„Ich kann mein Le­ben jetzt ganz ent­spannt ge­nie­ßen“

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Mar­lis, 63 Die Ko­s­tüm­bild­ne­rin lebt zu­sam­men mit ih­rem Le­bens­ge­fähr­ten in Hamburg

So bin ich:

Gab es ei­nen Ge­burts­tag, der dir auf­grund der Zahl schwer­ge­fal­len ist? Die 50. Ich glau­be, das kam, weil mir klar wur­de, dass wahr­schein­lich die Hälf­te mei­nes Le­bens um ist. Mir wur­de schlag­ar­tig be­wusst: Ab jetzt wirst du ein­fach äl­ter und kannst es nicht auf­hal­ten. Aber auch mit die­sen Ge­dan­ken konn­te ich mich ir­gend­wann an­freun­den. Spä­tes­tens als ich dann mei­nen ak­tu­el­len Freund ken­nen­ge­lernt ha­be. Die 60 war wie­der­um toll – die Wech­sel­jah­re sind durch, und ich füh­le mich wie­der rich­tig wohl. In wel­chen Si­tua­tio­nen warst du froh, nicht mehr 20 zu sein? Ich muss end­lich nicht mehr rau­chen, um cool zu sein (lacht). Woran merkst du, dass du äl­ter ge­wor­den bist? Ge­ra­de neu­lich in der H&MUm­klei­de­ka­bi­ne. Da dach­te ich: Mensch, Mar­lis, du bist aber alt ge­wor­den. Bei dem Ober­licht kriegt man ja die Kri­se... Aber mal im Ernst: Ich mer­ke, dass ich an Er­fah­run­ gen rei­cher bin. Mein heu­ti­ges Wis­sen bringt mich in Si­tua­tio­nen viel schnel­ler ans Ziel. „Man ist so alt, wie man sich fühlt!“Flos­kel oder Weis­heit? Ich wür­de sa­gen, Weis­heit. Mei­ne Ge­ne­ra­ti­on fühlt sich im All­ge­mei­nen jün­ger. Wir sind im klei­nen Wohl­stand oh­ne Krieg auf­ge­wach­sen, konn­ten viel ler­nen. Ich ha­be die gan­ze Zeit mein ei­ge­nes Geld ver­dient. Das macht mich stolz und un­ab­hän­gig. Bis heu­te ste­hen mir ei­gent­lich al­le Tü­ren of­fen. Was wür­dest du dei­nem 20-jäh­ri­gen Ich in Sa­chen Be­au­ty ra­ten? Sei nicht so un­si­cher. Du siehst toll aus und musst dich nicht hin­ter ei­ner Schicht Ma­ke-up ver­ste­cken. Wor­über hast du zu­letzt von Her­zen ge­lacht? Über die Her­ren­be­kannt­schaf­ten ei­ner Freun­din bei ei­nem On­li­ne­da­ting­por­tal. Und die teil­wei­se ur­ko­mi­schen ero­ti­schen Aben­teu­er. Frü­her hät­ten wir nicht so of­fen dar­über ge­spro­chen, das hat rich­tig Spaß ge­macht. Wie wür­dest du dein Le­bens­mot­to be­schrei­ben? Se­he im­mer in al­lem das Gu­te und blei­be neu­gie­rig auf das, was kommt. Das hält dich zu­dem noch jung.

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