La­dy in Red

Lin­da Ja­rosch, 69, Coach und Mut­ter zwei­er er­wach­se­ner Kin­der, aus Murnau

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Mein neu­es Ich ver­dan­ke ich ei­ner zau­ber­haf­ten Be­geg­nung. Mit Mit­te 50 lern­te ich ei­ne Frau aus Afri­ka ken­nen. Mit ih­rer ro­ten Schlei­fe im Haar wirk­te sie un­glaub­lich selbst­si­cher und in sich ru­hend. Ich muss­te sie ein­fach an­spre­chen. Bei uns ge­hö­ren Far­ben zum All­tag, er­zähl­te sie. Sie ge­ben dem Le­ben Freu­de, selbst wenn es manch­mal trist ist. Da­ge­gen wir­ken wir ganz schön blass, dach­te ich. Ob­wohl es uns so gut geht. We­nig spä­ter zog ich mit mei­nem Mann in ei­ne neue Stadt. Die Chan­ce, vie­les an­ders zu ma­chen. Dann hat­te ich die Ein­ge­bung: Ab mor­gen tra­ge ich Rot! Denn ich fühl­te mich vol­ler Kraft und Ta­ten­drang. Ich kauf­te ei­nen ro­ten Pull­over, ei­nen ro­ten Bla­zer. Als die ers­ten Kom­men­ta­re ka­men, frag­te ich mich: Tue ich es, um auf­zu­fal­len? Ty­pisch deutsch. Am liebs­ten in der Men­ge ver­schwin­den, so wie ich lan­ge Zeit. Ich hät­te mich gern schon frü­her aus­pro­biert, hüll­te mich aber lie­ber in sanf­tes Pa­s­tell. Heu­te grei­fe ich zu Rot, weil es sich rich­tig an­fühlt. Die Far­be macht was mit mir. Sie gibt mir Ener­gie und Fröh­lich­keit. Das soll aber kein Zwang sein. Wenn ich mich nach et­was an­de­rem füh­le, ist es ge­nau­so rich­tig. Manch­mal kom­men doch wie­der Zwei­fel: Geht knal­lig auch mit 70? Und ich ge­be mir selbst die Ant­wort: Un­be­dingt!“

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