren, von un­se­ren „Schwä­chen“zu spre­chen, und statt­des­sen un­se­re Ei­gen­hei­ten fei­ern. Män­ner fra­gen sich wahr­schein­lich sel­ten, ob al­le ih­re Fa­cet­ten der Part­ne­rin ge­fal­len. Frau­en stel­len da an sich selbst hö­he­re An­sprü­che. Doch die Ei­gen­hei­ten ei­ner Per­son las­sen sich in ei­ner län­ger an­dau­ern­den Be­zie­hung so­wie­so nicht ver­ber­gen. Wich­tig ist, wie Paa­re re­spekt­voll mit den Ei­gen­hei­ten des an­de­ren um­ge­hen. lie­be mich so, wie ich wirk­lich bin – mög­lich oder Wunsch­traum? Das ist ein schö­ner Satz. Aber wich­ti­ger wä­re doch der fol­gen­de: ICH lie­be mich so, wie ich bin. Frei nach dem T-shirt-spruch: „Ich ha­be kei­ne Ma­cken, das sind Spe­cial Ef­fects!“Je äl­ter, rei­fer und wei­ser Frau­en wer­den, um­so mehr schaf­fen sie es, sich in ih­rer Ge­samt­heit mit ei­nem Au­gen­zwin­kern zu ak­zep­tie­ren. Bei­spiel: Der Mann sagt: „Es nervt mich, dass du im­mer um hil­fe schreist, wenn der Dru­cker nicht funk­tio­niert. Ler­ne doch mal selbst, da­mit um­zu­ge­hen!“Wie ich fin­de, ein be­rech­tig­ter Vor­schlag und gleich­zei­tig ei­ne Mög­lich­keit, als Frau un­ab­hän­gi­ger zu wer­den, in­dem sie lernt, selbst­be­wuss­ter mit Tech­nik um­zu­ge­hen. selbst­lie­be ist al­so die Vor­aus­set­zung für ei­ne glück­li­che Be­zie­hung? In­stink­tiv weiß je­de Frau, dass das so ist. Wer von Selbst­zwei­feln ge­plagt wird, hat Schwie­rig­kei­ten, die Lie­be des Part­ners über­haupt wahr­zu­neh­men. Oft reicht schon, mehr Ver­ant­wor­tung für sein ei­ge­nes Wohl­be­fin­den zu über­neh­men. Das heißt, man soll­te sich selbst so be­han­deln, wie man von an­de­ren be­han­delt wer­den möch­te. Wie klingt der in­ne­re Dia­log? Wür­de man so auch mit ei­ner gu­ten Freun­din re­den? Be­schimpft man sich selbst oder spricht man wert­schät­zend und re­spekt­voll mit sich selbst? Wie kriegt man das hin? Es ist rei­ne Übungs­sa­che, sich über die ei­ge­nen Ge­dan­ken, Ge­füh­le, Zie­le, Wün­sche und Mo­ti­ve be­wusst zu sein. Wenn ich zum Bei­spiel mer­ke, dass ich schlecht drauf bin, fra­ge ich mich, wel­ches Er­eig­nis die­ses Ge­fühl aus­ge­löst hat. So ge­lingt es mir, die Si­tua­ti­on mit Ab­stand an­zu­schau­en: Lohnt es sich wirk­lich, mich über den maul­fau­len Part­ner auf­zu­re­gen, oder fra­ge ich mich lie­ber: Was brau­che ich, um wie­der in ei­nen gu­ten Zu­stand zu kom­men? Auf die­se Wei­se über­neh­me ich die Ver­ant­wor­tung für mei­ne ei­ge­nen Ge­füh­le. Wel­che Aus­wir­kun­gen wer­de ich in Be­zug auf mei­ne Be­zie­hung spü­ren, wenn ich „gut für mich sor­ge“? Dann wer­de ich im­mer we­ni­ger er­war­ten, dass mein Part­ner für mein Glück zu­stän­dig ist. Das ist für mich Stär­ke. Die ein­zi­ge Per­son, von der ich si­cher weiß, dass sie mich mein gan­zes Le­ben lang be­glei­tet, bin ich selbst. Vie­le Frau­en füh­len sich ego­is­tisch, wenn sie sich um sich selbst küm­mern, aber ich ha­be den Ein­druck, dass sich die Er­kennt­nis aus den Si­cher­heits­hin­wei­sen bei Flug­rei­sen lang­sam durch­setzt: Wenn du dich nicht zu­erst selbst mit ei­ner Sau­er­stoff­mas­ke ver­sorgst, kannst du de­fi­ni­tiv kei­nen an­de­ren ret­ten... Al­so: Sor­ge gut für dich selbst und be­kom­me die Lie­be, die du ver­dienst!

Trai­ne­rin & Au­to­rin Mar­lies Fös­ges, 64, („Wunsch­part­ner: ein Coa­chin­gro­man für die lie­be“schirner Ver­lag, 14,95 €)

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