„Wir ha­ben kei­ner­lei Be­trug be­gan­gen“

Fi­at-Chrys­ler-Chef weist Ver­gleich mit VW scharf zu­rück – Staats­an­walt­schaft er­mit­telt ge­gen Re­nault

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - WIRTSCHAFT - dpa Mehr zum Ab­gas­skan­dal fin­den Sie im In­ter­net auf noz.de/vw

Nun hat auch Fi­at Chrys­ler sein Ab­gas­pro­blem. Doch mit Volks­wa­gen will man sich kei­nes­falls ver­glei­chen las­sen. Bei der EU schwin­det die Ge­duld. Und auch ein an­de­rer Au­to­bau­er ge­rät un­ter Druck.

ROM/BRÜS­SEL. Der Chef des ita­lie­nisch-ame­ri­ka­ni­schen Au­to­kon­zerns Fi­at Chrys­ler (FCA) hat nach den Vor­wür­fen der Ab­gas-Ma­ni­pu­la­ti­on ei­nen Ver­gleich mit VW scharf zu­rück­ge­wie­sen.

„Wir ha­ben kei­ner­lei Be­trug be­gan­gen“, sag­te Ser­gio Mar­chion­ne in der Zei­tung „La Re­pubb­li­ca“. Die Ge­schäfts­zie­le von FCA wür­den durch die An­schul­di­gun­gen nicht be­ein­flusst. Den­noch er­höh­te auch die EU den Druck auf das Un­ter­neh­men und auf die ita­lie­ni­schen Be­hör­den, die seit Lan­gem prü­fen sol­len, ob bei den Ab­gas­wer­ten ge­schum­melt wur­de.

In den USA steht der Bran­chen­rie­se im Ver­dacht, bei rund 100 000 Die­sel­wa­gen die Emis­si­ons­wer­te von Stick­oxi­den ge­fälscht zu ha­ben. Dies hat­te das Um­welt­amt EPA am Don­ners­tag in Wa­shing­ton mit­ge­teilt. Es geht um Soft­ware zur Ab­gas­kon­trol­le, die Fi­at Chrys­ler nicht of­fen­ge­legt und so ge­gen Um­welt­ge­set­ze ver­sto­ßen ha­be.

Volks­wa­gen hat­te im Herbst 2015 ein­ge­räumt, bei Die­sel-Ab­gas­tests ge­täuscht zu ha­ben. Be­trof­fen wa­ren Mil­lio­nen von Au­tos. Dies hat­te VW in ei­ne schwe­re Kri­se ge­stürzt und enor­me Kos­ten ver­ur­sacht. Ob es sich bei den bei Fi­at Chrys­ler be­an­stan­de­ten Pro­gram­men wie bei Volks­wa­gen um il­le­ga­le Ab­schalt­ein­rich­tun­gen han­delt, muss laut EPA erst noch er­mit­telt wer­den.

Deutsch­land geht da­von aus, dass bei Fi­at-Mo­del­len ei­ne un­zu­läs­si­ge Ab­schal­tung der Ab­gas­rei­ni­gung ein­ge­setzt wur­de. Das hät­ten Tests des Kraft­fahrt-Bun­des­amts (KBA) er­ge­ben, be­kräf­tig­te ei­ne Spre­che­rin des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums. Der Her­stel­ler ver­neint das, ita­lie­ni­sche Be­hör­den se­hen kei­nen Grund für Be­an­stan­dun­gen. Die EU-Kom­mis­si­on agiert in dem Fall als Ver­mitt­ler zwi­schen Deutsch­land und Ita­li­en. Ein für En­de Ja­nu­ar vor­ge­se­he­ner zwei­ter Ter­min sei von ita­lie­ni­scher Sei­te aber ab­ge­sagt wor­den, sag­te die Spre­che­rin. Die neu­en Er­kennt­nis­se der EPA lä­gen dem Mi­nis­te­ri­um bis­her nicht vor.

Un­ter­des­sen lei­te­te die fran­zö­si­sche Jus­tiz Un­ter­su­chun­gen zu Ab­gas­wer­ten bei Re­nault ein. Die Pa­ri­ser Staats­an­walt­schaft er­mit­telt laut Nach­rich­ten­agen­tur AFP we­gen des Ver­dachts der Täu­schung. Nach dem Be­ginn des VW-Skan­dals wa­ren bei Tests in Frank­reich Über­schrei­tun­gen von Ab­gas­nor­men bei dem fran­zö­si­schen Her­stel­ler fest­ge­stellt wor­den. Re­nault er­klär­te, noch kei­ne of­fi­zi­el­len In­for­ma­tio­nen über ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren er­hal­ten zu ha­ben. Der Au­to­bau­er be­ton­te er­neut, dass er die Ge­setz­ge­bung ein­hal­te und sei­ne Fahr­zeu­ge ord­nungs­ge­mäß zu­ge­las­sen wor­den sei­en. Man ha­be kei­ne Be­trugs­soft­ware ein­ge­setzt.

Fo­to: AFP

Ver­tei­digt sei­nen Kon­zern: Fi­at-Chrys­ler-Chef Ser­gio Mar­chion­ne will von ei­nem Be­trug nichts wis­sen. In den USA steht der Bran­chen­rie­se im Ver­dacht, bei rund 100 000 Die­sel­wa­gen die Emis­si­ons­wer­te von Stick­oxi­den ge­fälscht zu ha­ben.

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