Sie kämpf­ten ge­gen Grau­sam­keit

So­phie und Hans Scholl grün­de­ten mit Freun­den ei­ne Grup­pe, die sich ge­gen Krieg und Un­ge­rech­tig­keit weh­ren soll­te. Vor 80 Jah­ren wur­den die Ge­schwis­ter um­ge­bracht

Neu-Ulmer Zeitung - - Bayern - VON SO­PHIE ROHRMEIER Andreas Baumer, Ca­pi­to-Team

So­phie und Hans Scholl sind für vie­le Men­schen Vor­bil­der. Auch wenn sie heu­te nicht mehr am Le­ben sind. Denn die Ge­schwis­ter wa­ren sehr mu­tig. Vor et­wa 80 Jah­ren wohn­ten sie in München. In Deutsch­land wa­ren da­mals die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten an der Macht. Sie be­droh­ten und tö­te­ten zum Bei­spiel Men­schen, die an­de­re An­sich­ten hat­ten als sie. Au­ßer­dem herrsch­te Krieg. Des­halb leb­ten vie­le in Ge­fahr. Auch So­phie und Hans. Denn sie wehr­ten sich ge­gen die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten.

Zet­tel for­der­ten zum Auf­stand ge­gen die Na­zis auf

Von So­phie, Hans und ih­ren Freun­den kann man viel über Mut ler­nen. Vor 74 Jah­ren, im Jahr 1943, war So­phie 21 Jah­re alt. Sie stu­dier­te Bio­lo­gie. Ihr Bru­der war drei Jah­re äl­ter und woll­te Arzt wer­den. Die bei­den gin­gen gern zur Uni­ver­si­tät. Aber sie wuss­ten auch, dass um sie her­um sehr vie­le Men­schen star­ben oder be­droht wur­den.

Al­so be­schlos­sen sie und ih­re Freun­de, et­was da­ge­gen zu tun. Nur durf­te nie­mand sonst da­von er­fah­ren. Denn das konn­te ge­fähr­lich für sie wer­den. Das wuss­ten So­phie, Hans und ih­re Freun­de. Trotz­dem tra­fen sie sich heim­lich. Die Grup­pe gab sich auch ei­nen Na­men: die Wei­ße Ro­se.

Die Grup­pe über­leg­te: Wie konn­te sie an­de­re Men­schen in Deutsch­land da­von über­zeu­gen, dass die Herr­schaft der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten nicht rich­tig war? Dann hat­ten die Freun­de ei­ne Idee. Sie schrie­ben ih­re Mei­nung auf Zet­tel, um die­se über­all zu ver­tei­len. Auf die­sen Zet­teln for­der­ten sie Frei­heit und Ge­rech­tig­keit. Und sie for­der­ten die Leu­te zu ei­nem Auf­stand ge­gen die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten auf.

„Das war kom­pli­ziert und ge­fähr­lich“, sagt Ex­per­tin Hil­de­gard Kro­na­wit­ter. Sie ist in der Stadt München für ei­ne Aus­stel­lung über die Grup­pe Wei­ße Ro­se zu­stän­dig. Die Aus­stel­lung kann man sich in der Uni­ver­si­tät an­se­hen, in der So­phie und Hans da­mals stu­dier­ten. Hans und So­phie Scholl ver­teil­ten die Zet­tel ge­mein­sam mit ih­ren Freun­den heim­lich über­all. Sie leg­ten sie et­wa in Te­le­fon­zel­len oder in par­ken­de Au­tos. Das sorg­te für Wir­bel. Und so er­fuh­ren schließ­lich auch die Geg­ner der Wei­ßen Ro­se da­von: die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten.

Sie such­ten nach der Grup­pe und fan­den sie. Auch weil an­de­re Men­schen die Grup­pe ver­rie­ten. Die Na­zis räch­ten sich an den Ge­schwis­tern und ih­ren Freun­den: Sie ver­ur­teil­ten sie zum To­de.

Heu­te sa­gen vie­le: Was die Wei­ße Ro­se ge­tan hat, war rich­tig und gut. Des­halb ist die Grup­pe noch im­mer be­kannt.

Es gab kei­nen Plan, sagt ein Fach­mann

Ul­rich Schmid ant­wor­tet: „Hin­ter der Ent­ste­hung des Le­bens steht kein Plan.“Das heißt: Un­se­re Welt hät­te schon bei klei­nen Än­de­run­gen heu­te ganz an­ders aus­se­hen kön­nen. Viel­leicht wür­den dann im Früh­jahr kei­ne Pol­len her­um­flie­gen und im Som­mer kei­ne Bie­nen her­um­schwir­ren. Wo­mög­lich wür­de es auch uns Men­schen nicht ge­ben. Aber war­um le­ben wir trotz­dem? Da­hin­ter ste­cken vie­le Zu­fäl­le, sagt Ul­rich Schmid. Und ganz viel Zeit.

Nicht al­le tei­len die An­sicht des Fach­manns. Wenn ihr Gläu­bi­ge fragt, er­hal­tet ihr oft ei­ne ganz an­de­re Ant­wort. In der Bi­bel steht et­wa, dass Gott ei­nen Plan hat­te. Er schuf Tie­re al­ler Art, um Was­ser, Land und Him­mel zu be­völ­kern und uns Men­schen das Le­ben er­leb­nis­rei­cher zu ma­chen.

Hans und So­phie Scholl wa­ren Stu­den­ten in München. Sie lehn­ten sich ge­gen die Na tio­nal­so­zia­lis­ten auf. Des­halb wur­den sie um­ge­bracht.

Fotos: dpa

In der Lud­wig Ma­xi­mi­li­ans Uni­ver­si­tät in München gibt es ei­ne Aus­stel­lung zum The ma „Wei­ße Ro­se“.

Fo­to: dpa

Gi­raf­fen sind er­staun­li­che Tie­re. War­um es Tie­re gibt, er­fährst du hier.

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