Bu­se­mann will Sonn­tags­ru­he er­hal­ten

Auch mehr Fei­er­ta­ge ge­for­dert

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - NORDWEST - Von Klaus Wie­sche­mey­er Blick in den Nord­wes­ten: Be­rich­te, Kommentare und Ana­ly­sen auf noz.de/nie­der­sach­sen

Braucht Nie­der­sach­sen mehr ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge, um den Han­del in den In­nen­städ­ten zu stär­ken? Nein, meint Nie­der­sach­sens Land­tags­prä­si­dent Bu­se­mann. Wich­ti­ger sei, den Sonn­tag als Ru­he­tag zu er­hal­ten. Des­halb will der CDU-Po­li­ti­ker auch mehr Fei­er­ta­ge.

HAN­NO­VER. An­ge­sichts der De­bat­te um ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge setzt sich Nie­der­sach­sens Land­tags­prä­si­dent Bernd Bu­se­mann für den Er­halt von Ru­he­zei­ten für Be­schäf­tig­te ein: „Aus mei­ner Sicht soll­te der Schutz der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer an Sonn- und Fei­er­ta­gen nicht wei­ter aus­ge­höhlt, son­dern bes­ser aus­ge­baut wer­den“, sag­te der CDU-Po­li­ti­ker un­se­rer Re­dak­ti­on.

Be­reits im Jahr 321 nach Chris­tus ha­be der rö­mi­sche Kai­ser Kon­stan­tin den Sonn­tag aus gu­tem Grund zum öf­fent­li­chen Be­sorgt: Land­tags­prä­si­dent Bernd Bu­se­mann. Fo­to: dpa Ru­he­tag er­klärt. Auch oh­ne den re­li­giö­sen und kul­tur­ge­schicht­li­chen Hin­ter­grund ge­be es vie­le Ar­gu­men­te für den Schutz des Ru­he­tags als „An­ker­punkt und Takt­ge­ber für den Wo­chen­ab­lauf“, sag­te Bu­se­mann.

Der ar­beits­freie Sonn­tag ge­be ei­ne kla­re Wo­chen­struk­tur vor und schaf­fe „Raum für Ge­mein­schafts­ak­ti­vi­tä­ten“, er­klär­te der Po­li­ti­ker aus dem ems­län­di­schen Dör­pen. „Der ar­beits­freie Sonn­tag stärkt den so­zia­len Zu­sam­men­halt un­se­rer Ge­sell­schaft, da er es den Men­schen er­mög­licht, am so­zia­len, kul­tu­rel­len Le­ben teil­zu­neh­men und sich eh­ren­amt­lich zu en­ga­gie­ren.“

Nie­der­sach­sen dis­ku­tiert der­zeit über ei­ne Re­form der ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge im Land, die noch in die­sem Jahr den Land­tag pas­sie­ren soll. Dem Ent­wurf zu­fol­ge sol­len künf­tig pro Kom­mu­ne zu be­son­de­ren An­läs­sen vier ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge pro Jahr er­laubt sein. Han­no­ver und Braun­schweig sol­len über­dies ei­nen wei­te­ren Tag pro Stadt­be­zirk be­nen­nen dür­fen.

Dass län­ge­re Öff­nungs­zei­ten den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del stär­ken, glaubt Bu­se­mann nicht: „Es gibt kei­nen ver­nünf­ti­gen Grund, am Sonn­tag durch die Ge­schäf­te zu ge­hen und z.B. Klei­dung oder Mö­bel zu kau­fen. Durch ei­ne er­wei­ter­te Sonn­tags­öff­nung wird kein Eu­ro zu­sätz­lich aus­ge­ge­ben.“In Zei­ten von In­ter­net und Smart­pho­ne so­wie dank der Aus­nah­me­re­ge­lun­gen für Bahn­hö­fe, Tank­stel­len und Ki­o­s­ke ge­be es „ge­nü­gend Mög­lich­kei­ten, drin­gen­den Be­darf zu de­cken“, sag­te der Land­tags­prä­si­dent.

Ver­wöhn­te Bay­ern

In jüngs­ter Zeit gab es wie­der­holt Streit um ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge: So kipp­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Os­na­brück den „Nord­hor­ner Neu­jahrs­gruß“mit Ver­weis auf die Sonn­tags­ru­he im Grund­ge­setz.

Bu­se­mann er­neu­er­te sei­ne For­de­rung nach mehr ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen in Nie­der­sach­sen. „Der Buß- und Bet­tag und – wie in die­sem Jahr be­reits ein­ma­lig vor­ge­se­hen – der Re­for­ma­ti­ons­tag könn­ten ein Schritt da­zu sein“, schlägt der CDU-Po­li­ti­ker vor. Mit neun Fei­er­ta­gen liegt Nie­der­sach­sen im Bun­des­län­der­ver­gleich am Schluss. An­de­re Län­der kom­men auf zwölf, Tei­le Bay­erns so­gar auf 14 Fei­er­ta­ge.

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