Ein Hoff­nungs­schim­mer

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - POLITIK - Von Ste­fa­nie Wit­te s.wit­te@noz.de

Kann ein sol­cher Mann wirk­lich Mit­glied des Ka­bi­netts Trump sein? Wer den künf­ti­gen US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ja­mes Mat­tis bei sei­ner An­hö­rung im Ver­tei­di­gungs­aus­schuss des Se­nats re­den hör­te, er­leb­te ei­nen kras­sen Ge­gen­ent­wurf zu Trumps Pol­te­rei. Mat­tis sprach über­legt und de­mü­tig, gab kla­re, kom­pe­ten­te Ant­wor­ten.

Auch in­halt­lich of­fen­bar­ten sich Un­ter­schie­de zwi­schen dem künf­ti­gen Pen­ta­gon-Chef und sei­nem Vor­ge­setz­ten: Wäh­rend der neue Prä­si­dent die Ko­ope­ra­ti­on in der Na­to in­fra­ge ge­stellt hat­te, ver­wies Mat­tis dar­auf, wie wich­tig es sei, Ver­bün­de­te zu ha­ben. Wo Trump ei­ne An­nä­he­rung an Russ­land in Aus­sicht stell­te, setzt der Ge­ne­ral auf Ab­schre­ckung. Eben­falls be­mer­kens­wert: Kurz nach sei­ner Be­ru­fung frag­te Mat­tis die de­mo­kra­ti­sche Schat­ten­mi­nis­te­rin für Ver­tei­di­gung, ob sie sei­ne Stell­ver­tre­te­rin wer­den wol­le. Ob­wohl die Kan­di­da­tin ab­sag­te, zeigt die­ses Bei­spiel, dass Mat­tis nicht nur in den Ka­te­go­ri­en Freund und Feind denkt.

Man soll­te sich aber kei­ne Il­lu­sio­nen ma­chen: Der Ge­ne­ral ist aus gu­tem Grund im Trump-Team. Als über­zeug­ter Mi­li­tär glaubt er, dass Ame­ri­ka sei­ne In­ter­es­sen mit Här­te durch­set­zen soll­te. Kri­ti­ker wer­fen ihm ei­ne Fi­xie­rung auf das Feind­bild Iran vor. Doch an­ge­sichts der Hor­ror­sze­na­ri­en rund um Trump lässt Mat­tis’ Pro­fes­sio­na­li­tät im­mer­hin ein we­nig hof­fen.

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