Mehr Nut­zen als Scha­den durch Rück­kehr der Wöl­fe

Zum Le­ser­brief von Her­mann Bi­schof „Der Wolf ist ent­behr­lich, der Schä­fer nicht“(Aus­ga­be vom 3. Ja­nu­ar).

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - DIALOG -

„Der Schrei­ber des Le­ser­brie­fes [...] sieht die Schä­fer und die Kul­tur­land­schaft Nie­der­sach­sen, wie wir sie ken­nen, durch den Wolf be­droht. In ei­ni­gen der an­ge­führ­ten Punk­te hat er durch­aus recht, und er be­schreibt die La­ge par­ti­ell auch sehr zu­tref­fend.

Ja, der Wolf ist für ei­ne Rei­he von Schä­den un­ter den Schä­fern und Vieh­hal­tern in die­sem Bun­des­land ver­ant­wort­lich, doch die­se Schä­den sind ver­gleich­bar ge­ring, wenn man sie mit dem Nut­zen des Wol­fes ver­gleicht. Als Teil die­ses Öko­sys­tems ist ei­ne ge­sun­de und zu Be­ginn stark wach­sen­de Wolf­s­po­pu­la­ti­on in Nie­der­sach­sen von un­schätz­ba­rem Wert. Die Wöl­fe hel­fen den Jä­gern und Förs­tern, den Wild­tier­be­stand zu re­gu­lie­ren, und sind hier­bei um ei­ni­ges ef­fek­ti­ver als die staat­li­che Re­gu­lie­rung, denn sie fal­len die schwa­chen Tie­re zu­erst an und sor­gen so für ge­sun­de Be­stän­de.

Durch die­se Ver­min­de­rung der Wild­tier­be­stän­de wür­de die An­zahl an Ver­kehrs­to­ten bei Wild­tier­kol­li­sio­nen sin­ken, und die Forst­wirt­schaft wür­de sich dar­über freu­en, dass die Bäu­me im Win­ter nicht mehr so viel Rin­de ver­lie­ren. Auch wür­den nicht mehr so vie­le Wild­tie­re in die Städ­te drin­gen, wie es zur­zeit der Fall ist. [...]

Vie­le Men­schen ha­ben Angst vor dem Un­be­kann­ten, so ist auch der Wolf auf­grund von Jagd und Mo­der­ni­sie­rung aus Deutsch­land ei­ne lan­ge Zeit ver­schwun­den ge­we­sen. Dies hat in Kom­bi­na­ti­on mit Des­in­for­ma­ti­on und Gru­sel­ge­schich­ten für ein wolfs­feind­li­ches Kli­ma ge­sorgt. Doch über die­ses Zeit­al­ter sind wir hin­weg. Groß wiegt ja vor al­lem die Sor­ge, dass man ei­nem Wolf be­geg­net. Hier­zu sei ge­sagt, dass sich in Nie­der­sach­sen in 2016 cir­ca 70 Wöl­fe auf­hiel­ten. Das ist ein Wolf auf 680 Qua­drat­ki­lo­me­ter. [...]

Es bleibt al­so zu sa­gen, dass der Wolf in Nie­der­sach­sen sehr vie­le Vor­tei­le brin­gen wür­de und ein Recht dar­auf hat, hier zu le­ben, denn er war lan­ge vor uns da. Un­ter den wach­sa­men Au­gen der Förs­ter und ei­ner Re­gu­lie­rung soll­te ei­ner An­sied­lung des Wol­fes nichts im We­ge ste­hen.“Sven Bein­ke Bram­sche

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