War­um füh­len sich vie­le Men­schen heu­te so ge­stresst?

Im­mer häu­fi­ger stellt er Stress­sym­pto­me bei den Men­schen fest. Prof. Dr. To­bi­as Esch von der Uni Wit­ten forscht über Ge­gen­stra­te­gi­en

MYWAY - - LIEBE & LEBEN -

War­um soll­ten wir drin­gend um­den­ken? Die Fak­ten spre­chen für sich: Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) hat Stress als ei­nen der größ­ten Krank­heits­ver­ur­sa­cher im 21. Jahr­hun­dert aus­ge­macht. Das er­for­dert Maß­nah­men. In Zu­kunft müs­sen wir uns drin­gend da­mit be­schäf­ti­gen, wie wir bes­ser mit un­se­ren Ener­gi­en um­ge­hen. In­dem wir uns auf uns selbst be­sin­nen, un­se­re Be­dürf­nis­se ken­nen­ler­nen und ach­ten. Das hat nichts mit Ego­is­mus zu tun, son­dern mit „Selbst­Be­wusst­sein". Wo­her kommt der gan­ze Stress, oder ma­chen wir ihn selbst? Ra­tio­na­li­sie­rungs­maß­nah­men und der tech­ni­sche Fort­schritt ha­ben das Tem­po enorm be­schleu­nigt. Die Er­war­tun­gen an je­den Ein­zel­nen sind im­mens. Die Fol­ge ist Druck, und zwar in fast al­len Be­rufs­grup­pen. In­zwi­schen hat die­ses Ef­fek­ti­vi­täts­stre­ben auch auf un­se­ren gan­zen Le­bens­stil ab­ge­färbt. Selbst am Wo­che­n­en­de sind wir durch­ge­tak­tet. Was fehlt, ist der Rhyth­mus, un­ser Rhyth­mus. Denn im Ge­gen­satz zu den An­for­de­run­gen hat sich un­ser Kör­per bio­che­misch seit Jahr­tau­sen­den kaum ver­än­dert. Was ge­nau pas­siert bei Stress im Kör­per? Ge­ra­ten wir in Hek­tik, selbst wenn es nur ge­dank­lich ist, kom­men vie­le Pro­zes­se in Gang. Es wer­den Stress­hor­mo­ne aus­ge­schüt­tet, die u.a. Herz­fre­quenz und Blut­druck er­hö­hen. Gleich­zei­tig wird al­les ge­hemmt, was nicht un­mit­tel­bar für Kampf oder Flucht ge­braucht wird, et­wa der Ma­genDarm­trakt. Da­zu wird Kor­ti­sol frei­ge­setzt, das auf Dau­er auch un­ser Im­mun­sys­tem schwächt. Mit wel­chen Fol­gen? Je nach Kon­sti­tu­ti­on kann es zu Herz­kreis­lauf­pro­ble­men kom­men, zu Blut­hoch­druck, Ar­thri­tis oder chro­ni­schen Darmer­kran­kun­gen, au­ßer­dem zu Haut­pro­ble­men, häu­fi­gen In­fek­tio­nen oder Kopf­ und Rü­cken­schmer­zen. Aber auch die See­le lei­det, bis hin zu Angst­zu­stän­den, Pa­nik­at­ta­cken oder De­pres­sio­nen. So weit muss es aber nicht ge­hen. Wenn wir un­se­re Ein­stel­lun­gen und Ge­wohn­hei­ten än­dern, kön­nen wir die­se Krank­hei­ten ver­min­dern. Es ist Zeit, die Ver­bin­dung von Kör­per, Geist und See­le an­zu­er­ken­nen und zu re­spek­tie­ren!

Ge­sund­heits­for­scher Prof. Dr. To­bi­as Esch („Der Selbst­hei­lungs­code“)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.