Par­tei­en schal­ten in Wahl­kampf­mo­dus

Zwölf Mo­na­te vor der Land­tags­wahl ist das Ren­nen um die Staats­kanz­lei völ­lig of­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - VORDERSEITE - klw

HAN­NO­VER. Ein Jahr vor der nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl am 14. Ja­nu­ar 2018 stel­len sich die Par­tei­en auf ei­nen hei­ßen Wahl­kampf ein: Der­zeit hat kein La­ger ei­ne kla­re Mehr­heit. Zu­dem liegt mit der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber ein wei­te­res Groß­er­eig­nis für die Lan­des­par­tei­en an.

HAN­NO­VER. Man sol­le sich den 14. Ja­nu­ar 2018 schon mal fett im Ka­len­der mar­kie­ren, rät Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil am Mitt­woch­abend sei­nen Par­tei­freun­den im Rit­ter­saal des Cel­ler Schlos­ses. Dann wol­le man mit­ein­an­der fei­ern, kün­digt der SPD-Lan­des­chef an. Kei­ne Fra­ge: Weil ist im Wahl­kampf­mo­dus.

In ex­akt ei­nem Jahr wird in Nie­der­sach­sen ein neu­er Land­tag ge­wählt, und die gro­ßen Par­tei­en rüs­ten sich längst für den Schlag­ab­tausch: Der neue CDU-Chef Bernd Al­t­hus­mann hat mit ei­nem zum Jah­res­start vor­ge­leg­ten „Sie­ben-Punk­te-So­fort­pro­gramm ge­gen Ter­ror und Is­la­mis­mus“be­reits klar­ge­macht, dass er vor al­lem mit dem The­ma „In­ne­re Si­cher­heit“Rot-Grün von den Re­gie­rungs­bän­ken im Land­tag ver­trei­ben will. Es be­ste­he „drin­gen­der Hand­lungs­be­darf“, warnt Al­t­hus­mann.

Bei der SPD-Klau­sur in Cel­le kon­tert Weil mit dem Ver­spre­chen, die nächs­te SPD-Re­gie­rung wer­de den El­tern die Ki­ta-Ge­büh­ren er­las­sen. Die So­zi­al­de­mo­kra­ten wol­len sich als Par­tei pro­fi­lie­ren, die „mit bei­den Bei­nen auf dem Bo­den steht“und die für die Men­schen im Land für Ge­rech­tig­keit und Si­cher­heit steht.

Al­le Par­tei­en brau­chen gu­te The­men, denn aktuell gibt es ei­ner neu­en For­sa-Um­fra­ge zu­fol­ge für die klas­si­schen La­ger Schwarz-Gelb (40 Pro­zent) und Rot-Grün (46 Pro­zent) kei­ne Mehr­heit. Zie­hen die zer­strit­te­ne AfD (7 Pro­zent) und/oder die Link­s­par­tei (4 Pro­zent) in den Land­tag ein, dürf­te die Re­gie­rungs­bil­dung kniff­lig wer­den. In dem Fall blie­be wohl nur ein Drei­er­bünd­nis oder ei­ne Gro­ße Ko­ali­ti­on. Soll­ten SPD und CDU zu­sam­men­ge­hen, dürf­te der Stär­ke­re den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten stel­len. Will Weil im Amt blei­ben, muss die SPD al­so den aktuell zwei Pro­zent­punk­te gro­ßen Rück­stand zur Uni­on schlie­ßen. Der SPD-Lan­des­chef er­war­tet ein „Kopf-anKopf-Ren­nen“und hat an­ge­kün­digt, in den nächs­ten Mo­na­ten je­den der 87 Wahl­krei­se im Land zu be­su­chen.

Vie­le Par­tei­ta­ge in Sicht

Die­se „Al­les-ist-mög­lich“Aus­gangs­la­ge wird durch ein Groß­er­eig­nis im Herbst über­schat­tet: Vier Mo­na­te vor der Land­tags- ist Bun­des­tags­wahl. Und wie auch im­mer das Er­geb­nis in Ber­lin aus­fällt, es dürf­te die po­li­ti­sche Stim­mung in Nie­der­sach­sen stark be­ein­flus­sen. Für die Par­tei­en heißt dies Groß­ein­satz: Auf ver­schie­de­nen Par­tei­ta­gen müs­sen die Kan­di­da­ten für Bun­des- und Land­tag be­stimmt und die Mit­glie­der auf Wahl­kampf­mo­dus ge­trimmt wer­den. Das Jahr wird heiß für die Lan­des­po­li­tik. Da­bei dürf­te die hei­ße Wahl­kampf­pha­se kurz aus­fal­len: Vor und kurz nach der Bun­des­tags­wahl dürf­ten Lan­des­the­men kaum zie­hen. Und im Ad­vent und zu Weih­nach­ten kommt Streit schlecht an. Bleibt die Zeit zwi­schen Neu­jahr und dem 14. Ja­nu­ar.

Fo­to: dpa

Ste­phan Weil (SPD, links) will sei­nen Wahl­sieg aus dem Jahr 2013 wie­der­ho­len.

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