„Hin­ter­her konn­te ich ein gan­zes Jahr lang nichts mehr schrei­ben.“

Neu-Ulmer Zeitung - - Feuilleton -

„Ho­tel Lux“, ei­ne von Le­an­der Haus­mann 2010 ge­dreh­te Tra­gi­ko­mö­die. Das Kom­po­nie­ren war zwar pu­rer Stress: „Ich hat­te gera­de mal zwei Mo­na­te Zeit, hab’ mich mit Kof­f­e­in­ta­blet­ten wach ge­hal­ten. Hin­ter­her hat­te ich ei­nen Bur­nout und konn­te ein gan­zes Jahr lang nichts mehr schrei­ben.“Aber für „Ho­tel Lux“er­hielt Wen­gen­mayr den Preis beim In­ter­na­tio­na­len Film­fes­ti­val in Rom 2011, aus­ge­hän­digt von En­nio Mor­ri­co­ne, für den Ge­ehr­ten ein Über­va­ter der Film­mu­sik. „So ge­se­hen hat sich der Stress ge­lohnt.“

Für den neu­en Film von Bul­ly Her­big – „Bul­ly­para­de“star­tet am 17. Au­gust – hat er die Mu­sik gera­de ab­ge­schlos­sen, sein sieb­ter Film für Her­big. Als nächs­te grö­ße­re Ar­beit steht wie­der ein Ki­no­pro­jekt an, die Ver­fil­mung ei­nes Kin­der­buch­klas­si­kers – mehr will er nicht ver­ra­ten. Noch et­was aber hat sich Wen­gen­mayr für die nächs­te Zeit vor­ge­nom­men: Er will di­ri­gie­ren ler­nen. Um auch selbst ei­nem Orches­ter je­ne Klän­ge zu ent­lo­cken, die die Bil­der un­ver­gess­lich ma­chen. Der neue deut­sche Pop lässt sich wun­der­bar ka­te­go­ri­sie­ren. Am ei­nen En­de steht Andreas Bou­ra­ni, der nicht nur wirk­lich sin­gen kann, son­dern ne­ben dem Volks­stim­mungs­brin­ger „Auf uns“ja noch wirk­lich gu­te Songs hat. Am an­de­ren En­de steht das Tral­la­la nach Sche­ma, das Jan Böh­mer­mann mit sei­nem Af­fen­Spaß „Men­schen Le­ben Tan­zen Welt“so treff­lich ka­ri­kiert hat. Nun tre­ten zwei neue Mu­si­ker in die Wer­tung: Vin­cent Weiss aus Eu­tin, be­kannt aus „DSDS“mit „Ir­gend­et­was ge­gen die Stil­le“und Jo­el Bran­den­stein aus Ratingen, der mit dem De­büt „Emo­tio­nen“vor ei­ner Wo­che gleich mal die Chart­spit­ze er­ober­te. Das Er­geb­nis: Weiss lie­fert mit „Feu­er­werk“ei­nen Hit ex­akt nach dem Böh­mer­mann-Mus­ter und bleibt auch an­sons­ten im harm­lo­sen Tral­la­la. Bran­den­stein ver­sucht sich ein biss­chen rau­er und me­lan­cho­li­scher, lan­det aber doch auch zu­ver­läs­sig in den Kli­schees der Ge­füh­lig­keit. So füt­tern bei­de die Boom-Bran­che des pop­pi­gen Schla­gers. Ein­mal mehr zeigt sich im Ver­gleich, wie gut Bou­ra­ni sei­ne Sa­che macht. (ws) *****

(Ver­ti­go/Univ,) (Star­watch/Sony)

Win­cent Weiss: Ir gend­was ge­gen die Stil­le

Jo­el Bran­den­stein: Emo­tio­nen

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