… Freund­lich­keit kommt zu­rück

MYWAY - - DOSSIER -

Wie sehr hat das In­ter­net un­ser Fein­ge­fühl ram­po­niert? Durch mo­der­ne Tech­no­lo­gi­en und so­zia­le Me­di­en ist es ein­fa­cher ge­wor­den, un­mit­tel­bar mit an­de­ren in Kon­takt zu tre­ten. Üb­le Be­schimp­fun­gen gab es im­mer. Doch im Netz kann man Müll un­ge­bremst ab­la­den. Weil aber Web-kom­men­ta­re sicht­bar sind, ent­steht der Ein­druck, al­le Däm­me sei­en ge­bro­chen. Das regt Nach­ah­mer an. Wir müs­sen den Um­gang mit neu­en Me­di­en noch ler­nen. Netz­pro­fis, et­wa Chat-mo­de­ra­to­ren, ach­ten ja schon auf die Ein­hal­tung von Re­geln. Al­so ver­än­der­ten so­zia­le Me­di­en nichts? Doch! Un­se­re Aus­drucks­wei­se wan­delt sich. SMS, Whatsapp, Twit­ter – die­se Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge sind auf Ef­fi­zi­enz aus­ge­legt. Kei­ner wür­de ei­nen Face­book-post in vol­ler Din-a4-sei­ten­län­ge le­sen! An­re­den fal­len weg, Du statt Sie über­wiegt. Nicht, weil man kei­ne An­stands­re­geln be­herrscht, son­dern weil man­che Kom­pe­ten­zen für be­stimm­te Ka­nä­le eben nicht an­ge­wandt wer­den. Be­ob­ach­ten Sie auch po­si­ti­ve Neue­run­gen? Die Glo­ba­li­sie­rung sen­si­bi­li­siert uns für Höf­lich­keits­re­geln ver­schie­de­ner Kul­tu­ren. Ins­ge­samt nimmt die „Po­li­ti­cal Cor­rect­ness“zu. Ge­ra­de wenn die Welt zu­sam­men­rückt, ist Höf­lich­keit wert­vol­ler denn je. Kann Höf­lich­keit ent­waff­nen? Nicht in ih­rer star­ren Form, wie sie als Ben­imm in 50er-jah­retanz­kur­sen ge­lehrt wur­de. Doch schon Gandhi wuss­te, dass fried­vol­ler Pro­test macht­vol­ler sein kann als Ge­walt. Ge­nau­so funk­tio­niert Freund­lich­keit bis heu­te ex­trem ef­fek­tiv ge­gen Grob­hei­ten.

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