Su­che mit Hap­py End

Su­san­ne Nier­mann, 52, frü­her im Stadt­mar­ke­ting, heu­te Stil­be­ra­te­rin, zwei­fa­che Mut­ter, aus Müns­ter

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Et­was stimmt hier nicht, dach­te ich oft, wenn ich Men­schen zum ers­ten Mal sah. Und war selt­sam ir­ri­tiert. Ir­gend­wann ka­pier­te ich, war­um. Weil ihr Out­fit so gar nicht zu ih­rer Per­sön­lich­keit pass­te. Das mach­te es schwer, ei­nen Zu­gang zu ih­nen zu fin­den. Bei au­then­tisch ge­styl­ten Leu­ten klapp­te das viel bes­ser. Das brach­te mich zum Nach­den­ken. Wie war das bei mir? Als Ju­gend­li­che lie­fen wir al­le gleich her­um. In Latz­ho­sen und Män­ner­un­ter­hem­den – die Aus­läu­fer der Müs­li­zeit. Spä­ter mach­te ich auf la­dy­li­ke, ge­fiel mir in ho­hen Ha­cken und Kleid­chen. Abends war ich froh, wenn ich die Sa­chen los­wur­de... Erst mit 40 war ich so weit. Ich ge­stand mir ein, dass ich es im Grun­de mei­nes Her­zens spor­tiv und be­quem mag. Und ge­dämpf­te Far­ben. Sie ma­chen mich selbst sanft und ent­spannt. Seit­her le­be ich mei­ne Vor­lie­be für Je­ans und fla­che Schu­he. Was nicht heißt, dass ich den Look nicht auch mal mit ei­ner Sei­den­blu­se oder High Heels auf­mi­sche. Gu­ter Stil ist, wenn die Ge­samt­aus­sa­ge stimmt. Die­se Er­leuch­tung hat mich so ver­än­dert, dass ich heu­te als Stil­be­ra­te­rin ar­bei­te. Den­noch pas­siert es auch mir: Neu­lich kauf­te ich ei­ne Cu­lot­te mit gro­ßen Blu­men – ein schreck­li­cher Fehl­kauf!“

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