„Es hilft im­mer, nicht al­les so ernst zu neh­men

Ma­rei­le Höpp­ner, 40, ist ger­ne Frau, hat schon als Kind schö­ne Klei­der an­ge­zo­gen und Prin­zes­sin ge­spielt. Aber ge­nau­so ge­hör­te sie zu den coo­len Mä­dels, die durch den Mod­der robb­ten und rich­tig viel Spaß hat­ten. Und das ist bis heu­te so ge­blie­ben…

MYWAY - - SO BIN ICH - IN­TER­VIEW: Ul­ri­ke Bremm ● FOTOS: Dan Zou­bek

Ich ha­be wie auf hei­ßen Koh­len ge­ses­sen“, ent­schul­digt sie sich für ih­re klei­ne Ver­spä­tung. „Wir hat­ten noch Kon­fe­renz.“Die „Bri­sant“-mo­de­ra­to­rin ist un­ge­schminkt und ganz le­ger ge­klei­det. Gleich der ers­te Ein­druck: Ma­rei­le Höpp­ner ist tough, aber auch er­fri­schend un­kom­pli­ziert.

Sie ha­ben in Ih­rer Kar­rie­re schon so ei­ni­ge Ad­li­ge und Pro­mi­nen­te ge­trof­fen, zu­letzt mit Adels­ex­per­te Rolf Seel­mann-eg­ge­bert live über den Deutsch­land-be­such von Ka­te und Wil­li­am be­rich­tet. An wel­che im Nach­hin­ein lus­ti­gen Mo­men­te er­in­nern Sie sich be­son­ders ger­ne? Beim „Ri­ver­boat“hat­te ich mal den Schau­spie­ler Rolf Za­cher als Talk­gast, der kam und kam ein­fach nicht. Er hat­te sich in sei­nem Au­to noch mal hin­ge­legt und ver­schla­fen. Die Sen­dung war im vol­len Gan­ge, als er mit Tee und Ba­na­ne er­schien: Er sei jetzt hung­rig. Ich lie­be sol­che Gäs­te und sol­che Mo­men­te! Was wirk­lich schön war: ein In­ter­view mit dem in­zwi­schen lei­der ver­stor­be­nen Joa­chim Fuchs­ber­ger. Er trug ein blau­es Sak­ko; aus der Brust­ta­sche bau­mel­te ein sil­ber­nes Kett­chen. Ich frag­te ihn, was das für ein Schmuck­stück sei. „Schau­en Sie doch mal nach“, sag­te er. Ich zog und zog, die Ket­te wur­de im­mer län­ger, mir wur­de es im­mer un­an­ge­neh­mer – und am En­de hielt ich Bla­ckys Hör­ge­rät in der Hand. Wir ha­ben bei­de noch oft dar­über ge­lacht.

Von Joa­chim Fuchs­ber­gers Kol­le­gin Ma­ria Furt­wäng­ler wur­de ge­ra­de ei­ne Stu­die zur Di­ver­si­tät in­iti­iert, in der un­ter­sucht wur­de, wie es um die Gleich­be­rech­ti­gung im Fern­se­hen be­stellt ist. Das vor­her­seh­ba­re Er­geb­nis: schlecht. Ich füh­le mich sehr gleich­be­rech­tigt. Und bei der Steu­er­er­klä­rung hät­te ich nichts ge­gen ein biss­chen we­ni­ger Gleich­be­rech­ti­gung (lacht). Nein, im Ernst: Ich fin­de es ganz toll und wich­tig, wenn sol­che The­men im­mer mal wie­der an­ge­sto­ßen wer­den – auch wenn ich das Ge­fühl ha­be, dass sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon viel ge­tan hat. Na­tür­lich wünscht man sich, dass die (noch meist männ­li­chen) Sen­der­chefs mehr Mut ent­wi­ckeln, Frau­en ein­zu­set­zen. Im Sport und in den News pas­siert das ja auch schon.

Ma­rei­le Höpp­ner er­zählt von ih­rem Ehe­mann Ar­ne Schön­feld, 40. Der hat­te für den ge­mein­sa­men Sohn Ja­kob Ben­dix, heu­te 6, El­tern­zeit ge­nom­men – gan­ze 14 Mo­na­te lang. „Vie­le Frau­en und Män­ner fan­den das toll“, sagt sie. „Wir ha­ben aus dem Fa­mi­li­en- und Freun­des­kreis vie­le schö­ne Re­ak­tio­nen be­kom­men, im wei­ter ent­fern­ten Kreis al­ler­dings gro­ßes Er­stau­nen ge­ern­tet. Was ich mir wirk­lich wün­sche: dass wir beim The­ma Kin­der­be­treu­ung und Ver­ein­bar­keit mit dem Job noch et­was fle­xi­bler wer­den. Da hin­ken wir Län­dern wie Nor­we­gen hin­ter­her, wo vie­le Ver­wand­te von mir le­ben. Es ist of­fen­bar doch noch

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