Wich­ti­ge Denk­zet­tel für Ra­ser

Neu-Ulmer Zeitung - - Neu-ulm - Re­dak­ti­on@nuz.de

Un­ter der Mo­tor­hau­be ste­cken reich­lich Pfer­de­stär­ken, aus den Laut­spre­chern dröhnt Mu­sik: Am Steu­er sei­nes Au­tos fühlt sich der jun­ge Mann un­be­sieg­bar. Und das soll je­der se­hen: Er tritt das Gas­pe­dal bis zum An­schlag, der Wa­gen schießt durch die Il­ler­tis­ser In­nen­stadt. So oder so ähn­lich könn­te es sich zu­ge­tra­gen ha­ben, als un­längst ein Au­to­fah­rer mit­ten in der Vöhl­in­stadt mit Tem­po 111 „er­wischt“wur­de. Er­laubt wa­ren auf der Stra­ße nur 50 St­un­den­ki­lo­me­ter. Es ist ein Ne­ga­tiv­re­kord, der Angst ma­chen kann: Nicht aus­zu­den­ken, was hät­te pas­sie­ren kön­nen. Ein so ho­hes Tem­po macht ei­ne an­ge­mes­se­ne Re­ak­ti­on auf plötz­lich ein­tre­ten­de Si­tua­tio­nen un­mög­lich. Was, wenn ein un­acht­sa­mer Fuß­gän­ger die Fahr­bahn über­quert? Oder ein an­de­res Au­to auf die Stra­ße ein­biegt?

Das al­les ist glück­li­cher­wei­se nicht pas­siert – das hät­te es aber kön­nen: Er­tappt wur­de der Tem­po­sün­der an ei­nem Sonn­tag­nach­mit­tag ge­gen 17 Uhr. Wer in­ner­orts der­art rast, han­delt ver­ant­wor­tungs­los und ge­fähr­det die All­ge­mein­heit. Des­halb ist die kom­mu­na­le Ver­kehrs­über­wa­chung (KVÜ) ei­ne wich­ti­ge Ein­rich­tung für die sechs be­tei­lig­ten Städ­te und Ge­mein­den (auch wenn der Ra­ser in die­sem Fall von der Po­li­zei er­wischt wur­de). Das Wis­sen um die Prä­senz der Ver­kehrs­wäch­ter und um de­ren Ar­beit kann so man­chen Denk­an­stoß ge­ben. Wer „ge­blitzt“wird – viel­leicht nur weil er ge­dan­ken­ver­lo­ren et­was zu schnell war – passt da­nach wohl erst ein­mal bes­ser auf. Ei­ni­ge Un­be­lehr­ba­re aus­ge­nom­men. Und dann ist da noch der ru­hen­de Ver­kehr: „Kreuz und quer“sei in Wei­ßen­horn ge­parkt wor­den, heißt es im ers­ten Fa­zit der KVÜ zur Fug­ger­stadt, die dem Ver­bund seit Kur­zem an­ge­schlos­sen ist. Seit es Kn­öll­chen gibt, ha­be sich die La­ge merk­lich ge­bes­sert.

Die Kom­mu­nen tun gut dar­an, Gel­der für die Ver­kehrs­wäch­ter be­reit zu hal­ten. Auch wenn die Aus­ga­ben die Ein­nah­men in man­chen Jah­ren über­stei­gen. Nur auf die Er­trä­ge aus den Ge­büh­ren zu schau­en, ist falsch: We­ni­ger Ver­stö­ße be­deu­ten mehr Si­cher­heit auf den Stra­ßen und grö­ße­re Ord­nung auf den Park­plät­zen. Und dar­um geht es letzt­end­lich.

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