ve­ne­dig des nor­dens un­se­re Au­to­rin ließ sich von st. Pe­ters­burg ver­zau­bern.

Im Som­mer hüllt sich die nörd­lichs­te Mil­lio­nen­stadt der Welt in ma­gi­sches Däm­mer­licht. Auch wenn nicht al­les so glänzt wie „die Pracht der Za­ren“– un­se­re Au­to­rin er­leb­te hier ein ganz be­son­de­res Frau­en­wo­chen­en­de...

MYWAY - - VORDERSEITE - Text: Adri­en­ne Fried­la­en­der

Ich er­in­ne­re mich noch genau an den Tag, als ich da­mals un­ser Au-pair-mäd­chen am Flughafen Lü­beck ab­hol­te: lan­ges weiß­blon­des Haar, ein schüch­ter­nes Lä­cheln und ei­nen rie­si­gen Kof­fer in der Hand. Ich ha­be das 20-jäh­ri­ge Mäd­chen aus der Ukrai­ne so­fort ins Herz ge­schlos­sen. Ein Jahr blieb Da­scha in un­se­rer Fa­mi­lie. Für mei­ne vier Jungs war sie die gro­ße Schwes­ter. Und ich hat­te end­lich ein Mäd­chen im Haus. Da­scha war ein­fach groß­ar­tig – und beim Ab­schied la­gen wir uns wei­nend in den Ar­men und ich ver­sprach: „Ich kom­me dich be­su­chen!“Zwei Jah­re spä­ter war es so weit. Dies­mal stand ich mit Kof­fer auf ei­nem frem­den Flughafen. Zwar nicht in Sim­fero­pol auf der Krim, da­für in St. Pe­ters­burg. Die letz­ten zwei Jah­re war ei­ne Men­ge ge­sche­hen: Nach den Un­ru­hen in der Ukrai­ne und der Über­nah­me der Krim hat­te Da­scha ih­re Hei­mat ver­las­sen und war nach St. Pe­ters­burg ge­zo­gen. „Hier kann ich Ar­beit fin­den und ei­ne Zu­kunft auf­bau­en“, hat­te sie ge­schrie­ben, „St. Pe­ters­burg ist ei­ne Stadt, in der man al­les er­le­ben kann.“Das glaub­te ich ihr aufs Wort. Ich freu­te mich rie­sig auf das Wie­der­se­hen mit mei­ner „Zieh­toch­ter“und die ge­mein­sa­men Streif­zü­ge durch St. Pe­ters­burg. Um­so mehr im Som­mer wäh­rend der be­rühm­ten wei­ßen Näch­te, wenn von En­de Mai bis Mit­te Ju­li die Son­ne nur für kur­ze Zeit un­ter­geht und die frü­he­re Za­ren­stadt sich in ma­gi­sches silb­rig-dämm­ri­ges Licht hüllt. Um wie ei­ne Ein­hei­mi­sche zu le­ben, buch­te ich ein klei­nes Apart­ment – und Da­scha zog be­geis­tert mit ein: für drei Ta­ge wie­der un­ter ei­nem Dach! Noch da­zu in der Ma­la­ya Morska­ya, mit­ten im „Gol­de­nen Drei­eck“, dem his­to­ri­schen Zen­trum, nur ein paar Schrit­te ent­fernt von Alex­an­der­säu­le und Ere­mi­ta­ge...

„Da­scha und ich ge­nie­ßen die Pa­last­ku­lis­se des Pe­ter­hofs – und je­de Mi­nu­te mit­ein­an­der“

KEIN MÄR­CHEN Die Au­fer­ste­hungs­kir­che mit den be­rühm­ten rus­si­schen Zwie­bel­tür­men dien­te schon als Kon­zert­hal­le, Thea­ter und Kar­tof­fel­la­ger. Heu­te ist sie ein Mu­se­um

Gros­se show für ro­man­ti­ker Zum schla­fen sind die wei­ßen näch­te viel zu scha­de – bes­ser ei­nen sekt mit Blick auf das event der „schar­lach­ro­ten se­gel“köp­fen

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