Tas­ten­ge­wit­ter und Blä­ser­sturm

Mu­schal­le und Hol­stein be­geis­tern in GMHüt­te mit ei­ner Mi­schung aus Boo­gie Woo­gie, Swing und Blues

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - SÜDKREIS - Von Rolf Hab­ben

Was al­les aus den Tas­ten ei­nes Pia­nos und mit den Knöp­fen ei­nes Sa­xo­fons und ei­ner Kla­ri­net­te her­aus­zu­ho­len ist, zeig­ten Frank Mu­schal­le und Ste­phan Hol­stein im GMHüt­ter Rat­haus.

GE­ORGS­MA­RI­EN­HÜT­TE. Mit Frank Mu­schal­le am Kla­vier und Ste­phan Hol­stein an sei­nen Blas­in­stru­men­ten gas­tier­ten zwei der ge­frag­tes­ten In­ter­pre­ten des swin­gen­den Blues so­wie des Boo­gie Woo­gie in Oe­se­de.

Mit ei­nem „Will­kom­men zur Rats­sit­zung“ließ Mu­schal­le gleich zu Be­ginn kei­nen Zwei­fel dar­an, dass auch der Spaß nicht zu kurz kom­men soll­te: Mit ei­ner ge­lun­ge­nen Mi­schung aus Boo­gie Woo­gie, Swing und Blues be­geis­ter­ten Mu­schal­le und Hol­stein das Pu­bli­kum, das sich auch in In­ter­ak­tio­nen durch rhyth­mi­sches Mit­klat­schen und eben­so rhyth­mi­schen Sing-Sang „doo da doo dab“, wie in Son­ny Thom­sons „Mel­low Blues“, nicht lan­ge bit­ten ließ.

Oh­ne Set­list

Die Mu­si­ker zei­gen sich als ein har­mo­nisch ein­ge­spiel­tes Team. Im­pro­vi­sa­ti­on war das Pro­gramm, oh­ne Set­list stimm­ten sie die ein­zel­nen Stü­cke je­weils spon­tan ab, wo­bei je­der sich mit dem ei­nen oder an­de­ren Lieb­lings­ti­tel ein­brin­gen durf­te. Al­bert Am­mons, Mea­de Lux Le­wis, Pe­te John­son so­wie vor al­lem Son­ny Thomp­son, Gran­den des Boo­gie aus dem ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert, be­stimm­ten den Auf­tritt. Mit enor­mem Dri­ve und Ge­spür für den Auf­bau von At­mo­sphä­re er­stürm­te Mu­schal­le rol­lend und stamp­fend die Gip­fel des Boo­gie Woo­gie in teils atem­be­rau­ben­dem Tem­po.

Mal im ra­san­ten Zei­t­raf­fer, wie in der Ei­gen­kom­po­si­ti­on „Wa­ke up call“, mal ge­tra­gen, wie in Pe­te John­sons „Just for you“, mal mit ein­hän­di­gem Fin­ger­spiel, dann wie­der­um beid­hän­dig, be­ar­bei­te­te der Pia­nist va­ria­bel sei­ne Tas­ten. Die ein­gän­gig häm­mern­den „Drums“be­sorg­ten un­über­hör­bar sei­ne Schuh­soh­len auf dem höl­zer­nen Par­kett­bo­den. Den kon­ge­nia­len Flan­ken­schutz lie­fer­te je­weils Hol­stein mit Ten­or­und Alt­sa­xo­fon so­wie an der Kla­ri­net­te, mal im kla­gen­den Sound in Son­ny Thomp­sons „Sunshi­ne Blues“oder en­er­gisch in „Pee Wee’ s Blues“, der sein gan­zes Lun­gen­vo­lu­men for­der­te. Vir­tu­os, mal mit kräf­ti­gem Ein­satz sei­nes Alt-Sa­xo­fons, dann wie­der mit de­zen­ter Un­ter­ma­lung mit Te­nor-Sax, mal be­glei­tend, mal so­lo lie­fer­te Hol­stein je­weils die be­ste­chen­de me­lo­di­sche As­so­nanz.

Als hät­te es noch ei­nes letz­ten Be­wei­ses be­durft, zeig­te das Duo mit Am­mons „Swa­ny Ri­ver“zum Fi­na­le ein­mal mehr sei­ne gan­ze Klas­se und gro­ßes Kön­nen. In der nach­drück­lich ge­for­der­ten Zu­ga­be zau­ber­te Mu­schal­le mit dem Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­ter Dirk En­gel­mey­er, lang­jäh­ri­ges Mit­glied in Mu­schal­les Trio, noch ei­nen Über­ra­schungs­gast auf die Büh­ne. En­gel­mey­er, von Haus aus Drum­mer, hol­te sich als Sän­ger mit Le­roy Carrs „Blues be­fo­re sun­ri­se“den ver­dien­ten Ap­plaus ab.

Lei­se Tö­ne

Wie ein sanf­tes Wie­gen­lied kam ab­schlie­ßend Son­ny Thom­sons ge­fühl­voll vor­ge­tra­ge­nes „Pastry“als Bett­hup­ferl da­her. Nach dem vor­an­ge­gan­ge­nen Klang­ge­wit­ter setz­ten lei­se Tö­ne so­wohl am Pia­no als auch am Sa­xo­fon den an­ge­mes­se­nen Schluss­ak­kord in ei­nem be­ein­dru­cken­den Kon­zert.

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Fo­to: Rolf Hab­ben

Will­kom­men zur „Rats­sit­zung“: Frank Mu­schal­le am Pia­no und Ste­phan Hol­stein an Sa­xo­fon und Kla­ri­net­te lie­fer­ten im Rat­haus­saal ein be­ein­dru­cken­des Kon­zert ab.

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