„Ich ste­he zu mei­nem Al­ter und zum Grau!“

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Clau­dia, 55 Für ih­ren Be­ruf als Mo­del hat sie ih­re Haa­re lan­ge ge­färbt, seit acht Mo­na­ten steht sie zu ih­rem na­tür­li­chen Grau

So bin ich:

Wie alt wärst du, wenn du dein Al­ter nicht wüss­test? Im Kopf 34, im Kör­per 55. gab es ei­ne si­tua­ti­on, in der du dir schon mal rich­tig alt vor­kamst? Wenn es um Tech­nik und So­ci­al Me­dia geht, mer­ke ich, dass das gar nicht mei­ne Zeit ist. Da muss ich häu­fi­ger mei­ne Toch­ter um Rat fra­gen. Sie ist jetzt 21 und mit die­sem Kram auf­ge­wach­sen. Und wenn ich mal krank bin und mir al­les weh­tut, dann füh­le ich mich sehr alt! (lacht) in wel­chen Au­gen­bli­cken bist du froh, nicht mehr 20 zu sein? Wenn ich z.b. vor meh­re­ren Leu­ten spre­chen muss: Frü­her fiel es mir sehr schwer, heu­te bin ich selbst­be­wuss­ter. Man hat ein­fach schon so vie­le Feh­ler bei sich und an­de­ren ge­se­hen, dass ich mit den Jah­ren ge­lernt ha­be, man muss gar nicht per­fekt sein, und trotz­dem dreht sich die Welt im­mer wei­ter. seit acht mo­na­ten trägst du dein haar nun ganz na­tür­lich grau oh­ne Far­be, oh­ne strähn­chen. Wie hat es dein Le­ben ver­än­dert? Der Blick in den Spie­gel hat sich de­fi­ni­tiv ver­än­dert und ist auch, ehr­lich ge­sagt, noch et­was un­ge­wohnt. Ich ha­be mei­ne Haa­re mein hal­bes Le­ben lang ge­färbt, aber hat­te ein­fach kei­ne Lust mehr drauf. Mei­ne Toch­ter und ih­re Freun­din­nen fin­den das Grau su­per, bei de­nen ist die Far­be ge­ra­de to­tal an­ge­sagt. Mei­ne Freun­de wie­der­um mei­nen, es ma­che mich alt und wür­de nicht mein le­ben­di­ges We­sen wi­der­spie­geln. Aber mit der Farb­ver­än­de­rung hat sich in mei­ner Ge­fühls­welt nichts ge­än­dert, und ich selbst fin­de auch nicht, dass mich das Grau viel äl­ter macht. und was ist das gu­te am grau­sein? Es ist su­per für die Kopf­haut! Ich kann mei­nen Haa­ren jetzt qua­si beim Wach­sen zu­gu­cken, so schnell geht das. Was, meinst du, macht alt? Al­ko­hol, Ent­täu­schun­gen, Ein­tö­nig­keit – und wenn man nicht ver­zei­hen kann. Was hält dich jung? De­fi­ni­tiv Mu­sik. Ich hö­re sie in je­der Le­bens­la­ge: beim Sport, bei der Haus­ar­beit, wenn ich Be­such ha­be. Wie ich mei­nem Kör­per die Vit­ami­ne ge­be, die er ge­ra­de braucht, be­kommt mei­ne See­le die Mu­sik, die wie­der neue Ener­gie spen­det.

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