Wahl­ver­spre­chen und Wirk­lich­keit

Bad Lae­rer Lo­kal­po­li­ti­ker dis­ku­tie­ren auf KAB-Ein­la­dung

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - SÜDKREIS - Von Rolf Hab­ben

Wahl­kampf auf kom­mu­na­ler Ebe­ne ist zwar in Nie­der­sach­sen noch ein we­nig ver­früht, den­noch stan­den Lo­kal­po­li­ti­ker des Heil­ba­des auf Ein­la­dung der Ka­tho­li­schen Ar­beit­neh­mer-Be­we­gung (KAB) Bad La­er am Di­ens­tag­abend in­ter­es­sier­ten Bür­gern im Pfarr­heim St. Jo­sef Re­de und Ant­wort.

BAD LA­ER. Ein Jahr nach den letz­ten Kom­mu­nal­wah­len in Nie­der­sach­sen woll­te die KAB hin­ter­fra­gen, was aus den Wahl­ver­spre­chun­gen vor der Wahl ge­wor­den ist, was sich in den letz­ten zwölf Mo­na­ten in Bad La­er ge­tan hat, was ver­wirk­licht wer­den konn­te und wie es wei­ter­ge­hen soll. Die Mit­glie­der des Ge­mein­de­rats Alois Die­kamp (Frak­ti­on FDP/SPD), Frank Hil­ter­mann (Frak­ti­on CDU/Grü­ne) und Uwe Fre­rig (Frak­ti­on BBL) hat­ten sich die­ser so zeit­nah nach der Wahl eher un­ge­wöhn­li­chen Fra­ge­stun­de ge­stellt.

Mo­de­ra­tor Heinz-Ot­to Ba­bi­lon (KAB) hat­te je­dem Po­li­ti­ker zu Be­ginn je­weils drei The­men­kom­ple­xe aus den Wahl­pro­gram­men der Par­tei­en in Er­in­ne­rung ge­ru­fen. Es ging da­bei um die Aus­wei­sung von Bau­ge­bie­ten, um Fra­gen der In­fra­struk­tur und Orts­kern­sa­nie­rung, der Zu­sam­men­ar­beit im Rat, um stär­ke­re Bür­ger­be­tei­li­gung so­wie um Schu­len, Sport­und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen und nicht zu­letzt auch um die Fi­nanz­si­tua­ti­on im Heil­bad.

Hil­ter­mann be­ton­te, dass die Aus­wei­sung neu­er Bau­ge­bie­te im­mer auch ei­ne pro­ble­ma­ti­sche Fra­ge der Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se sei. Als Schul­stand­ort sei Bad La­er gut auf­ge­stellt, auch wenn die IGS in Dis­sen nicht oh­ne Vor­be­hal­te sei, so Die­kamp. Für sei­ne Frak­ti­on sei „die Bür­ger­be­tei­li­gung im­mer The­ma“. Fre­rig stell­te bei Pro­jek­ten die Fi­nanz­si­tua­ti­on der Kom­mu­ne in den Vor­der­grund, grö­ße­ren in­ves­ti­ve Maß­nah­men sei­en im­mer auch ab­hän­gig von der För­de­rung aus Dritt­mit­teln.

Te­nor der Be­fra­gung war, dass bei zum Teil mar­gi­nal un­ter­schied­li­chen Zie­len weit­ge­hend Kon­sens un­ter den Frak­tio­nen aus­zu­ma­chen ist. Im Üb­ri­gen kön­ne zum jet­zi­gen Zeit­punkt pro­gram­ma­tisch nicht al­les be­reits ver­wirk­licht sein.

Hef­tig dis­ku­tiert wur­de da­ge­gen die Si­cher­heit im Ort, und hier vor al­lem der ver­mehrt fest­zu­stel­len­de Van­da­lis­mus und mas­si­ve Ru­he­stö­run­gen durch ver­ein­zel­te Ju­gend­li­che rund um die Schul­hö­fe, an BusHal­te­stel­len und an Park­bän­ken. Im Un­mut über die Si­tua­ti­on und we­nig Ver­ständ­nis („Zu­stand un­er­träg­lich“, Hil­ter­mann) wa­ren sich al­le Be­tei­lig­ten ei­nig, man wol­le da­her als­bald ei­nen Ar­beits­kreis aus Ver­tre­tern der Po­li­tik, der Ver­wal­tung, der Ju­gend­pfle­ge­rin und wei­te­ren Be­tei­lig­ten wie der Kir­che ein­rich­ten, um Lö­sungs­an­sät­ze (Die­kamp: „Was kann man mit wel­chen Ju­gend­li­chen ver­wirk­li­chen“) zu fin­den und zu ver­wirk­li­chen.

Wei­te­re The­men wa­ren der Zu­stand des Orts­bil­des, die Kos­ten­stei­ge­rung bei der Orts­kern­sa­nie­rung und vor al­lem das Holz­heiz­werk in un­mit­tel­ba­rer Nä­he von Wohn­ge­bie­ten. Den mas­siv ge­äu­ßer­ten Vor­wurf ei­nes Bür­gers, „hier sei of­fen­sicht­lich et­was faul“, wie­sen al­le drei Po­li­ti­ker und vor al­lem Bür­ger­meis­ter Franz Voll­mer en­er­gisch zu­rück. Voll­mer und Fre­rig un­ter­stri­chen die Recht­mä­ßig­keit der An­sied­lung durch das Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren un­ter Ein­be­zug des Ge­wer­be­auf­sichts­am­tes. Mo­de­ra­tor Ba­bi­lon (KAB) fass­te die weit­ge­hend eher ru­hi­ge Nach­le­se ab­schlie­ßend mit den Wor­ten Papst Jo­han­nes XXIII. zu­sam­men: „Wir su­chen das, was uns ver­bin­det, nicht das, was uns trennt.“

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Fo­to: Rolf Hab­ben

Stell­ten sich Fre­rig. den Fra­gen der KAB und der Bür­ger, die Lo­kal­po­li­ti­ker (von links) Alois Die­kamp, Frank Hil­ter­mann so­wie Uwe

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